Taliban bekennen sich zu Anschlag mit 80 Toten

Shabqadar - Bei einem doppelten Selbstmordanschlag in Pakistan sind am Freitag mindestens 80 Menschen getötet worden. Inzwischen haben sich die Taliban zu dem Attentat bekannt - und weitere Anschläge angekündigt.

Beim folgenschwersten Anschlag in Pakistan seit der Tötung von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden sind am Freitag in einem Ausbildungszentrum der Grenzpolizei mindestens 80 Menschen getötet worden. Davon seien 66 Mitglieder des Grenzcorps. Ein Selbstmordattentäter habe mindestens eine der beiden Explosionen ausgelöst, die fast ausschließlich Rekruten in den Tod rissen, teilte die pakistanische Polizei mit. Mehr als 115 seien verletzt worden. Von ihnen schweben 15 in Lebensgefahr.

Doppelanschlag in Pakistan: Die traurigen Bilder

Doppelanschlag in Pakistan: Die traurigen Bilder

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu der Tat und bezeichneten sie als Racheakt für die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden. Ein Sprecher der pakistanischen Taliban namens Ehsanullah Ehsan kündigte am Freitag weitere Anschläge auf die Sicherheitskräfte an. “Wir warnen die Menschen davor, ihren Kindern zu erlauben, zur pakistanischen Armee oder den paramilitärischen Truppen zu gehen“, sagte der Sprecher. Die Taliban planten noch größere Anschläge gegen die Sicherheitskräfte in Kürze.

Der Anschlag war im Nordwesten des Landes im Bezirk Charsadda außerhalb eines Camps des paramilitärischen Frontier Corps (FC) verübt worden. Die Grenzpolizei an der Grenze zu Afghanistan steht im direkten Kampf mit militanten Gruppen, die Al-Kaida und Taliban angehören oder nahestehen. Militante Gruppen hatten nach der Tötung bin Ladens durch ein US-Spezialkommando in der pakistanischen Stadt Abottabad am 2. Mai Rache angedroht.

Osama bin Laden: Leben, Tod und Schrecken

Osama bin Laden: Leben, Tod und Schrecken

Nach Angaben des Frontier Corps wollten sich am Freitag mehr als 800 Rekruten nach Abschluss ihrer Ausbildung auf den Weg in den Urlaub machen. Ein Gemüsehändler sagte, viele hätten in weißen Minivans gesessen, andere hätten noch ihr Gepäck eingeladen. “Es gab eine große Explosion“, sagte er. “Ich sah Rauch, Blut und überall Körperteile.“

Polizeisprecher Jehanzeb Khan sagte, die Rekruten seien gerade dabei gewesen, ihr Gepäck in Busse außerhalb des Lagers zu verladen, als die Selbstmordattentäter auf einem Motorrad ankamen. Einer der Attentäter sei abgestiegen und habe sich vor dem Haupteingang des Ausbildungszentrums versteckt und dann in die Luft gesprengt, sagte Khan. Der andere habe sich an den Bussen in die Luft gesprengt.

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © ap

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.