Supermarktdach eingestürzt

Zahl der Toten in Riga steigt weiter

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Nach dem Einsturz des Dachs eines Einkaufszentrums in der lettischen Hauptstadt Riga ist die Zahl der Toten offiziellen Angaben zufolge auf 25 gestiegen.

Riga - Die Zahl der Todesopfer in Riga steigt und steigt. Wie viele Opfer genau sich noch in den Ruinen befinden, ist unklar. Es werden noch etwa 30 Personen vermisst.

Nach dem Einsturz eines Supermarktdachs in Lettland ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Rettungskräfte am Freitag auf mindestens 51 gestiegen. Die Opferzahlen könnten sich jedoch noch stark erhöhen, da nach Angaben von Bürgermeister Nils Usakovs vermutlich noch 30 Menschen vermisst werden. Etwa 200 Nothelfer suchten mit Unterstützung von Soldaten in den Trümmern nach weiteren Opfern.

Das Dach des Supermarkts am Rande der Hauptstadt Riga war am Donnerstagabend plötzlich eingestürzt, als dort hunderte Menschen ihre Einkäufe erledigten. Knapp vierzig Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums verletzt. Das Einkaufszentrum Maxima war erst im Jahr 2011 errichtet und für einen Architekturpreis nominiert worden.

"Sehr wahrscheinlich" seien weitere 30 Menschen unter den Trümmern verschüttet, sagte Usakovs. "Vermutlich werden sie alle tot sein." Zwar hofften die Retter, noch Überlebende zu finden. Allerdings seien die Chancen dafür nach mehr als 24 Stunden "nicht sehr groß".

Jana, eine Zeugin des Dramas, sagte dem lettischen Fernsehsender LNT, sie wisse nicht, was aus den Kassiererinnen geworden sei. "Wenn Sie sitzen, haben Sie kaum eine Chance schnell wegzukommen. Alles ist eingestürzt - die Wände, das Dach, alles!"

Bei den Rettungsarbeiten kamen auch drei Feuerwehrleute ums Leben. Ein Dutzend Nothelfer wurde verletzt. "Ich bin stolz auf meinen Vater - er ist gestorben, als er anderen half, ohne an sich selbst zu denken", erklärte Katrina, die bei Twitter von Feuerwehrleuten zitierte Tochter eines der Helfer.

Am Unglücksort versammelten sich Angehörige und Freunde der Opfer bei den Rettungszelten. Einige hatten Blumen und Kerzen dabei. "Mein Sohn ist noch da drunter. Er arbeitete im Einkaufszentrum", sagte eine Frau mit tränenerstickter Stimme. Währenddessen wurden in Leichensäcke verpackte Tote weggebracht.

Warum das Dach des erst zwei Jahre alten Supermarkts einstürzte, war am Freitag weiterhin unklar. Als die ersten Rettungskräfte am Unglücksort eintrafen, stürzten weitere Gebäudeteile ein. Die Lage an der Unglücksstelle bleibe "äußerst gefährlich", sagte der Leiter der Rettungskräfte, Oskars Abolins.

Ministerpräsident Valdis Dombrovskis besuchte die Unglücksstelle am Freitag. Der Staat werde alles tun, um den Verletzten zu helfen und "Entschädigungen zahlen, wo sie geboten sind", sagte er. Der Stadtrat von Riga teilte mit, den Familien jedes Toten 10.000 Lats (14.000 Euro) zu zahlen, jeder Verletzte solle 5000 Lats erhalten. Auch das Unternehmen Maxima kündigte Zahlungen an.

Die Regierung verkündete nach einer Krisensitzung eine dreitägige Staatstrauer, die am Samstag beginnen sollte. Für Montag war um 09.00 Uhr MEZ eine Schweigeminute vorgesehen. Es war das schwerste Unglück in dem baltischen Land nach seiner Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991.

Drama in Lettland: Supermarktdach stürzt ein - Bilder

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dpa

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