Mordfall Bögerl: Polizei will Rocker vernehmen

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Maria Bögerl war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus verschwunden und drei Wochen später erstochen aufgefunden worden.

Heidenheim - Eine neue Spur im Mord an der Bankiersfrau Maria Bögerl scheint sich zu erhärten: Beamte der Sonderkommission "Flagge" wollen einen kürzlich verhafteten Mann in Österreich vernehmen.

Im Mordfall Maria Bögerl will die Heidenheimer Sonderkommission “Flagge“ in wenigen Tagen den in Österreich inhaftierten Verdächtigen vernehmen. Das sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Heidenheim am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd und bestätigte damit einen Bericht des “Spiegels“. Der 55-jährige Häftling war Anfang April in Tschechien festgenommen worden, weil er an einer gescheiterten Entführung der Ehefrau eines leitenden Bankangestellten in Österreich beteiligt gewesen sein soll.

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Im September 2010 hatten zwei Männer die Frau laut “Spiegel“ an ihrer Haustür in Puchenau bei Linz überfallen. Sie stürzte und rief um Hilfe, und die Täter flüchteten. Ermittler sehen in dem Überfall eine Parallele zur Entführung Maria Bögerls. Die Ehefrau des Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus verschwunden und drei Wochen später erstochen aufgefunden worden. Der Anrufer hatte den Sparkassenchef zur Zahlung von 300.000 Euro Lösegeld aufgefordert.

Wegen der “Ähnlichkeit bei der Tatausführung“ wollen die Heidenheimer Ermittler den Häftling vernehmen, wie der Polizeisprecher der dapd sagte. An der Einstufung und Bewertung dieser Spur habe sich nichts geändert. Sobald die täglich erwartete Genehmigung aus Österreich eingetroffen sei, würden Vernehmungsbeamte dorthin reisen, sagte der Sprecher.

Leiche von Maria Bögerl gefunden

Leiche von Maria Bögerl gefunden

Dem “Spiegel“ zufolge handelt es sich bei dem Inhaftierten um einen Rocker. Er ähnele einem Phantombild, das im Fall Bögerl erstellt wurde. Augenzeugen hatten einen Mann mit dunklen Haaren und Pferdeschwanz vor dem Haus gesehen. Vor wenigen Tagen hatte die Sonderkommission veröffentlicht, dass das Anwesen der Bögerls vor der Tat mehrere Tage beobachtet worden war.

Gegenüber der Staatsanwaltschaft Linz habe der 55-Jährige einen Vorfall mit der dortigen Bankiersehefrau eingeräumt, ihn jedoch als versuchte Bettelei beschrieben, berichtet das Hamburger Magazin weiter. Der Rocker habe in den USA und Osteuropa gelebt. Im Frühsommer 2010 habe er sich ins Gästebuch der Bandidos-Homepage eingeschrieben und als Standort “Germany“ angegeben. Dem Bericht zufolge liegen gegen ihn weitere Haftbefehle in den USA und in Südafrika wegen Verdachts auf diverse Verbrechen vor.

dapd

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