Entsetzliches Verbrechen

Elfjährige in München vergewaltigt: Anwalt erklärt, warum Verdächtiger sich zur Tat äußert

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Eine Wolfsmaske ähnlich dieser trug der Täter während des entsetzlichen Verbrechens.

Eine Elfjährige ist in München von einem Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt worden. Ein Verdächtiger mit einschlägigen Vorstrafen wurde festgenommen. 

  • In München-Obergiesing ist eine Elfjährige vergewaltigt worden. Der inzwischen festgenommene Täter trug eine Wolfsmaske.
  • Der 43-Jährige ist einschlägig vorbestraft.
  • Das schreckliche Verbrechen hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen.
  • Update vom 9. Juli 2019: Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München hat der mit einer Wolfsmaske getarnte mutmaßliche Täter die Vorwürfe eingeräumt. „Man kann das als Geständnis werten“, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Details wollte sie allerdings zunächst keine nennen. Der Anwalt des Verdächtigen erklärte: „Mein Mandant hat ein schonungsloses schriftliches Geständnis über mich abgegeben, um dem Mädchen wenigstens im Nachgang eine intensive Befragung zu ersparen.“ Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

    Ein ähnlich schlimmer Fall ereignet sich Anfang September 2019 in München: Vergewaltigung am Isartor - Polizei sucht Täter mit Beschreibung

    Elfjährige in München vergewaltigt: Täter verrät Details zu gruseliger Wolfsmaske

    Update vom 4. Juli 2019:

    Die Polizei hat die Wolfsmaske gefunden: jenes gruselige Teil, das der bestialische Sex-Verbrecher trug, als er am Dienstag vergangener Woche eine Elfjährige in einem Gebüsch in Obergiesing vergewaltigte. Der 42-jährige Verdächtige, den die Polizei geschnappt hat, habe über seinen Anwalt mitgeteilt, wo die Maske zu suchen sei – in einen Müllcontainer in der Nähe seines Wohnortes. Zum Tatvorwurf schweigt der Mann aber. Am Dienstag leerten Polizisten den Container und fanden die Maske im Müll. Sie sehe etwas anders aus als das von der Polizei zunächst veröffentlichte Bild, sagte Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Im Gegensatz zu dieser ist bei der nun gefunden Maske die Mundpartie frei – sie bedeckt nur einen Teil des Gesichts. 

    Leiding stellte klar: „Wir werden kein Bild der Tätermaske veröffentlichen.“ Die Staatsanwaltschaft will verhindern, dass sich „Trophäenjäger die Maske kaufen“. Adam Ahmed, Anwalt des Verdächtigen, ist verärgert: „Die Maske wäre nie gefunden worden, wenn mein Mandant den Ort nicht über mich der Staatsanwaltschaft exakt mitgeteilt hätte. Daher stellt es für mich einen absolut unprofessionellen Vorgang dar, dass ich erst zufällig über die Medien von dem erfolgreichen Auffinden und nicht etwa von der Staatsanwaltschaft davon erfahre. Die freiwillige Mitwirkung an der Aufarbeitung des Falles wird völlig unnötig durch dieses Vorgehen der Staatsanwaltschaft gefährdet.“ Schließlich wolle man auch dem Mädchen eine detailliertere Aussage ersparen.

    „Ein Tier, das Wild jagt“: Experte über schockierende Gedanken des Wolfsmasken-Vergewaltigers

    Update vom 1. Juli 2019: „Diese Tat war keine Zufallstat. Denn wie oft hat man schon eine Maske und Handschuhe dabei. Der Täter hat sie geplant, immer und immer wieder in seinen Gedanken durchgespielt“, äußert sich der Profiler Axel Petermann im Gespräch mit der Bild zu Christoph K, den Tatverdächtigen. „Immer wieder wird er sich vorgestellt haben, wie er seine Opfer überfällt, die Gefühle, das Adrenalin. Die Maske war ein Teil seiner Fantasie. Sie war lange ein wichtiges Gedankenspiel für den Täter. Bis es irgendwann nicht mehr gereicht hat, es sich nur vorzustellen.“

    Deshalb sei auch die Wahl der Maske eine deutliche Botschaft. „Dafür hat er sich bewusst entschieden. Der Wolf ist ein Tier, das Wild jagt und reißt, das sein Gegenüber erstarren lässt. Er wollte sein Opfer einschüchtern, wollte seiner Wildheit Ausdruck verleihen. Er wollte Beute machen, deswegen hat er sich für die Wolfsmaske entschieden“, ist sich Petermann sicher.

