Nazi-Raubkunst

Merk: Wurde nicht über Kunstschatz informiert

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Bayerns frühere Justizministerin und jetzige Europaministerin Beate Merk (CSU)

München - Beamte des bayerischen Justizministeriums haben die damalige Ressortchefin Beate Merk (CSU) Anfang 2012 offenbar nicht über die Entdeckung des spektakulären Münchner Kunstschatzes informiert.

Merk, die nun seit wenigen Wochen Europaministerin ist, will davon bis zuletzt nicht erfahren haben. „Sie hat als Justizministerin zu keiner Zeit Kenntnis von dem Vorgang gehabt“, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Mittwoch in München.

Andere Stellen wurden dagegen eingeschaltet: Merks Nachfolger im Justizressort, Winfried Bausback (CSU), hatte bereits am Dienstag erklärt, das Justizministerium und die Staatsanwaltschaft hätten unmittelbar nach Auffinden der Bilder die betroffenen Stellen in Berlin und Bayern verständigt. Dem Haus von Kulturstaatsminister Bernd Neumann für Kunst und Medien sei unmittelbar nach Auffinden eine Liste mit Lichtbildern der Kunstwerke übersandt worden.

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

Vier der insgesamt 25 Werke aus dem spektakulären Münchner Kunstfund, die seit 11.11.2013 online einsehbar in der Lostart-Datenbank aufgelistet sind. Juristen nehmen an, dass es sich bei den Bildern um Nazi-Raubkunst handelt. © dpa
Hans Christoph: "Paar", Aquarell, 1924. © dpa
Eugène Delacroix: "Conversation mauresque sur une terrasse", undatierte Bleistiftzeichnung. © dpa
Carl Spitzweg: "Das Klavierspiel", Zeichnung, um 1840. © dpa
Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. © dpa
Max Liebermann: "Reiter am Strand", Gemälde, 1901. © dpa
Christoph Voll: "Mönch", Aquarell, 1921. © dpa
Fritz Maskos: "Sinnende Frau", Druckgrafik, 1922. © dpa
Conrad Felixmüller: "Paar in Landschaft", Aquarell, 1924. © dpa
Wilhelm Lachnit: "Mann und Frau am Fenster", Aquarell, 1923. © dpa
Otto Griebel: "Die Verschleierte", Aquarell, 1926. © dpa
Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. © dpa
Ludwig Godenschweg: "Männliches Bildnis", undatierte Druckgrafik. © dpa
Otto Dix: "Dompteuse", Aquarell, 1922. © dpa
Auguste Rodin: "Etude de femme nue debout, les bras relevés, les mains croisées au-dessus de la tête", undatierte Zeichnung. © dpa
Bonaventura Genelli: "Männlicher Akt", undatierte Zeichnung. © dpa
Erich Fraaß: "Mutter und Kind", Aquarell, 1924. © dpa
Henri Matisse: "Sitzende Frau / In einem Sessel sitzende Frau", Gemälde, um 1924 © dpa
Wilhelm Lachnit: "Mädchen am Tisch", 1923. © dpa
Marc Chagall: "Allegorische Szene", Gemälde.  © dpa
Bernhard Kretschmar: "Straßenbahn", Aquarell. © dpa
Christoph Voll: "Sprengmeister Hantsch", Zeichnung, 1922. © dpa
Théodore Rousseau: "Vue de la vallée de la Seine", undatierte Zeichnung. © dpa
Ludwig Godenschweg: "Weiblicher Akt", undatierte Druckgrafik. © dpa
Die Bilder sind außerdem zu sehen unter www.lostart.de. © dpa

Die Behörden, insbesondere die bayerischen, stehen wegen der langen Geheimhaltung des Fundes seit Tagen massiv in der Kritik. Die Beschlagnahmung der mehr als 1400 bei dem Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt entdeckten Werke war erst Anfang November bekannt geworden.

dpa

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