Kampagne für junge Generation

Millionen Klicks für Internetvideo: Edeka ist „supergeil“

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Alles supergeil und supersexy: Der Berliner Künstler Friedrich Liechtenstein bewirbt in einem Internetvideo Edeka-Produkte. Auf dem Bild badet er in Milch.  

Die Internet-Kampagne von Edeka ist genial, witzig und überraschend. Vor allem aber ist sie eines: supergeil. Mit einem gleichnamigen Video hat der Lebensmittelkonzern einen Volltreffer auch außerhalb der Netzgemeinde gelandet.

In dem werden weniger die einzelnen Produkte der Lebensmittelkette in den Vordergrund gerückt, sondern ein älterer, bärtiger Mann: Der Berliner Künstler Friedrich Liechtenstein tanzt singend zwischen den Regalen entlang und findet alles supergeil: den Dorsch, die Fritten, ja selbst das Toilettenpapier. „Liechtenstein ist ein charmanter und ungewöhnlicher Edeka-Eigenmarken-Markenbotschafter“, heißt es von Seiten Edekas zu dem Puppenspieler und Theaterregisseur.

Als Werbung soll der Spot dabei nur bedingt fungieren: „Das Video ist eine musikalische Begegnung mit den Eigenmarken von Edeka“, erklärt Kerstin Hastedt vom Unternehmen unserer Zeitung. „Ziel war es, die Vielfalt der Edeka-Eigenmarken auf humorvolle Weise an ein jüngeres Publikum zu kommunizieren.“

Das ist gelungen: Auf der Internetplattform Youtube wurde das Video bereits knapp fünf Millionen Mal angesehen, selbst in Amerika ist es ein Hit: Auf dem Internetportal Buzzfeed, welches unterhaltsame Angebote aus dem Netz witzig aufbereitet, wurde das Video als die herrlichste Kampagne betitelt.

Internet als Kanal nutzen

„Ich gratuliere der Agentur Jung von Matt zu diesem großartigen Erfolg“, sagt Bernd Heusinger. Der 50-Jährige ist Gründer und Kreativchef der Werbeagentur Zum goldenen Hirschen und ist sich sicher: „Das Video stimmt mit dem überein, was Edeka will“ – nämlich ein jüngeres Publikum erreichen. Geschehen ist das über den Kanal Internet, der vor allem beim jüngeren Publikum bei spannenden Spots zum Ziel führt.

Hier gibt es die Videos:

- Jaguars Antwort auf Mercedes

- Das Huhn von Mercedes

- DHL führt UPS vor

- Edeka ist "supergeil"

„Heutzutage ist es über die unterschiedlichen Kommunikationswege möglich, passgenau und ohne allzu große Überlappungen verschiedene Zielgruppen zu erreichen“, sagt Heusinger. Jeder Kanal kann mit einer auf sie zugeschnittenen Kampagne bespielt werden. Das Internet hat dabei einen weiteren Vorteil: Die Sendeplätze sind günstig. „Das teuerste ist die Produktion“, weiß der Kreativchef. Zudem spiele die Länge solcher Spots eine immer entscheidendere Rolle: „Je länger, desto mehr kann man für die Marke tun.“

Emotionen wichtig

Auch Mercedes hat mit seinem Spot „Chicken“ einen Erfolg gelandet – und wurde von der Marke Jaguar aufs Korn genommen: Das Raubtier fraß am Ende der Werbung das Huhn. „Das war die Steigerungsform“, erzählt Heusinger, denn: „Je mehr Emotionen erzeugt werden, desto besser.“ Das habe erst Mercedes, in Folge auch Jaguar geschafft.

Neben Edeka verbreitet sich in diesen Tagen noch ein anderes Video rasant im Netz: Paketzusteller von UPS und Co. bringen riesige Pakete an Orte, die nicht allzu leicht zu erreichen sind. Der Clou: Auf den Paketen ist „DHL ist schneller“ zu lesen. Der Paketversender bestreitet laut der Onlineausgabe des Magazins „Werben & Verkaufen“ zwar, dass er das Video bei der Agentur Jung von Matt in Auftraggegeben hat, trage das ganze aber mit Humor.

Von Constanze Wüstefeld

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