Ex-Praktikantin über Clinton-Affäre

Monica Lewinsky sieht sich als Sündenbock

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Monica Lewinsky brachte 1998 beinahe den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zu Fall.

Washington - Die Affäre um Monica Lewinsky brachte den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton fast um sein Amt. Nun verrät die ehemalige Praktikantin Details.

Als junge Praktikantin im Weißen Haus löste Monica Lewinsky durch die Affäre mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton ein politisches Erdbeben aus, nun hat die mittlerweile 40-Jährige die Erlebnisse zum ersten Mal niedergeschrieben. "Ich bedaure zutiefst, was zwischen mir und Präsident Clinton passiert ist", erklärt sie in dem Artikel für das Magazin "Vanity Fair", der am Dienstag in Auszügen veröffentlicht wurde.

"Natürlich hat mein Boss mich ausgenutzt", schreibt Lewinsky über das 1995 begonnene Verhältnis. "Aber ich werde auf diesem Punkt beharren: Es war eine Beziehung im gegenseitigen Einverständnis." Nach der Liebesaffäre sei es aber zu einem "Missbrauch" gekommen, als sie zum "Sündenbock" gemacht worden sei, um "seine Machtposition zu schützen".

Angebote im zweistelligen Millionenbereich

Lewinsky führt weiter aus, dass sie nach dem Skandal Ende der 1990er Jahre "Angebote" abgelehnt habe, die ihr "mehr als zehn Millionen Dollar" eingebracht hätten. Stattdessen habe sie sich um Jobs im Bereich Kommunikation und Marketing bemüht, sei wegen ihrer "Vorgeschichte" von Arbeitgebern aber abgelehnt worden.

Später versuchte sich die Ex-Praktikantin an einem eigenen Handtaschen-Label und studierte in London Psychologie. Wegen des Spotts, dem sie sich weltweit ausgesetzt sah, habe sie zeitweise Selbstmordgedanken gehegt, verrät Lewinsky in dem Artikel. Mit 40 Jahren wolle sie dieses Kapitel ihres Lebens nun endlich hinter sich lassen.

"Es ist an der Zeit, das Barett zu verbrennen und das blaue Kleid zu beerdigen", erklärt Lewinsky in Anspielung auf zwei Kleidungsstücke, die während des Skandals zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten. Das Barett trug die damalige Praktikantin auf einem Foto, das sie bei einer Umarmung mit Clinton zeigte. Ihr blaues Kleid, auf dem sich Samenspuren von Clinton befunden haben sollen, wurde zu einem der wichtigsten Beweismittel im Amtsenthebungsverfahren gegen den Demokraten.

Lewinsky-Affäre brachte Clinton fast ums Amt

Die außereheliche Affäre mit Lewinsky hätte den Präsidenten fast zu Fall gebracht. Das Repräsentantenhaus leitete im Dezember 1998 ein Amtsenthebungsverfahren wegen Verdachts des Meineids und der Behinderung der Justiz ein. Clinton hatte ausgesagt, kein sexuelles Verhältnis mit der Praktikantin gehabt zu haben. Die Vorwürfe standen auch im Zusammenhang mit dem Skandal um die Staatsangestellte Paula Jones, die Clinton wegen sexueller Belästigung verklagt hatte. Der Senat sprach den Präsidenten aber frei, weil bei der Abstimmung im Februar 1999 nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit zustande kam.

Lewinsky deutet an, dass sie die Affäre auch mit Blick auf die Ambitionen von Clintons Ehefrau Hillary auf das Präsidentenamt endlich aus der Welt schaffen wolle. Es sei an der Zeit, damit aufzuhören, "auf Zehenspitzen um meine Vergangenheit und um die Zukunft von anderen Leuten zu schleichen". Hillary Clinton gilt als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten im Jahr 2016. Noch erklärte sich die frühere Außenministerin und First Lady aber nicht offiziell, ob sie nach ihrer Niederlage im Vorwahlkampf 2008 noch einmal antreten wolle.

Lewinsky wies Spekulationen zurück, dass im Gegenzug für ihr Schweigen in den vergangenen Jahren von den Clintons Geld erhalten habe. "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein", betonte sie.

Bunga Bunga ist überall - Sexaffären prominenter Männer

Sexaffären machen prominenten Männern seit eh und je zu schaffen. Von Bill Clinton über Silvio Berlusconi bis zu Wikileaks-Gründer Julian Assange. Klicken Sie sich durch: © dpa
In die Geschichte eingegangen ist Bill Clintons Satz: “I did not have sexual relations with that woman“ - ich habe keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau gehabt, so beteuerte der damalige US-Präsident seine Unschuld. Dass Monica Lewinsky aber viel mehr als nur eine Praktikantin im Weißen Haus war, konnte die Öffentlichkeit dann en détail erfahren. Der Seitensprung im Oval Office mündete in einem Amtsenthebungsverfahren, das scheiterte. Clintons Ansehen hat die Lewinsky-Affäre langfristig wenig geschadet. © ap
Anders sieht das bei Italiens Regierungschef Berlusconi aus. Dessen Triebe halten zwar die Welt bei Laune, dem Image Italiens schaden die Enthüllungen über wilde “Bunga Bunga“-Sexpartys allerdings enorm. Berlusconi wird nicht nur als lüsterner Greis verspottet. Seit April steht er wegen der Affäre um die Prostituierte “Ruby“ vor Gericht. Der Ausgang von “Rubygate“ ist ungewiss. © dpa
Nur selten endet es für die mächtigen Männer im Gefängnis. Eine Ausnahme ist der Fall des israelischen Ex-Präsidenten Mosche Katzav, der wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen im März zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. © dpa
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Doch nicht nur in der Politik, auch im Showgeschäft, im Sport und in der Wirtschaft scheint die Sexaffäre die unverwüstliche Begleiterin der Macht zu sein: Bei VW ließen sich Betriebsräte Prostituierte vom Konzern bezahlen - das Unternehmen hatte deshalb eine handfeste Krise durchzustehen. © dpa
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Frauen scheinen ihre Triebe dagegen eher im Griff zu haben - oder sie sind schlicht diskreter. Doch auch hier gibt es Fälle. So etwa Iris Robinson, die Frau des nordirischen Ministerpräsidenten, die sich von einem Teenager hinreißen ließ. Ausbaden musst es allerdings vor allem ihr Mann: Peter Robinson musste vorübergehend sein Amt abgeben. © dpa

AFP

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