Malaysias Ermittler unter Druck

26 Länder suchen nach MH370

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Tausende Menschen schreiben Gebete und Wünsche für die Passagiere der verschollenen Maschine an eine Wand in Kuala Lumpur.

Kuala Lumpur - Unter dem Druck scharfer chinesischer Kritik verstärkt Malaysia die Suche nach dem verschollenen Flugzeug. Insgesamt 26 Länder helfen mittlerweile mit.

Insgesamt 26 Länder seien an der Suche nach der verschwundenen Boeing 777-200 mit 239 Menschen an Bord mittlerweile beteiligt, sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Montag in Kuala Lumpur. In China stieg unterdessen die Empörung über die malaysischen Behörden und ihren Bemühungen, das spurlose Verschwinden des Flugs MH370 am 8. März aufzuklären.

„Angesichts der heutigen Technologie riecht der Zeitverzug entweder nach Vernachlässigung von Pflichten oder einem Zögern, Informationen umfassend und rechtzeitig zu teilen. Das wäre unerträglich“, schrieb die amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar, den die Zeitungen am Montag verbreiteten.

Verkehrsminister Hussein wehrte sich später in Kuala Lumpur gegen Kritik. „Auch Malaysia vermisst auch Söhne und Töchter, 50 Malaysier waren an Bord“, sagte er vor der Presse. „Aber es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert sind.“ Unter den 239 Insassen an Bord der Maschine, die auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwand, waren mehr als 150 Chinesen.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Unterdessen lief die Suche nach der Boeing 777-200 in den beiden Flugkorridoren an, die Ermittlern als mögliche Routen errechnet hatten. 26 Länder seien beteiligt, sagte der Verkehrsminister. Regierungschef Najib Razak habe persönlich mit seinen Amtskollegen in China und Australien gesprochen. Sämtliche Länder entlang der beiden Flugrouten seien ebenfalls kontaktiert worden.

„Die Suche in diesen Korridoren hat bereits begonnen“, sagte der Minister. Ein weiterer Fachmann aus China sei zum Ermittlerteam gestoßen. Drei Experten aus Frankreich, die den Absturz einer Air France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten, seien in dem Team ebenso dabei.

Australien leitet Suche nach MH370 im Indischen Ozean

Australien hat nach Angaben von Regierungschef Tony Abbott die Koordination im südlichen Korridor über dem Indischen Ozean übernommen. Malaysias Regierungschef Najib Razak habe ihn um Hilfe gebeten: „Ich habe zugestimmt, und zusätzliche maritime Ressourcen angeboten, was er dankbar akzeptiert hat“, sagte Abbott. Nach seinen Angaben gibt es bislang keine Anzeichen, dass die Maschine australischen Luftraum durchflog.

Der südlichen Korridor zieht sich von Malaysia über Indonesien und westlich an Australien vorbei in den Indischen Ozean. Dort suchen nach Angaben des Verkehrsministers auch Schiffe und Flugzeuge aus Indonesien sowie Malaysia. Der nördliche Korridor führt weitgehend über Land: von Birma, Indien, Pakistan bis nach Kasachstan. Alle Länder seien gebeten, ihre Radaraufzeichnungen nach möglichen Sichtungen der Boeing durchzugehen.

Malaysia trage unvermeidlich Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, der Triebwerkshersteller Rolls Royce und die „Geheimdienst-Supermacht USA“ hätten „bessere Arbeit leisten sollen“, hieß es im Xinhua-Kommentar. Dass die neuen Erkenntnisse nur mit „schmerzhafter“ Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt aufgerieben habe, beklagte die Staatsagentur.

Airline: Letzte Worte sprach Ko-Pilot

Indes wurde bekannt, dass die letzten Worte aus dem Cockpit nach Erkenntnissen der Fluggesellschaft der Ko-Pilot gesprochen hat. Der Gruß "In Ordnung, gute Nacht" sei ersten Ermittlungen zufolge von Fariq Abdul Hamid gekommen, sagte der Chef von Malaysian Airlines am Montag vor Journalisten. Diese letzten, ruhig klingenden Worte wurden übermittelt, nachdem das Kommunikationssystem ACARS manuell abgeschaltet worden war.

Die Boeing war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking eine Stunde nach dem Start vom Radar der zivilen Luftfahrtbehörde verschwunden und ist seitdem spurlos verschwunden. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen. Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter.

dpa

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