Neue Details zum Flugzeugunglück

MH370: Absturz zwischen 01.11 Uhr und 02.15 Uhr

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Eine Zeichnung des Malaysia-Airline-Flugs MH370 erinnert an einer Schule in Makati City (Philippinen) an die Opfer.

Kuala Lumpur - Die Analyse der Satellitenbilder der seit 8. März verschwundenen Malaysia Airlines-Maschine brachten am Dienstag neue Details zum Absturzzeitpunkt ans Licht.

Die seit dem 8. März vermisste Malaysia Airlines-Maschine ist nach Überzeugung der malaysischen Ermittler zwischen 01.11 Uhr MEZ und 02.15 MEZ im Indischen Ozean abgestürzt. Das geht nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers Hishammuddin Hussein von Dienstag aus der neuen Analyse von Satellitendaten hervor. Der Flug endete demnach zwischen siebeneinhalb und achteinhalb Stunden nach dem Start, der in Kuala Lumpur erfolgt war. Genau so lange habe auch der Treibstoff an Bord gereicht, sagte der Minister.

Die Frage nach dem Warum bleibt

Nach wie vor gibt es nach seinen Angaben keinen Aufschluss darüber, warum die Maschine vom Kurs Richtung Peking abwich und in entgegengesetzter Richtung flog. Die Ermittlungen gingen weiter, sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar. „Ich bin nicht in der Lage, Ergebnisse zu präsentieren, das würde die weiteren Ermittlungen behindern“, sagte er. Er ermittelt unter anderem wegen Sabotage und Entführung. Ein technisches Problem wird aber auch nicht ausgeschlossen.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Kuala Lumpur - Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit einer Woche verschollen. Was die Ermittlungen bisher ergaben. © AFP
8. März: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines teilt mit, der Kontakt der Boeing 777-200 zur Flugkontrolle sei kurz nach dem Start abgerissen. Das Flugzeug mit überwiegend chinesischen Passagieren war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Der Funkkontakt brach kurz vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums ab. Im Seegebiet vor Vietnam beginnt eine großangelegte multinationale Suche. © AFP
9. März: Trotz intensiver Suche mit Flugzeugen und Schiffen fehlt jede Spur von der verschwundenen Maschine. Wiederholt gibt es in den folgenden Tagen falschen Alarm. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, berichten Ermittler. Ein möglicher Terroranschlag gerät in den Blick, weil zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen europäischen Pässen kauften. © AFP
10. März: Malaysia weitet das Suchgebiet deutlich aus. Experten identifizieren einen der beiden verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde. © AFP
11. März: Die beiden verdächtigen Passagiere waren keine Terroristen. Ermittler identifizieren die Beiden als Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der malaysische Krisenstab weitet das Suchgebiet auch auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking. © AFP
12. März: Das malaysische Militär hat über dem Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei aber unklar. © AFP
13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf US-Luftfahrt- und Geheimdienstexperten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Radarkontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister dementiert den Bericht. © AFP
14. März: Das indische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Karte, auf der die Flugroute an der Stelle des letzten Radarkontakts um etwa 90 Grad abknickt. Demnach könnte die Boeing entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen sein. © AFP
15. März: Das vermisste Flugzeug flog nach dem Verschwinden vom Radar noch mindestens sieben Stunden auf einem neuen Kurs Richtung Westen. Jemand an Bord habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ die Kommunikationsgeräte abgeschaltet, berichtet der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. © AFP
16. März - Es werde nun offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus ermittelt, sagt Malaysias Polizeichef. Besatzung und Passagiere stünden verstärkt im Fokus. © picture alliance / dpa
17. März - Es läuft eine neue Suche entlang zweier Routen an, die die verschollene Maschine geflogen sein könnte. © AFP
18. März - Die Richtungsänderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im Cockpit programmiert worden, berichtet die „New York Times“. Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers ist unklar, wann genau das Kommunikationssystem der Boeing abgeschaltet wurde. Er widerruft damit frühere Aussagen. © AFP
19. März - Der US-Sender NBC berichtet, die Kursänderung sei bereits vor der verbalen Abmeldung der Piloten in den Bordcomputer eingegeben worden. Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt dementiert das. © picture alliance / dpa
20. März - Experten des australischen Geheimdienstes entdeckten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der verschollenen Boeing im Indischen Ozean. © dpa
21. März - Trotz intensiver Suche in der abgelegenen Region des Indischen Ozeans bleibt die Boeing verschollen. © dpa
22. März - Es wird bekannt, dass ein chinesischer Satellit am 18. März im Suchgebiet mögliche Wrackteile erspäht hat. © AFP
23. März - Frankreich veröffentlicht ein Satellitenbild, das vielleicht Flugzeugteile im Meer zeigt. © AFP
24. März - Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckt zwei mögliche Wrackteile. © dpa

Das letzte bestätigte Signal sei um 00.11 Uhr MEZ aufgefangen worden. Die Maschine habe ein weiteres, bislang unbekanntes, „partielles“ Signal um 00.19 Uhr MEZ abgesetzt. Als die Bodenstation um 01.15 Uhr MEZ eine neue automatische Rückmeldung erfragte, sei kein Signal mehr von der Boeing 777-200 gekommen.

Am Dienstag hatten Dutzende Angehörige der Passagiere des Fluges MH370 vor der malaysischen Botschaft in Peking protestiert und Aufklärung gefordert.

dpa

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