Michigan

Nur Tage nach Amoklauf an Schule: Republikaner postet Familienfoto mit Waffen

Die Familie von Thomas Massie fröhlich vereint vor eine Weihnachtsbaum – und mit Waffen.
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Die Familie von Thomas Massie fröhlich vereint vor eine Weihnachtsbaum – und mit Waffen. (Screenshot)

Nur wenige Tagen nachdem ein 15-Jähriger vier Jugendliche im US-Bundesstaat Michigan erschießt, postet ein Kongressabgeordneter ein fragwürdiges Foto.

Update vom Montag, 06.12.2021, 9.00 Uhr: Wenige Tage nach dem bewaffneten Angriff eines 15-Jährigen auf seine Highschool im US-Bundesstaat Michigan sorgt ein republikanischer Kongress-Abgeordneter in den USA für Aufsehen. Denn Thomas Massie aus dem US-Bundesstaat Kentucky hat ein äußerst fragwürdiges Foto auf Twitter geteilt, dass ihn im Kreise seiner Familie vor einem Weihnachtsbaum zeigt. So weit, so gut. Doch ein Detail auf dem Bild lässt den Betrachtenden stutzig werden.

Der Grund: Sowohl Massie, als auch seine Frau und seine fünf Kinder halten alle eine Waffe in der Hand. Versehen ist das Foto mit den Worten: „Frohe Weihnachten! ps. Santa, bitte bring Munition.“ Nur wenige Tage nach den tödlichen Schüssen an einer Highschool in den USA sorgte das Bild für viel Kritik. Bei dem bewaffneten Angriff starben vier Schüler:innen, sieben Personen wurden verletzt. Der 15 Jahre alte Angreifer hatte die Waffe seines Vaters genutzt.

Michigan (USA): Zuspruch von Konservativen

Fred Guttenberg, dessen Tochter 2018 bei einem Angriff an der Parkland Highschool im US-Bundesstaat Florida ums Leben kam, antwortete direkt unter den Tweet von des republikanischen Kongressabgeordneten Massie. „Weil wir Familienfotos teilen, hier sind meine. Das eine ist das letzte Bild, was ich jemals von Jaime gemacht habe, das andere ist wo sie aufgrund der Parkland-Schüsse begraben ist“, schreibt er. Dazu stellt er ein Foto seiner Tochter und eines ihres Grabsteins.

Doch zwischen all die kritischen Antworten mischt sich auch Zuspruch – vor allem von konservativer Seite. Der Waffenrechts-Aktivist Lauren Boebert twitterte beispielsweise: „Das ist eine Weihnachtskarte nach meinem Geschmack“, der Republikaner Jose Castillo schrieb: „All I want for Christmas is...mehr gewählte Vertreter wie Thomas Massie.“

Michigan (USA): Eltern des Todesschützen beteuern ihre Unschuld

+++ 05.12.2021, 10.25 Uhr: Nach dem bewaffneten Angriff eines 15-Jährigen auf seine Highschool im US-Bundesstaat Michigan stehen auch die Eltern des Angreifers vor Gericht. Beiden wird vierfache fahrlässige Tötung vorgeworfen, nachdem ihr Sohn Ethan am Dienstag (30.11.2021) mit einer halbautomatischen Waffe Mitschüler:innen und Beschäftigte der Schule angegriffen hatte. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme hätten sich noch immer 18 Runden Munition in der Waffe des Jugendlichen befunden, sagte der zuständige Polizeichef Sheriff Michael Bouchard im Interview mit dem US-Fernsehsender MSNBC.

Da der 15-Jährige nach der Rechtslage des Staats Michigan keinen Zugriff auf Waffen hätte haben dürfen, müssen sich auch dessen Eltern vor Gericht verantworten. Beide wurden nach ihrem Untertauchen nach der Tat festgenommen. Während die Rechtsbeistände der Eltern beteuerten, die Waffe sei so aufbewahrt worden, dass der Jugendliche keinen Zugriff darauf gehabt hätte, sagt die Polizei das Gegenteil: „Es spricht nichts dafür, dass die Waffe eingeschlossen war - absolut gar nichts“, so Bouchard.

