Wrack noch immer verschollen

Behörden: MH370 flog wohl im Autopilot-Modus

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Das Passagierflugzeug der Malaysia Airlines ist seit 8. März spurlos verschwunden.

Kuala Lumpur - Das seit dem 8. März verschollene malaysische Passagierflugzeug befand sich nach Angaben der australischen Behörden im Autopilot-Modus, bis ihm der Treibstoff ausging und es abstürzte.

Das seit Anfang März verschollene Passagierflugzeug mit der Kennung MH370 muss nach neuen Erkenntnissen der Ermittler zuletzt automatisch von einem Bordcomputer gesteuert worden sein. Andernfalls hätte die Boeing über dem Indischen Ozean nicht eine so gerade Strecke fliegen können, wie die von Satelliten aufgefangenen elektronischen Signale der Maschine nahelegten, sagte Australiens Vize-Regierungschef Warren Truss am Donnerstag in Canberra.

Es sei davon auszugehen, dass jemand den Autopiloten eingeschaltet habe, sagte der Chef der australischen Transportsicherheitsbehörde, Martin Dolan. Was sich in der Maschine mit 239 Menschen an Bord nach der Abkehr von der geplanten Flugroute von Kuala Lumpur nach Peking genau abspielte, liegt bis heute im Dunkeln. Sie flog noch sieben Stunden Richtung Süden, und stürzte nach Überzeugung der Ermittler im Indischen Ozean ab, als der Treibstoff ausging.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Kuala Lumpur - Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit einer Woche verschollen. Was die Ermittlungen bisher ergaben. © AFP
8. März: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines teilt mit, der Kontakt der Boeing 777-200 zur Flugkontrolle sei kurz nach dem Start abgerissen. Das Flugzeug mit überwiegend chinesischen Passagieren war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Der Funkkontakt brach kurz vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums ab. Im Seegebiet vor Vietnam beginnt eine großangelegte multinationale Suche. © AFP
9. März: Trotz intensiver Suche mit Flugzeugen und Schiffen fehlt jede Spur von der verschwundenen Maschine. Wiederholt gibt es in den folgenden Tagen falschen Alarm. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, berichten Ermittler. Ein möglicher Terroranschlag gerät in den Blick, weil zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen europäischen Pässen kauften. © AFP
10. März: Malaysia weitet das Suchgebiet deutlich aus. Experten identifizieren einen der beiden verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde. © AFP
11. März: Die beiden verdächtigen Passagiere waren keine Terroristen. Ermittler identifizieren die Beiden als Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der malaysische Krisenstab weitet das Suchgebiet auch auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking. © AFP
12. März: Das malaysische Militär hat über dem Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei aber unklar. © AFP
13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf US-Luftfahrt- und Geheimdienstexperten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Radarkontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister dementiert den Bericht. © AFP
14. März: Das indische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Karte, auf der die Flugroute an der Stelle des letzten Radarkontakts um etwa 90 Grad abknickt. Demnach könnte die Boeing entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen sein. © AFP
15. März: Das vermisste Flugzeug flog nach dem Verschwinden vom Radar noch mindestens sieben Stunden auf einem neuen Kurs Richtung Westen. Jemand an Bord habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ die Kommunikationsgeräte abgeschaltet, berichtet der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. © AFP
16. März - Es werde nun offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus ermittelt, sagt Malaysias Polizeichef. Besatzung und Passagiere stünden verstärkt im Fokus. © picture alliance / dpa
17. März - Es läuft eine neue Suche entlang zweier Routen an, die die verschollene Maschine geflogen sein könnte. © AFP
18. März - Die Richtungsänderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im Cockpit programmiert worden, berichtet die „New York Times“. Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers ist unklar, wann genau das Kommunikationssystem der Boeing abgeschaltet wurde. Er widerruft damit frühere Aussagen. © AFP
19. März - Der US-Sender NBC berichtet, die Kursänderung sei bereits vor der verbalen Abmeldung der Piloten in den Bordcomputer eingegeben worden. Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt dementiert das. © picture alliance / dpa
20. März - Experten des australischen Geheimdienstes entdeckten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der verschollenen Boeing im Indischen Ozean. © dpa
21. März - Trotz intensiver Suche in der abgelegenen Region des Indischen Ozeans bleibt die Boeing verschollen. © dpa
22. März - Es wird bekannt, dass ein chinesischer Satellit am 18. März im Suchgebiet mögliche Wrackteile erspäht hat. © AFP
23. März - Frankreich veröffentlicht ein Satellitenbild, das vielleicht Flugzeugteile im Meer zeigt. © AFP
24. März - Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckt zwei mögliche Wrackteile. © dpa

Von dem Wrack fehlt trotz intensiver Suche jede Spur. Dabei geht es auch um die Blackbox, die technische Daten und Gespräche im Cockpit aufzeichnet. Sie könnte Hinweise darauf geben, was passierte. Die Suche soll demnächst in einer Region südlich des bisherigen Suchgebiets fortgesetzt werden, kündigte Truss an. Das Areal etwa 1800 Kilometer südwestlich der australischen Westküstenstadt Perth umfasst 60 000 Quadratkilometer. Das Meer ist dort bis zu 6000 Meter tief. Zwei Schiffe vermessen den Meeresboden gerade, um die Suche zu erleichtern. „Wir können Glück haben und das Wrack in der ersten Stunde finden, aber es kann auch zwölf Monate dauern“, sagte Truss.

Ermittler gehen seit langem von bewussten Manipulationen an Bord aus. Rund eine Stunde nach dem Start seien die Kommunikationssysteme an Bord anscheinend absichtlich abgestellt worden, hieß es schon eine Woche nach dem Verschwinden der Maschine. Das deutete auf Sabotage eines Passagiers oder Piloten hin, doch hat die Überprüfung aller Insassen bislang keinen Hinweis auf ein Motiv gebracht.

dpa

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