    „Bei dem Täter handelt es sich um einen Pädokriminellen, der sich auf Kinder, in diesem Fall auf junge Mädchen, fixiert. Er setzt sich sehr genau mit seinen Taten auseinander, ist strukturiert und wählt immer wieder inadäquate Partner, die er leicht unter Kontrolle bringen kann und die wenig Widerstand leisten. Er wird immer wieder zum Täter und lebt seine Fantasien bewusst aus. Er ist kein Zufallstäter“, analysiert Petermann im Gespräch mit der Bild weiter. Und kommt zu dem Fazit: „Wenn Christoph K. immer wieder fantasiegesteuert gehandelt hat, dann spielt sich bei ihm immer wieder ein Kopfkino ab. Solange er diese Fantasien hat, wird Christoph K. gefährlich bleiben.“  

    Elfjährige in München vergewaltigt - Erschreckende frühere Taten des Verdächtigen

    Update vom 29. Juni 22.45 Uhr: Die Bild am Sonntag will neue, schockierende Details zum Verdächtigen im Fall der Vergewaltigung eines 11-jährigen Mädchens in München-Obergiesing herausgefunden haben: Nach Recherchen des Blattes hatte sich der Mann bereits im Jahr 2000 an einem Kind vergangen. Damals habe er die 14 Jahre alte Enkelin eines „bekannten Lebensmittel-Milliardärs“ mithilfe von Alkohol willenlos gemacht und vergewaltigt. Der Mann ist ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter.

    Bekannt ist bereits, dass der 43-Jährige zuletzt als ungefährlich eingestuft wurde (siehe Update vom 28. Juni). Die Bild mutmaßt, dass der Verdächtige versuchte, Therapeuten und Staatsanwälte mit scheinbar harmlosem Verhalten „zu blenden“. Als „weinerlich, harmlos und infantil“ habe das Personal der Psychiatrie den Mann beschrieben. 

    Mittlerweile überprüfe die Fachaufsicht die ärztlich gestützte Entscheidung, den Mann als „nicht mehr gefährlich“ einschätzen. Sollten die Ermittlungen Mängel im Verfahren aufdecken, würden „notwendige Konsequenzen von den jeweils zuständigen Instanzen“ geprüft, heißt es.

    In Hamburg wollte ein Mann an einem 13-jährigen Mädchen sexuelle Handlungen vornehmen, wurde aber von dem Kind überrascht. Darüber berichtet nordbuzz.de*.

    Elfjährige in München vergewaltigt - Verdächtiger war laut Gutachtern ungefährlich

    Update vom 28. Juni, 18.05 Uhr: Die dem Verdächtigen vorgeworfene Tat macht selbst Experten ratlos. Denn: Nach tz-Informationen stand Christoph K. kurz vor der Entlassung aus dem Maßregelvollzug.

    Neun Jahre nach der letzten Missbrauchs-Tat stuften Gutachter den 43-Jährigen zuletzt als ungefährlich ein - und ordneten für ihn die Lockerungsstufe D an. Das bedeutet: Der gelernte technische Zeichner lebte in einer therapeutischen Wohngemeinschaft und durfte als Hilfskraft arbeiten - die letzte Vorstufe vor der Entlassung. Christoph K. hatte unbegleiteten Ausgang und bekam sogar Urlaub, um probeweise in einer eigenen Wohnung zu leben. „Faktisch lebte er seit Jahren in Freiheit“, sagt ein Insider zur tz.

    Derweil hat die Polizei das Handy von Christoph K. sichergestellt, nach tz-Informationen war es auf Werkeinstellung zurückgesetzt und wird nun untersucht. Bis zum heutigen Freitag befragten die Ermittler auch Anwohner und Gäste der S-Bahn, aber: Die Wolfsmaske wurde noch nicht gefunden.

    15.42 Uhr: Der 43 Jahre alte Tatverdächtige ist in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Ein Richter erließ am Freitag Haftbefehl gegen den Mann, wie die Polizei mitteilte. Der Deutsche kam den Angaben zufolge in ein psychiatrisches Krankenhaus bei München.

    Update vom 28. Juni 2019, 14.55 Uhr: Gegen den am Mittwoch festgenommennen Tatverdächtigen im Fall der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München wurde nun Haftbefehl erlassen. Das teilte die Polizei München mit. 

    Die Ermittlungen der Polizei gehen derweil nach der Festnahme weiter. So werden durch Beamte der Ermittlungsgruppe Wolf weiter Spuren gesucht und ausgewertet. Im Bereich des S-Bahnhofs Fasangarten wurden zudem am Donnerstag Fahrgäste befragt, ob sie am Dienstag Beobachtungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit der Tat stehtn könnten. Zudem wurden im Anschluss Anwohner im Umfeld des Tatorts befragt. 

    Mittlerweile konnten durch die Ermittlungsgruppe Wolf 78 Hinweise zusammengetragen werden. Die Auswertung dauert laut Polizei an. 

    Die Elfjährige und ihre Familie werden durch Beamte des Kommissariats 105, Prävention und Opferschutz, betreut.

    Indes gab es in Hamburg einen sexuellen Übergriff auf eine 24-jährige Frau, wie nordbuzz.de* berichtet.

