Änderungen geplant

MH370-Rätsel: Malaysia fordert totale Überwachung

Kuala Lumpur - Vor zwei Monaten verschwindet ein Flugzeug spurlos. Bis heute fehlt von der Boeing jede Spur. Wie ist so etwas künftig zu verhindern? Malaysias Regierungschef macht Vorschläge.

Zwei Monate nach dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 hat sich Malaysias Regierungschef Najib Razak für eine lückenlose Überwachung von Flugzeugen am Himmel ausgesprochen. Im „Wall Street Journal“ schlug Najib am Mittwoch vor, die Position der Maschinen während der gesamten Flugroute zu registrieren. Außerdem sollten Kommunikationssysteme an Bord nicht abschaltbar sein.

MH370 der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Es dauerte zwei Wochen, bis klar war, dass die Maschine noch stundenlang weiterflog, allerdings Richtung Süden. Keines der Kommunikationssysteme an Bord funktionierte mehr. Ob sie absichtlich ausgestellt wurden oder ein technischer Defekt vorlag, weiß niemand. Es liegt immer noch völlig im Dunkeln, was sich an Bord abgespielt hat. Die Boeing dürfte im Indischen Ozean abgestürzt sein, als das Benzin ausging. Bis heute fehlt aber jede Spur von dem Wrack.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Kuala Lumpur - Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit einer Woche verschollen. Was die Ermittlungen bisher ergaben. © AFP
8. März: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines teilt mit, der Kontakt der Boeing 777-200 zur Flugkontrolle sei kurz nach dem Start abgerissen. Das Flugzeug mit überwiegend chinesischen Passagieren war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Der Funkkontakt brach kurz vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums ab. Im Seegebiet vor Vietnam beginnt eine großangelegte multinationale Suche. © AFP
9. März: Trotz intensiver Suche mit Flugzeugen und Schiffen fehlt jede Spur von der verschwundenen Maschine. Wiederholt gibt es in den folgenden Tagen falschen Alarm. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, berichten Ermittler. Ein möglicher Terroranschlag gerät in den Blick, weil zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen europäischen Pässen kauften. © AFP
10. März: Malaysia weitet das Suchgebiet deutlich aus. Experten identifizieren einen der beiden verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde. © AFP
11. März: Die beiden verdächtigen Passagiere waren keine Terroristen. Ermittler identifizieren die Beiden als Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der malaysische Krisenstab weitet das Suchgebiet auch auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking. © AFP
12. März: Das malaysische Militär hat über dem Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei aber unklar. © AFP
13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf US-Luftfahrt- und Geheimdienstexperten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Radarkontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister dementiert den Bericht. © AFP
14. März: Das indische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Karte, auf der die Flugroute an der Stelle des letzten Radarkontakts um etwa 90 Grad abknickt. Demnach könnte die Boeing entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen sein. © AFP
15. März: Das vermisste Flugzeug flog nach dem Verschwinden vom Radar noch mindestens sieben Stunden auf einem neuen Kurs Richtung Westen. Jemand an Bord habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ die Kommunikationsgeräte abgeschaltet, berichtet der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. © AFP
16. März - Es werde nun offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus ermittelt, sagt Malaysias Polizeichef. Besatzung und Passagiere stünden verstärkt im Fokus. © picture alliance / dpa
17. März - Es läuft eine neue Suche entlang zweier Routen an, die die verschollene Maschine geflogen sein könnte. © AFP
18. März - Die Richtungsänderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im Cockpit programmiert worden, berichtet die „New York Times“. Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers ist unklar, wann genau das Kommunikationssystem der Boeing abgeschaltet wurde. Er widerruft damit frühere Aussagen. © AFP
19. März - Der US-Sender NBC berichtet, die Kursänderung sei bereits vor der verbalen Abmeldung der Piloten in den Bordcomputer eingegeben worden. Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt dementiert das. © picture alliance / dpa
20. März - Experten des australischen Geheimdienstes entdeckten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der verschollenen Boeing im Indischen Ozean. © dpa
21. März - Trotz intensiver Suche in der abgelegenen Region des Indischen Ozeans bleibt die Boeing verschollen. © dpa
22. März - Es wird bekannt, dass ein chinesischer Satellit am 18. März im Suchgebiet mögliche Wrackteile erspäht hat. © AFP
23. März - Frankreich veröffentlicht ein Satellitenbild, das vielleicht Flugzeugteile im Meer zeigt. © AFP
24. März - Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckt zwei mögliche Wrackteile. © dpa

Nach einer Wartungspause war das unbemannte U-Boot Bluefin-21 am Dienstag mehr als 1000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste erstmals wieder im Einsatz. Es musste allerdings wegen eines Kommunikationsproblems nach zwei Stunden wieder auftauchten, wie das Koordinationszentrum für die Suche mitteilte. An dem Problem wurde am Mittwoch noch gearbeitet.

Najib schlug weiter Änderungen an der Blackbox vor: sie sollte nicht nur zwei, sondern 24 Stunden Gespräche im Cockpit aufzeichnen. Der Peilsender der Blackbox, sollte statt 30 Tagen 90 Tage Signale funken, um das Auffinden leichter zu machen. Malaysia war nach dem Verschwinden des Flugzeugs wegen schleppender und teils widersprüchlicher Informationen scharf kritisiert worden, vor allem aus China. Zweidrittel der Menschen an Bord waren Chinesen. Seine Regierung habe anfangs nicht alles richtig gemacht, räumte Najib ein, sie habe aber ihre Bestes unter „fast unmöglichen Umständen“ gegeben.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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