Auch andere Frauen mit Handicap modeln erfolgreich

Model mit Down-Syndrom: Madeline Stuart wird bei Fashion Week gefeiert

Model mit Down-Syndrom: Madeline Stuart wurde bei der Fashion Week in New York gefeiert.

New York. Ein bezauberndes Lächeln, lange rote Haare und etwas, das Heidi Klum wohl „Personality", also eine besondere Persönlichkeit, nennen würde:

Das alles hat die 18-jährige Madeline Stuart, genau wie viele andere erfolgreiche Topmodels. Die Australierin hat allerdings auch das Down-Syndrom. Trotzdem hat sie bei der New Yorker Fashion Week die Schau des italienischen Modefirma FTL Moda eröffnet.

Für Stuart geht damit ein Traum in Erfüllung. Bei ihrer Geburt stellten die Ärzte die Diagnose Down-Syndrom - eine Genommutation, die sich auf das Aussehen und die geistigen Fähigkeiten auswirkt. Trotzdem wollte Madeline unbedingt Model werden. Sie begann zu trainieren und nahm fast 20 Kilogramm ab. Ihre Mutter, die früher selbst als Model gearbeitet hat, unterstützte sie und organisierte ein professionelles Fotoshooting. Die Fotos veröffentlichte sie bei Facebook - wenige Monate später hatte Stuart Hunderttausende Fans. Es folgten Fotoshootings für mehrere Mode- und Kosmetikmarken. US-Topmodel Tyra Banks (41) ist Stuarts Vorbild. „Ich bin ihr Fan. Sie glaubt an Inklusion und hat viel für die Modewelt getan“, sagt die 18-Jährige.

Chantelle Brown Young

Stuart ist nicht das einzige Model,das in der Modewelt für Aufsehen sorgt: Im August wurde Jillian Mercado (27), die eine Form von Muskelschwund hat und im Rollstuhl sitzt, von IMG Models unter Vertrag genommen. Das ist die Agentur, die auch Topmodel Giselle Bündchen vertritt. Eröffnen durfte die Fashion Week im Februar Chantelle Brown Young (21): Das Model leidet an der Hautkrankheit Vitiligo, bei der helle Flecken am Körper entstehen.

Mehreren Designern wird mittlerweile vorgeworfen, mit den für die Branche eher ungewöhnlichen Models Aufmerksamkeit erregen zu wollen - und die jungen Frauen für ihre Zwecke zu benutzen. Auch ist es fraglich, ob die Aufträge für Stuart, Mercado und Brown Young Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung sind oder Einzelfälle.

Cat Smith, Doktorandin am London College of Fashion, bestätigt im Gespräch mit der britischen Zeitung The Guardian, dass „etwas mehr“ Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten in Schauen laufen und für Kampagnen gebucht werden. Das sei wichtig, um die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung zu stärken und einen Einblick in ihre Lebenswelt zu gewähren. Allerdings sagt sie, dass diese Erfolgsgeschichten sich immer wieder zur Fashion Week in der Berichterstattung widerspiegeln, aber oft einfach nette Geschichten seien, statt zu wahrer Inklusivität beitragen.

Hintergrund: Die New York Fashion Week

Im Februar geht es bei der Fashionwoche um Herbst- und Wintermode, im September um Frühjahrs- und Sommermode. Bei dieser Modewoche vom 10. bis zum 20. September ist einiges anders. Nach fünf Jahren im Lincoln Center nahe dem Central Park zieht die Veranstaltung in den Süden Manhattans, außerdem wurde der Hauptsponsor ausgewechselt. Zahlreiche große Marken wie Hugo Boss, Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Calvin Klein zeigen ihre Kollektionen. Die New Yorker Fashion Week ist traditionell der Auftakt der Modewochen, bei denen Schauen in London, Mailand und Paris folgen. Die Mode ist traditionell lockerer als beispielsweise in Paris. (mia/dpa)

https://www.facebook.com/madelinesmodelling

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