FDP-Stadtrat fordert Testphase

München: Politiker wollen wie in Paris sogenannte „Schock-Ampel“ einführen

„Schockampeln“, die bei Rot über die Ampel gehenden Fußgängern durch Unfallgeräusche einen gewaltigen Schrecken einjagen sollen, hält Münchens OB Dieter Reiter (SPD) für Aktionismus.

  • Vorbild Paris: Politiker wollen in München die sogenannte „Schock-Ampel“ einführen.
  • Die Maßnahme soll die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.
  • Simulierte Geräusche sollen Fußgänger abschrecken.

Update 14. November 2019: „Das erinnert mich stark an die abschreckenden Bilder auf den Zigarettenpackungen“, sagte Dieter Reiter der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in München. „Ich weiß nicht, ob sich jemand, der sich jetzt schon nicht um die Ampelfarbe kümmert, von einer „Schockampel“ abhalten lässt.“ Vielleicht erschrecke es den einen oder anderen, sagte Reiter. Er habe auch kein Problem, wenn man nun teste, ob so eine Ampel etwas bringe. „Aber spontan hält sich meine Begeisterung in Grenzen.“

Am Vortag hatte der FDP-Abgeordnete Thomas Ranft im Stadtrat den Antrag gestellt, an einer Fußgängerampel das aus Paris stammende System zu installieren (siehe Erstmeldung). Es sorgt dafür, dass quietschende Reifengeräusche zu hören sind, sobald jemand bei Rot über die Straße geht. Zugleich wird der erschrockene Gesichtsausdruck des Betroffenen fotografiert und auf einer Videotafel am gegenüberliegenden Straßenrand gezeigt - zusammen mit der Warnung, dass man dem Tod durch sein Verhalten doch bitte besser nicht ins Gesicht blicken möge.

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Erstmeldung vom 13. November 2019: München - In Paris läuft seit 2017 die Kampagne „Don’t risk looking death in the face“. Die FDP will dies nun in einem Pilotversuch auch in München testen. Stadtrat Thomas Ranft sagt: „Jedes Jahr verunglücken in München zahlreiche Fußgänger, da rote Ampeln missachtet werden. Die Landeshauptstadt sollte die Idee aus Paris aufgreifen und an einer ausgewählten Straßenkreuzung durchführen.“ 

Europaweit sei Paris die Stadt mit den meisten Fußgängerunfällen. Die Pariser Verkehrsgesellschaft habe die Kampagne im Jahr 2017 gestartet, um Fußgänger auf die Gefahren einer Überquerung bei roter Ampel aufmerksam zu machen. 

Der kleine Noah hat seiner Mutter eine klare Ansage gemacht. Die Polizei München bekam Wind von der Sache - und reagierte mit einer seltenen Einladung.

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„Sobald ein Fußgänger die Kreuzung bei Rot überschreitet, wird dies digital registriert. In der Folge ertönen simulierte Geräusche von quietschen Autoreifen bei Notbremsung.“ Der erschrockene Gesichtsausdruck der Passanten wird ihm zudem am Ende des Zebrastreifens auf einer Videotafel präsentiert.

Im Jahr 2018 wurden drei Fußgänger bei einer Unfallserie zum Teil schwer verletzt, wie tz.de* berichtet. Ihre Ampel war seinerzeit allerdings auf „grün“ gestanden. Auch mit Radfahrern kommt es in der Landeshauptstadt immer wieder zu unschönen Begegnungen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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