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Virologe warnt vor Mücken-Ausbreitung - und hat dringende Forderung

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Ein Virologe fordert die Bekämpfung von Mücken.
Ein Virologe fordert die Bekämpfung von Mücken. © Andy Nowack/Imago

Mücken können einem nicht nur den letzten Nerv rauben. Sie können auch Viren übertragen. Daher fordert ein Virologe die „gezielte Bekämpfung“.

Kassel – Mücken können sich im Sommer zu einer echten Plage entwickeln. Ihr Stiche jucken und können im Extremfall sogar Schmerzen verursachen. Zwar können einige Hausmittel die Plagegeister vertreiben, aber dennoch gilt: Die Tiere rauben einem oftmals den letzten Nerv – vor allem beim Einschlafen.

Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich Insektenarten aus dem Ausland vermehrt in Deutschland verbreiten. Immer wieder warnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Stechmücken. Im Vergleich zu Hausmücken ist die Art größer und teilweise aggressiver.

Mücken können Vielzahl vom Viren übertragen

Nun fordert das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) eine intensivere Bekämpfung der Stechmücken. Verschiedene Bedingungen wie wärmere Sommer und veränderte Niederschläge hätten die Ausbreitung exotischer Stechmückenarten Richtung Norden begünstigt, sagte der BNITM-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Er leitet die Abteilung Arbovirologie und Entomologie am Bernhard-Nocht-Institut. Die Abteilung beschäftigt sich unter anderem mit der Übertragung tropischer Infektionskrankheiten durch blutsaugende Insekten.

Es werde immer klarer, dass auch heimische Stechmückenarten eine Vielzahl von Viren übertragen könnten, so Schmidt-Chanasit. Daher forderte der Virologe eine flächendeckende Professionalisierung der Stechmückenbekämpfung in Deutschland. „Es muss eine gezielte und nachhaltige Bekämpfung geben, ohne andere Insekten dabei zu schädigen“, sagte der Experte. In Griechenland würden mithilfe des „Early Warning System for Mosquito borne diseases“ (EYWA) Risikozonen frühzeitig identifiziert, sodass dort Stechmücken gezielt bekämpft werden könnten.

Als weiteres Beispiel nannte Schmidt-Chanasit die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS). Diese kontrolliert seit Jahrzehnten die Ausbreitung der Stechmücken in den Brutgewässern am Oberrhein. In manchen Regionen werden Stechmücken als Schnaken bezeichnet, obwohl die eigentlichen Schnaken (Tipulidae) Menschen nicht stechen. (jfw/dpa)

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