Zwischenbericht kommt am Sonntag

MH370-Katastrophe: Fluglinie zieht Konsequenzen

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Ein Künstler hat auf einem Pausenhof in Manila ein Bild des Flugs MH370 gemalt.

Canberra/Peking - Als Konsequenz aus dem Verschwinden von Flug MH370 hat Malaysia Airlines (MAS) eine bessere Überwachung ihrer Maschinen eingeführt.

Mehrere Maschinentypen übermittelten inzwischen alle zehn Minuten automatisch Flugdaten, sagte MAS-Chef Ahmad Jauhari Yahya der heimischen staatlichen Nachrichtenagentur Bernama am Samstag. MH370 verschwand vor genau einem Jahr, am 8. März 2014, mit 239 Menschen an Bord. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.

Die UN-Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO) hatte im Februar einen 15-minütigen Takt für Ortungssignale empfohlen, der ab November 2016 verbindlich sein soll. Bislang sind über Ozeanen teils Meldungen nur einmal pro Stunde üblich. „Das ist die größte Lektion, die wir gelernt haben: Wir müssen unsere Flugzeuge besser überwachen und wissen, wo sie sich befinden“, sagte Jauhari.

Neuer MH370-Bericht wird Sonntag veröffentlicht

Die neuesten Erkenntnisse zum Verschwinden von Malaysia-Airlines-Flug MH370 werden an diesem Sonntag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur veröffentlicht. Das kündigte das Transportministerium am Samstag an. Das Material stehe ab 8.00 Uhr MEZ auf der Webseite des Ministeriums zur Verfügung. Es hatte den neuen Zwischenbericht zunächst bereits für Samstag angekündigt.

Mitarbeiter der Behörde für Zivilluftfahrt hatten Erwartungen im Vorfeld gedämpft. Es handelt sich um einen Routine-Bericht. Die UN-Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO) schreibe bei nicht abgeschlossenen Unfalluntersuchungen eine periodische Veröffentlichung von Zwischenberichten jeweils zum Jahrestag des Unglücks vor.

Die Maschine der Malaysia Airlines war mit 239 Menschen an Bord am 8. März 2014 verschwunden. Bis heute ist unklar, was mit der Boeing 777 passiert ist. Ermittler glauben, dass ein Pilot die abrupten Kursänderungen nach dem letzten Radarkontakt und das Abschalten der Kommunikationssysteme veranlasst haben muss.

Australien verspricht: Suche nach MH370 geht weiter

In dem internationalen Team arbeiteten Unfallexperten aus den USA, Großbritannien, China, Frankreich, Australien sowie vom Hersteller Boeing und von der britischen Satellitenfirma Inmarsat, die die letzten Satellitenkontakte zur Maschine aufzeichnete.

Die Suche nach MH370 geht auch ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden des Flugzeugs unvermindert weiter. „Unsere Entschlossenheit, Antworten zu finden, ist unerschütterlich“, sagte der für die Luftfahrt zuständige stellvertretende australische Regierungschef Warren Truss am Samstag in der Hauptstadt Canberra. Premierminister Tony Abbott hatte Angehörige diese Woche mit dem Hinweis aufgeschreckt, er könne nicht versprechen, dass die Suche mit gleicher Intensität unbegrenzt weitergehe.

Auch der malayische Verkehrsminister Liow Tiong Lai sagte am Samstag in Kuala Lumpur, es werde weiterhin alles versucht, um die Hintergründe des Unglücks aufzuklären.

Die Australier koordinieren die Suche nach dem Wrack mit ferngesteuerten Sonar-Geräten. Die vermutete Absturzzone erstreckt sich in einem Korridor von Südwest nach Nordost, etwa 93 Kilometer breit und 650 Kilometer lang. Sie soll bis Mai abgeschlossen sein.

