Anwalt: Mörder von Etan Patz psychisch gestört

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Die Zeichnung zeigt den Angeklagten Pedro H., der via Videoschaltung an dem Gerichtstermin teilnahm. Er liegt derzeit im Krankenhaus, weil er Selbstmordgedanken geäußert hat.

New York - Der mutmaßliche Mörder des kleinen Etan Patz ist laut seinem Anwalt psychisch gestört. Bei seiner ersten Vernehmung verweigerte er die Aussage. Sein Geständnis war aufschlußreicher.

33 Jahre auf den Tag nach dem Verschwinden des sechsjährigen Jungen Etan Patz ist in New York sein mutmaßlicher Mörder angeklagt worden. Der inzwischen 51-jährige Angeklagte hatte tags zuvor bei einer Vernehmung gestanden, den Jungen am 25. Mai 1979 erwürgt und die Leiche in einer Kiste entsorgt zu haben. Der Anklageverlesung am Freitag wohnte er aber nur per Videoschaltung bei. Nachdem der Familienvater Selbstmordgedanken geäußert hatte, wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Die neunjährige Corinna wurde am 29.07.2009 tot in einem Seitenarm des Flusses Mulde unweit ihres Elternhauses in Eilenburg gefunden. Sie fiel vermutlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Ermittlungen dauern noch an. © ap
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Der neunjährige Dennis aus Scharmbeckstotel wurde am 05. September 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel entführt. Am 19.09.2001 wurde die Leiche von Dennis in einem Waldstück bei Kirchtimke entdeckt. © dpa
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Die achtjährige Michelle aus Leipzig wurde am 17. August 2008 auf dem Heimweg entführt. Am 21. August wurde ihre Leiche in einem Teich gefunden. © dpa
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Der heute 73-Jährige Josef Fritzl hielt seine Tochter Elisabeth Jahrzehnte in einem Kellerverlies unter seinem Haus gefangen. Immer wieder vergewaltigte er sie und zeugte in der Zeit mit ihr sieben Kinder. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In diesem Kellerverlies wurden die Opfer von Fritzl gefangen gehalten. © dpa
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Im Jahr 2006 gelang Natascha Kampusch die Flucht von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil. Er begann daraufhin Selbstmord. © dpa
Die 6-jaehrige Ayla aus Zwickau wurde 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen worden.
Die sechsjährige Ayla aus Zwickau wurde am 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen, sexuell missbraucht und ermordet.. © dpa
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden.
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der jüngste traurige Fall: Die achtjährige Kardelen aus Paderborn wurde seit 12. Januar 2009 vermisst. Vier Tage später die traurige Gewissheit. Kardelen wurde sexuell missbraucht und getötet. © dpa
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden.
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Levke aus Cuxhaven wurde seit dem 6. Mai 2004 vermisst. Dreieinhalb Monate später wird ihre Leiche in einem Waldstück in Attendorn gefunden. © dpa
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Die vier Jahre alte Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 spurlos aus einer Ferienwohnung in Südportugal verschwunden. Bis heute ist der Fall ungelöst. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Gestanden hat der Mörder des neunjährigen Mitja vor Gericht in Leipzig. Der damals 43-Jährige hat den neunjährigen Buben mit in seine Wohnung genommen, vergewaltigt und erdrosselt. © dpa
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Immer noch auf freiem Fuß sind die Täter, die das Leben des damals fünfjährigen Pascal auf dem Gewissen haben. Der Bub wurde 2001 in einer Kneipe in Saarbrücken vergewaltigt und erstickt. Seine Leiche wurde nie gefunden. © dpa
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In Riekofen im Landkreis Regensburg wird 2007 bekannt, dass der örtliche Pfarrer sich an einem Kind vergangen haben soll. Wie sich herausstellte war es nicht der erste Fall: Der Geistliche war bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. Das Ordinariat schweigt zu den Vorwürfen. © dpa
Am 15. September 1981 wird die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt.
Am 15. September 1981 wurde die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In dieser Kiste wurde sie von dem Täter gesteckt, in der sie qualvoll erstickte. © dpa

Nur rund vier Minuten dauerte der Gerichtstermin. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen und auch nicht dazu, ob er auf schuldig oder unschuldig plädiert. Sein vom Gericht ernannter Verteidiger, Harvey Fishbein, erklärte, der Angeklagte leide unter einer Bipolaren Störung und Schizophrenie. Außerdem habe er in der Vergangenheit Halluzinationen gehabt. Der Richter ordnete eine psychologische Untersuchung des Angeklagten an. Eine Freilassung auf Kaution lehnte er ab.

Kaum ein Schicksal eines vermissten Kindes wühlte Amerika so auf wie das von Etan Patz. Der Sechsjährige war 1979 in einer gefährlichen Gegend von New York auf dem Weg zum Schulbus, als er spurlos verschwand. Mehr als drei Jahrzehnte lang tappten die Ermittler im Dunkeln.

Telefonischer Hinweis brachte Polizei auf die Spur

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, gestand der Angeklagte den Mord. Er war zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt und arbeitete in einem Gemischtwarenladen in der Nähe des Elternhauses des Jungen. Er war bereits in der Vergangenheit mit dem Fall in Verbindung gebracht worden.

Im Polizeiverhör habe der Verdächtige ausgesagt, den kleinen Etan mit einer Limonade in den Keller des Ladens gelockt und dort getötet zu haben, sagte Polizeichef Raymond Kelly. Daraufhin habe er die Leiche einen Straßenblock weiter in eine Kiste mit Müll gelegt und diese auf der Straße zurückgelassen. Möglicherweise sei sie von der Müllabfuhr mitgenommen worden, sagte Kelly. „Er war reumütig. Und nach Auffassung der Ermittler verspürte er ein Gefühl der Erleichterung“, sagte Kelly. „Wir glauben, dass er für das Verbrechen verantwortlich ist.“ Der Verdächtige habe Verwandten bereits im Jahr 1981 bekannt, dass er „etwas Schlimmes“ gemacht und ein Kind in New York getötet habe, sagte Kelly.

Etan Patz' Verschwinden löste US-weite Debatte aus

Als Hauptverdächtiger galt lange Zeit ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann, der derzeit im Staat Pennsylvania in Haft sitzt. Im Jahr 2010 hatte ein Staatsanwalt in New York angekündigt, die Ermittlungen neu aufzurollen. Schließlich katapultierte eine polizeiliche Durchsuchung eines Kellerraums, in dem ein Bekannter von Patz' Familie damals eine Werkstatt hatte, den Fall wieder in die Schlagzeilen. Durch Hinweis wurde die Polizei dann auf den Verdächtigen aus New Jersey aufmerksam.

Der Fall Etan Patz hatte einst landesweit für Aufsehen gesorgt und eine Debatte über die Sicherheit unbeaufsichtigter Kinder ausgelöst. Am Jahrestag von Etans Verschwinden wird seit 1983 der Nationale Tag der Vermissten Kinder begangen.

dapd

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