Nach Amoklauf in Michigan: Eltern des Todesschützen plädieren auf „nicht schuldig“

In Haft zeigten die Eltern genau wie der Schütze bislang keine Reue, sagte Bouchard in dem Fernsehinterview. Alle drei seien getrennt untergebracht und hätten keine Möglichkeit sich abzusprechen. Mit der Polizei werde nur das nötigste gesprochen. In Ausschnitten einer Gerichtsanhörung über ein Online-Videosystem, die veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie die Mutter beim Verlesen der Anklagepunkte zwar in Tränen ausbricht. Beide Eltern plädierten in der Anhörung dennoch in allen Anklagepunkten auf „nicht schuldig“.

In seinem Fernsehinterview mit dem Sender MSNBC machte Polizeivertreter Bouchard auch indirekt die Schule mitverantwortlich, dass die Tat nicht verhindert wurde. Man sende seit vielen Jahren die Botschaft an Schulen, dass es wichtig sei, bei begründeten Verdachtsfällen die Polizei hinzuzuziehen. Das sei in diesem Fall leider nicht geschehen. Da es Hinweise gegeben hatte, dass der Schütze gewalttätig werden könnte, waren die Eltern wenige Stunden vor dem Vorfall zum Elterngespräch an der Schule, zogen aber keine Konsequenzen aus dem Gespräch.

Eltern des Todesschützen von Michigan: Wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt

+++ 15.04 Uhr: Die Eltern des Todesschützen Ethan Crumbley, Jennifer und James Crumbley, sind offenbar schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Laut Online-Aufzeichnungen der Gemeinde Duval County, Florida, wurden beide am 12. Februar 2005 wegen Alkohol am Steuer angeklagt und wurden jeweils mit einer Geldstrafe von 652 US-Dollar belegt. James Crumbley wurde darüber hinaus von der Atlantic Beach Police Department festgenommen, weil er trotz eines entzogenen Führerscheins Auto fuhr und gleichzeitig eine „unangemessene Marke“ trug. Dafür zahlte er eine Geldstrafe von mehr als 200 Dollar.

Im Jahr 2003, wurde Jennifer Crumbley beschuldigt, einen ungedeckten Scheck über 150 US-Dollar ausgestellt zu haben, der Fall wurde später abgewiesen. Sie beging das gleiche Vergehen allerdings auch im Jahr 2004, den Aufzeichnungen zufolge wurde sie damals zu einer Geldstrafe von 240 US-Dollar verurteilt. Unterdessen geriet James auch in rechtliche Schwierigkeiten. Grund dafür waren unterlassene Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau, mit der er den 18-jährigen Sohn Eli, Ethans Halbbruder, hat, berichtet The Daily Beast.

Tausende Menschen haben sich zu einer Mahnwache versammelt, nachdem am 30. November 2021 ein 15-Jähriger an der Oxford High School vier Schüler getötet und mehrere weitere verletzt hatte.

Michigan (USA): Polizei verhaftet Eltern des Todesschützen nach Fluchtversuch

+++ Update, 09.35 Uhr: Die US-Polizei meldet die Festnahme der Eltern des Todesschützen von Oxford. Wie unter anderem CNN berichtet, hielt sich das Paar in einem Industriegebäude in der Innenstadt von Detroit versteckt. Aufmerksam geworden waren die Behörden auf das Gebäude durch das Fahrzeug der Eltern, das davor geparkt war.

Ein Anwalt der Eltern hatte in der Zwischenzeit Kontakt mit der Polizei aufgenommen. Laut ihm hätten die Beiden die Stadt „zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen“ und befänden sich nicht auf der Flucht.

USA: Eltern des Todesschützen auf der Flucht - FBI leitet Fahndung ein

+++ Update, 09.10 Uhr: Die Eltern des 15-jährigen Todesschützen von Oxford sind weiter auf der Flucht. Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN haben sie ihre Mobiltelefone ausgeschaltet und 4.000 Dollar von einem Bankautomaten in Rochester Hills (Michigan) abgehoben. Seitdem fehlt jede Spur von den Beiden. Polizei und FBI haben bereits eine Fahndung eingeleitet.

Rochester Hills im Bundesstaat Michigan liegt etwa 25 Kilometer von Oxford entfernt. Dort hatte der 15 Jahre alte Sohn des Paares am Dienstag vier Mitschüler in einer Schule erschossen. Der Junge befindet sich in Polizeigewahrsam. Er ist wegen vierfachen Mordes angeklagt. Auch gegen seine Eltern wurde eine Klage wegen fahrlässiger Tötung erhoben.

USA: Polizei-Einheiten vor dem Haus der flüchtigen Eltern des Todesschützen von Oxford, Michigan.

