Zu warm: Mildes Wetter bringt Probleme für Pollenallergiker

Offenbach. Normalerweise genießen Pollenallergiker von November bis Januar eine beschwerdefreie Zeit. Der warme Dezember führt für sie aber früher und stärker als üblich zu einer Belastung durch Pollenflug. Er könnte ihnen bald zu schaffen machen.

In der Zeit vor Weihnachten können Allergiker normalerweise durchschnaufen: Die Pollenflugsaison endet gewöhnlich im Oktober und setzt in der Regel wieder im Februar ein, wenn Erle und die Hasel zu blühen beginnen.

Doch in diesem Jahr könnte die beschwerdefreie Zeit besonders kurz ausfallen. Aufgrund des zuletzt vergleichsweise milden Wetters an Rhein, Main, Fulda und Lahn ist mit einer früheren Blüte zu rechnen. Derzeit gebe es zwar noch keine Hinweise auf einen Pollenflug, sagt Christina Endler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Doch das könnte sich bald ändern: "Nach derzeitigem Stand ist kein Wintereinbruch in Sicht, so dass nicht auszuschließen ist, dass bereits zu Weihnachten die ersten Pollen fliegen."

Bereits der November sei mit einer Lufttemperatur, die um 3,5 Grad höher war als im Zeitraum 1961-1990, der wärmste seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen gewesen. Und auch die nächsten Tage versprechen milde Temperaturen in Hessen.

Die Werte steigen laut DWD am Montag auf sechs bis neun Grad, im Bergland auf 3 bis 6 Grad. In der Nacht zum Dienstag sinken die Temperaturen auf 4 bis 2 Grad. Am Dienstag werden im Tagesverlauf ähnliche Werte wie am Montag erwartet, und auch die Nacht zum Mittwoch bleibt voraussichtlich frostfrei.

"Die Blüte setzt in der Regel erst dann ein, wenn die Pflanze eine längere Kälteperiode durchlebt hat", erklärt Endler. "In dieser Zeit verbleiben auch die Blütenknospen in einer Ruhephase. Danach entscheidet der Witterungscharakter über die weitere Entwicklung." So könnten Wärme und länger werdende Tage eine rasche Weiterentwicklung der Pflanze auslösen. Um Weihnachten setze sich oft ein milder Witterungsabschnitt durch, der mitunter auch die Freisetzung von Pollen fördere.

"Dass die Blüte von Hasel oder Erle bereits im Dezember einsetzt, ist deshalb nicht unüblich", sagt Endler. Nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen in Hamburg gibt es in Deutschland knapp zehn Millionen Pollenallergiker. Andere Schätzungen gehen sogar von einer Zahl von bis zu 15 Millionen Betroffenen aus.

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.