Missbrauch: Kirche in Österreich schafft Opferfonds

Wien - Im Missbrauchs-Skandal will die katholische Kirche in Österreich einen Opferfonds für Entschädigungszahlungen einrichten. Dabei sollen auch die Täter zur Kasse gebeten werden.

Im Missbrauchs-Skandal will die katholische Kirche in Österreich einen Opferfonds für Entschädigungszahlungen einrichten. Auch im Alpenland waren in den letzen Wochen immer mehr teils Jahrzehnte zurückliegende Fälle von Gewalt und Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche bekanntgeworden. Die Kirche reagierte darauf unter anderem mit einem Bußgottesdienst samt Schuldbekenntnis und der Einsetzung einer neuen unabhängigen Opferanwältin.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Wie hoch der Opferfond dotiert sein wird, sei noch nicht klar, sagte die Opferanwältin Waltraud Klasnic der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Freitag. Klasnic war früher Landeshauptfrau (Ministerpräsidentin) der Steiermark. Die von ihr geleitete Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen werde bindende Empfehlungen abgeben, wer Geld für Therapien oder als Entschädigung bekommen solle. Wenn die Täter nicht zahlen können, werde die Kirche einspringen. Für weitere Opfer, die sich bisher nicht gemeldet haben, hat die Kirche die neue Homepage www.ombudsstellen.at ins Internet gestellt. Dort finden sich aktuelle Meldungen zum Thema und Hinweise auf Hilfeeinrichtungen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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