In über 4500 Metern Tiefe

MH370: U-Boot-Sucheinsatz ohne Erfolg

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Bluefin geht auf Tauchstation.

Perth - Die U-Boot-Suche nach dem verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug ist endlich richtig im Gange: Beim dritten Versuch klappte der Einsatz wie vorgesehen.

Das unbemannte Bluefin-21 suchte den Meeresboden im Indischen Ozean an der vermuteten Absturzstelle nach Anzeichen von Wrackteilen über rund 16 Stunden ab, wie das Koordinationszentrum für die Suche am Donnerstag in Perth mitteilte. Die Daten, die das Boot eingesammelt hatte, wurden an Bord des Schiffes „Ocean Shield“ ausgewertet. Die beiden ersten Einsätze des U-Boots waren aus technischen Gründen vorzeitig abgebrochen worden.

Mit dem Unterwasserfahrzeug wollen die Ermittler endlich dem Schicksal von Flug MH370 auf die Spur kommen. Die Boeing hatte am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking eine abrupte Kehrtwende gemacht und war ohne Kontakt zu irgendeiner Luftraumkontrolle stundenlang Richtung Süden geflogen. An Bord waren 239 Menschen. Die Ermittler glauben, dass sie rund 2000 Kilometer nordwestlich von Perth an der australischen Westküste ins Meer stürzte, als der Treibstoff ausging. Bislang wurde aber trotz intensiver Suche kein einziges Treibgutteil im Meer gefunden, das zu der Maschine gehörte.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Kuala Lumpur - Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit einer Woche verschollen. Was die Ermittlungen bisher ergaben. © AFP
8. März: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines teilt mit, der Kontakt der Boeing 777-200 zur Flugkontrolle sei kurz nach dem Start abgerissen. Das Flugzeug mit überwiegend chinesischen Passagieren war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Der Funkkontakt brach kurz vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums ab. Im Seegebiet vor Vietnam beginnt eine großangelegte multinationale Suche. © AFP
9. März: Trotz intensiver Suche mit Flugzeugen und Schiffen fehlt jede Spur von der verschwundenen Maschine. Wiederholt gibt es in den folgenden Tagen falschen Alarm. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, berichten Ermittler. Ein möglicher Terroranschlag gerät in den Blick, weil zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen europäischen Pässen kauften. © AFP
10. März: Malaysia weitet das Suchgebiet deutlich aus. Experten identifizieren einen der beiden verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde. © AFP
11. März: Die beiden verdächtigen Passagiere waren keine Terroristen. Ermittler identifizieren die Beiden als Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der malaysische Krisenstab weitet das Suchgebiet auch auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking. © AFP
12. März: Das malaysische Militär hat über dem Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei aber unklar. © AFP
13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf US-Luftfahrt- und Geheimdienstexperten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Radarkontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister dementiert den Bericht. © AFP
14. März: Das indische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Karte, auf der die Flugroute an der Stelle des letzten Radarkontakts um etwa 90 Grad abknickt. Demnach könnte die Boeing entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen sein. © AFP
15. März: Das vermisste Flugzeug flog nach dem Verschwinden vom Radar noch mindestens sieben Stunden auf einem neuen Kurs Richtung Westen. Jemand an Bord habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ die Kommunikationsgeräte abgeschaltet, berichtet der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. © AFP
16. März - Es werde nun offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus ermittelt, sagt Malaysias Polizeichef. Besatzung und Passagiere stünden verstärkt im Fokus. © picture alliance / dpa
17. März - Es läuft eine neue Suche entlang zweier Routen an, die die verschollene Maschine geflogen sein könnte. © AFP
18. März - Die Richtungsänderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im Cockpit programmiert worden, berichtet die „New York Times“. Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers ist unklar, wann genau das Kommunikationssystem der Boeing abgeschaltet wurde. Er widerruft damit frühere Aussagen. © AFP
19. März - Der US-Sender NBC berichtet, die Kursänderung sei bereits vor der verbalen Abmeldung der Piloten in den Bordcomputer eingegeben worden. Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt dementiert das. © picture alliance / dpa
20. März - Experten des australischen Geheimdienstes entdeckten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der verschollenen Boeing im Indischen Ozean. © dpa
21. März - Trotz intensiver Suche in der abgelegenen Region des Indischen Ozeans bleibt die Boeing verschollen. © dpa
22. März - Es wird bekannt, dass ein chinesischer Satellit am 18. März im Suchgebiet mögliche Wrackteile erspäht hat. © AFP
23. März - Frankreich veröffentlicht ein Satellitenbild, das vielleicht Flugzeugteile im Meer zeigt. © AFP
24. März - Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckt zwei mögliche Wrackteile. © dpa

Das Koordinationszentrum wies Berichte zurück, dass die U-Boot-Suche womöglich sechs Wochen dauern könnte. Die US-Marine habe die in der vergangenen Woche aufgefangenen akustischen Signale, die womöglich von der Blackbox des Flugzeugs stammten, weiter analysiert und die mögliche Absturzstelle noch einmal deutlich eingeengt. Wie lange das Bluefin eingesetzt werden soll, teilte das Zentrum nicht mit. Insgesamt hat das Boot bis Donnerstag 90 Quadratkilometer Boden abgesucht.

Nach Angaben des Zentrums wurde inzwischen geklärt, dass das Bluefin mit relativ geringem Risiko auch tiefer als 4500 Meter tauchen kann. Diese eigentlich programmierte Grenze hatte am Montag dazu geführt, dass das Boot vorzeitig wieder auftauchte, nachdem sich herausstellte, dass das Meer an der Suchstelle tiefer ist. Inzwischen wurde es umprogrammiert.

Ein Ölfilm, der vergangene Woche in der Nähe der vermuteten Absturzstelle entdeckt worden war, erwies sich als Enttäuschung: Eine Analyse habe ergeben, das er nicht von einem Flugzeug stammen könne, teilte das Zentrum mit.

dpa

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