Millionen-Kopfgeld: USA jagen Mumbais Attentäter

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Hafiz Saeed soll verantwortlich sein für die blutigen Anschläge in Mumbai.

Neu Delhi - Die USA haben Kopfgeld auf einen pakistanischen Extremisten ausgesetzt. Er soll verantwortlich für die blutigen Anschläge in Mumbai 2008 sein. Doch der Mann hat enge Kontakte zum pakistanischen Sicherheitsapparat.

Fast dreieinhalb Jahre nach der Terrorserie im indischen Mumbai mit mehr als 160 Toten hat die US-Regierung ein hohes Kopfgeld auf den mutmaßlichen Drahtzieher ausgesetzt. Wie das Außenministerium in Neu Delhi am Dienstag mitteilte, wollen die USA 10 Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) für die Ergreifung des Gründers der verbotenen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT), den Pakistaner Hafiz Muhammad Saeed, zahlen. Die indische Regierung macht LeT für die Angriffe 2008 und weitere Terroranschläge in den vergangenen Jahren verantwortlich.

WANTED! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Robert William Fisher, auf der Liste seit dem 29. Juni 2002. Er soll seine Ehefrau und seine zwei Kinder ermordet haben. Außerdem soll er anschließend das eigene Haus in die Luft gejagt haben. Alle Informationen: Stand: 23. November 2011 © 
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Jason Derek Brown, auf der Liste seit dem 8. Dezember 2007. Er soll einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Geldtransporter begangen und dabei einen Wachmann erschossen haben. © 
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Eduardo Ravelo, auf der Liste seit dem 20. Oktober 2009. Er soll der Leader der Barrio Azteca Gang gewesen sein. Diese Bande soll in Drogengeschäfte involviert gewesen sein und Morde im Auftrag des Drogenkartells des berüchtigten Vicente Carrillo Fuentes begangen haben. © 
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Semjon Judkowitsch Mogilewitsch, auf der Liste seit dem 23. Oktober 2009. Er ist momentan der einzige mutmaßliche Wirtschaftsstraftäter auf der Liste. Er soll Tausende von Investoren um viele Millionen US-Dollar gebracht haben. Der Vorwurf: Betrug! © 
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Víctor Manuel Gerena, auf der Liste seit dem 14. Mai 1984 - gesucht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf eine Sicherheitsfirma. Dabei soll er etwa sieben Millionen US-Dollar erbeutet und zwei Angestellten eine rätselhafte Flüssigkeit gespritzt haben. © 
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Joe Luis Saenz, auf der Liste seit dem 19. Oktober 2009. Er soll zwei Gangmitglieder erschossen sowie seine Freundin gekidnapped, vergewaltigt und anschließend ermordet haben. Auch bei einem weiteren Mord soll er die Finger im Spiel gehabt haben. © 
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Alexis Flores, auf der Liste seit dem 2. Juni 2007. Er soll eine 5-Jährige entführt und umgebracht haben. © 
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Glen Stewart Godwin, auf der Liste seit dem 7. Dezember 1996. Er ist aus dem Hochsicherheitsgefägnis von Folsom in Kalifornien geflohen. Dann landete er wegen Drogenhandels in Mexiko im Knast. Auch dort gelang ihm die Flucht, wobei er auch noch einen Mithäftling ermordet haben soll. © 
Fidel Urbina wird unter anderem wegen vorsätzlichen Mords, Entführung und sexuellen Missbrauchs gesucht. Eine Frau soll er im März 1998 in Chicago, Illinois, geschlagen und missbraucht haben, eine andere im Oktober des Jahres geschlagen, missbraucht und zu Tode stranguliert haben. Ihre Leiche wurde im Kofferraum eines Autos gefunden, das in Brand gesteckt worden war. © 
Eric Justin Toth, auf der Liste seit dem 10. April 2012. Der ehemalige Lehrer an einer Privatschule soll kinderpornografische Werke besessen und produziert haben. Er gilt als Computer-Experte. © 

Außenminister S.M. Krishna lobte den Schritt der US-Regierung als “starkes Signal“ an die Terrororganisation und deren “Gönner“. Das Kopfgeld zeuge vom Willen Indiens und der USA, die Verantwortlichen des Terroranschlags von Mumbai zur Verantwortung zu ziehen. Indische Regierungskreise erhoffen sich, dass nun der Druck auf Pakistan erhöht wird, gegen Saeed vorzugehen.

Ende November 2008 hatten zehn Terroristen drei Tage lang Geiseln genommen sowie Luxushotels und andere Gebäude im Stadtzentrum von Mumbai besetzt gehalten. Unter den 166 Todesopfern waren 26 Ausländer. Auch neun der Angreifer starben. Dem einzigen Überlebenden wird derzeit in Indien der Prozess gemacht.

Die pakistanischen Behörden hatten Saeed nach der Terrorserie festgenommen, ihn aber später wieder freigelassen. Zunächst müsse Indien “stichhaltige Beweise“ gegen ihn vorlegen, hieß es. Seitdem lebt Saeed unbehelligt in Pakistan. Dort leitet er den muslimischen “Wohlfahrtsverband“ Jamaat-ud-Dawa, der als Frontorganisation der LeT gilt. Ein Sprecher von Jamaat-ud-Dawa erklärte am Dienstag, Saeed störe das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld nicht.

Nach Angaben aus Pakistan unterhält Saeed enge Kontakte zum mächtigen Geheimdienst ISI. Beobachter gehen daher davon aus, dass zunächst keine Schritte gegen ihn unternommen werden. “Islamabad ist der Ansicht, dass es keine Beweise (gegen Saeed) gibt“, erklärte die pakistanische Publizistin Ayesha Siddiqa im indischen Fernsehen. Auch die Aussetzung eines Kopfgelds werde daran nichts ändern.

Die Anschläge von Mumbai hatten die Beziehungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan erheblich belastet. Inzwischen haben sich beide Seiten wieder angenähert und die 2008 ausgesetzten Friedensgespräche fortgesetzt. An diesem Sonntag wird Pakistans Präsident Asif Ali Zardari zu einem Kurzbesuch in Indien erwartet. Auch ein Gespräch mit Premierminister Manmohan Singh ist geplant.

dpa

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