Angehörige haben Angst vor Repressionen

In China haben einige Angehörige der MH370-Insassen Angst, zum Jahrestag des Verschwindens der Boeing auf die Straße zu gehen. Eine ursprünglich geplante Protestkundgebung vor der Malaysischen Botschaft werde vermutlich nicht stattfinden, sagten mehrere Angehörige am Samstag. Wegen der in Peking stattfindenden Jahrestagung des Volkskongresses sei die Polizei derzeit sehr streng. Deshalb würden sie vermutlich im Stillen an ihre Familienmitglieder und Freunde denken und auf einen öffentlichen Protest verzichten.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Kuala Lumpur - Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit einer Woche verschollen. Was die Ermittlungen bisher ergaben. © AFP
8. März: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines teilt mit, der Kontakt der Boeing 777-200 zur Flugkontrolle sei kurz nach dem Start abgerissen. Das Flugzeug mit überwiegend chinesischen Passagieren war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Der Funkkontakt brach kurz vor Erreichen des vietnamesischen Luftraums ab. Im Seegebiet vor Vietnam beginnt eine großangelegte multinationale Suche. © AFP
9. März: Trotz intensiver Suche mit Flugzeugen und Schiffen fehlt jede Spur von der verschwundenen Maschine. Wiederholt gibt es in den folgenden Tagen falschen Alarm. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass das Flugzeug vor dem Verschwinden umgekehrt sei, berichten Ermittler. Ein möglicher Terroranschlag gerät in den Blick, weil zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen europäischen Pässen kauften. © AFP
10. März: Malaysia weitet das Suchgebiet deutlich aus. Experten identifizieren einen der beiden verdächtigen Passagiere. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass auf die Boeing 777-200 ein Anschlag verübt wurde. © AFP
11. März: Die beiden verdächtigen Passagiere waren keine Terroristen. Ermittler identifizieren die Beiden als Iraner, die mit gestohlenen Pässen nach Europa gelangen wollten. Der malaysische Krisenstab weitet das Suchgebiet auch auf die Meerenge von Malakka vor der Westküste Malaysias aus. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking. © AFP
12. März: Das malaysische Militär hat über dem Andamanischen Meer vor der Westküste Malaysias 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei aber unklar. © AFP
13. März: Das „Wall Street Journal“ meldet unter Berufung auf US-Luftfahrt- und Geheimdienstexperten, die Maschine sei noch Stunden nach dem letzten Radarkontakt weitergeflogen. Malaysias Verkehrsminister dementiert den Bericht. © AFP
14. März: Das indische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Karte, auf der die Flugroute an der Stelle des letzten Radarkontakts um etwa 90 Grad abknickt. Demnach könnte die Boeing entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen sein. © AFP
15. März: Das vermisste Flugzeug flog nach dem Verschwinden vom Radar noch mindestens sieben Stunden auf einem neuen Kurs Richtung Westen. Jemand an Bord habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ die Kommunikationsgeräte abgeschaltet, berichtet der malaysische Ministerpräsident Najib Razak. © AFP
16. März - Es werde nun offiziell wegen Sabotage, Entführung und Terrorismus ermittelt, sagt Malaysias Polizeichef. Besatzung und Passagiere stünden verstärkt im Fokus. © picture alliance / dpa
17. März - Es läuft eine neue Suche entlang zweier Routen an, die die verschollene Maschine geflogen sein könnte. © AFP
18. März - Die Richtungsänderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit im Cockpit programmiert worden, berichtet die „New York Times“. Nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers ist unklar, wann genau das Kommunikationssystem der Boeing abgeschaltet wurde. Er widerruft damit frühere Aussagen. © AFP
19. März - Der US-Sender NBC berichtet, die Kursänderung sei bereits vor der verbalen Abmeldung der Piloten in den Bordcomputer eingegeben worden. Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt dementiert das. © picture alliance / dpa
20. März - Experten des australischen Geheimdienstes entdeckten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der verschollenen Boeing im Indischen Ozean. © dpa
21. März - Trotz intensiver Suche in der abgelegenen Region des Indischen Ozeans bleibt die Boeing verschollen. © dpa
22. März - Es wird bekannt, dass ein chinesischer Satellit am 18. März im Suchgebiet mögliche Wrackteile erspäht hat. © AFP
23. März - Frankreich veröffentlicht ein Satellitenbild, das vielleicht Flugzeugteile im Meer zeigt. © AFP
24. März - Die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs entdeckt zwei mögliche Wrackteile. © dpa

dpa/AFP

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