USA: Eltern des Todesschützen von Oxford entziehen sich der Festnahme

Erstmeldung: Michigan - Vier Menschen hatte der erst 15 Jahre alte Junge an einer Schule erschossen. Die Tat hatte die USA* und die Welt erschüttert. Kurz nach der Festnahme des Jungen hatten die US-Behörden auch Anklage gegen die Eltern erhoben. Die Justiz wirft Jennifer und James Crumbley fahrlässige Tötung in vier Fällen vor. Das teilte die zuständige Staatsanwältin Karen McDonald am Freitag mit. Doch die Eltern entzogen sich der Festnahme und befinden sich aktuell auf der Flucht vor der Polizei.

Nach derzeitigem Kenntnisstand war es der Vater des Jungen, der gemeinsam mit ihm die Tatwaffe vier Tage vor dem Amoklauf gekauft hatte. Die Mutter des Täters soll die Waffe, eine halbautomatische Pistole, auf Online-Plattformen als „Weihnachtsgeschenk“ für ihren Sohn bezeichnet haben, wie Staatsanwältin McDonald weiter sagte.

Michigan: Eltern des Todesschützen von Oxford auf der Flucht

Nun ist er gemeinsam mit seiner Frau untergetaucht. Der Aufenthaltsort der Eltern des Todesschützen von Michigan ist nicht bekannt. An der Fahndung nach den beiden Personen ist neben den örtlichen Polizeikräften auch die Bundespolizei FBI beteiligt. „Wir werden sie bald in Gewahrsam haben“, sagte der Sheriff des Landkreises Oakland County, Michael Bouchard laut der Nachrichtenagentur AFP. „Sie können sich nicht ihrer Verantwortung in dieser Tragödie entziehen.“

Der 15 Jahre alte Sohn des Paars hatte an seiner Schule in der nördlich von Detroit gelegenen Kleinstadt Oxford am Dienstag das Feuer auf seine Mitschüler eröffnet. Er tötete dabei vier Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren und verletzte sieben weitere Menschen. Nach dem Angriff ließ sich der Junge ohne Widerstand festnehmen und wurde in der Folge unter anderem wegen vierfachen Mordes und Terrorismus angeklagt. Dem Teenager soll nach dem Erwachsenenstrafrecht der Prozess gemacht werden. Ihm droht lebenslange Haft.

Das Haus der flüchtigen Eltern des Todesschützen von Oxford, Michigan (USA).

Amoklauf in Michigan: Zahlreiche Hinweise wurden von Eltern ignoriert

Dem Stand der Ermittlungen zufolge hatte es bereits mehrfach verdächtige Anzeichen im Verhalten des Jungen gegeben. So wurde der 15-Jährige gemeinsam mit seinen Eltern von der Schulleitung zu einem Gespräch zitiert, weil auf seinem Pult Zeichnungen mit Gewaltfantasien entdeckt worden waren. „Die Gedanken hören nicht auf. Helft mir“, war neben einem Bild von einer Pistole zu lesen. Zudem hatte Crumbley eine Patrone und eine Leiche gezeichnet, zusammen mit der Botschaft: „Mein Leben ist nutzlos“.

Das Gespräch fand am Tag des Amoklaufs statt. Die Eltern weigerten sich aber, ihren Sohn nach Hause zu bringen. Der 15-Jährige kehrte daraufhin in den Unterricht zurück. Später holte er dann auf der Schultoilette die Pistole heraus, die er in seinem Rucksack versteckt hatte, und eröffnete das Feuer. Nach Angaben der Polizei hatte der 15-Jährige am Abend vor der Tat ein Video auf seinem Handy aufgenommen, in dem die Attacke für den nächsten Tag ankündigte.

Anklage gegen Eltern des Todesschützen von Oxford erhoben

„Die Vorstellung, dass Eltern diese Worte lesen und gleichzeitig wissen, dass ihr Sohn Zugang zu einer tödlichen Waffe hatte, die sie ihm gegeben haben, ist unerhört und ich denke, es ist kriminell“, sagte Staatsanwältin McDonald. Sie warf den Eltern auch vor, nicht überprüft zu haben, ob der Teenager die Waffe bei sich hatte.

Mit der Anklage gegen James und Jennifer Crumbley sollen nach Angaben der Staatsanwältin „jene zur Verantwortung gezogen werden, die zu dieser Tragödie beigetragen haben, und es soll eine Botschaft an Waffenbesitzer ausgesandt werden, dass sie eine Verantwortung haben“. (dil/afp)

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