    Elfjährige in München vergewaltigt - Bayerischer Elternverband mahnt weitere Prüfung an

    Update vom 28. Juni 2019, 6.46 Uhr: Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München fordert der Bayerische Elternverband eine konsequente Überprüfung des Falls. Ein 43-Jähriger soll das Mädchen am Dienstag ins Gebüsch gezerrt und schwer sexuell missbraucht haben. Er ist nach Angaben der Ermittler einschlägig vorbestraft und war für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, bevor er zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft wohnte. „Ein Einzelfall ist das sicher nicht“, sagte der Landesvorsitzende des Elternverbands, Martin Löwe, der Deutschen Presse-Agentur. Nun müsse genau geprüft werden, ob und wo Fehler bei der Einschätzung des Mannes gemacht worden seien. Über ein Versagen könne bislang aber nur gemutmaßt werden.

    An einer Unterführung in Hannover kam es indes zu einer versuchten Vergewaltigung. Obwohl die Frau um Hilfe schrie, eilte keiner zu Hilfe, wie nordbuzz.de* berichtet. Eine 18-jährige Frau wurde indes in Wolfsburg von einem Radfahrer sexuell belästigt, auch darüber berichtet nordbuzz.de*.

    Mutmaßlicher Wolfsmasken-Vergewaltiger aus München wollte bei Festnahme fliegen

    18.00 Uhr: Nach tz-Informationen handelt es sich bei dem Verdächtigen um den 43-jährigen Christoph K., einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter, der bereits im Gefängnis und in der Psychiatrie gesessen hat. DNA-Spuren hatte die Ermittler auf seine Fährte gebracht. Zudem hatten sie ihn auf Videoaufzeichnungen erkannt, als er dem Mädchen in einem Abstand von 20 Metern folgte.

    Am Donnerstagmorgen versuchten die Ermittler, K. in seiner Wohnung nahe Großhadern zu verhaften, trafen ihn dort aber nicht an. Dann fuhren sie weiter zu seinem Arbeitsplatz im Münchner Landkreis. Christoph K. versuchte zu fliehen. „Doch die Beamten haben das verhindert und ihn überwältigt“, sagte Ignaz Raab, Chef des für Sexualdelikte zuständigen Kommissariats 15. Um zehn Uhr klickten die Handschellen.

    Wer ist die Bestie mit der Wolfsmaske? Christoph K. wurde in München geboren und verbrachte sein gesamtes Leben in der Landeshauptstadt. Er absolvierte eine Ausbildung als technischer Zeichner, zuletzt war K. als Hilfskraft tätig. Den Ermittlungen zufolge hatte der Vergewaltiger das Mädchen auf seinem Nachhauseweg von der Arbeit getroffen und sie auf einem Verbindungsweg in der Ami-Siedlung zu Boden gerissen und missbraucht.

    Verdächtiger hat schon einmal ein Kind sexuell missbraucht

    Es ist nicht sein erstes Verbrechen: Bereits im Februar 2010 wurde Christoph K. vom Münchner Landgericht zu vier Jahren und elf Monaten Haft verurteilt, weil er ein Kind sexuell missbraucht hatte. In den Knast musste K. , weil er sich 17 Mal an dem Kind vergangen hatte.

    Nach der Haft wurde K. in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Bis 2018 saß er in der geschlossenen Psychiatrie in Haar. Seit vergangenem November hatte er in einer therapeutische Wohneinrichtung gelebt. Zuletzt wurde seine Unterbringung gelockert. Gutachter bescheinigten Christoph K., dass er keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellt.

    Ein bitterer Irrtum! Denn am Mittwoch schlug der Vergewaltiger erneut zu – und überfiel das elfjährige Mädchen. Nach tz-Informationen ist Christoph K. acht Mal vorbestraft, sieben Mal einschlägig. Aktuell sitzt K. in der JVA Stadelheim in Untersuchungshaft. Zu dem Tatvorwurf wollte er sich nicht äußern. Die Wolfsmaske wurde bislang nicht gefunden. Am wird der mutmaßliche Vergewaltiger dem Haftrichter vorgeführt.

    Pressekonferenz zur Festnahme eines Tatverdächtigen nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen.

    Vergewaltigung einer Elfjährigen in München: Polizei nennt auf Pressekonferenz Details

    15.23 Uhr: Der jetzt festgenommene Mann war Hilfskraft. „Es war eine ganz normale Firma“, so Raab. Zudem sei er gelernter technischer Zeichner.

    15.21 Uhr: Die Wolfsmaske, die der Täter trug, konnte bisher nicht gefunden werden.

    15.15 Uhr: Zeugen hatten den schrecklichen Vorfall gesehen - allerdings nicht bemerkt, dass es sich dabei um eine Vergewaltigung gehandelt hat. „Er hat sie ja auch zu Boden gedrückt im Gebüsch“, so Raab. Die Zeugen seien vorbei gegangen sowie geradelt und hätten nicht lange etwas sehen können.

    15.13 Uhr: Der jetzt gefasste Tatverdächtige hatte acht Voreintragungen, wovon sieben einschlägig waren, erklärt die Staatsanwaltschaft. Ab November 2018 befand sich der Mann in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Der Verdächtige wurde zudem bereits verurteilt. Unter anderem wegen Nötigung, versuchter Nötigung, versuchter sexueller Nötigung sowie sexuellem Missbrauch von Kindern in 17 tatmehrheitlichen Fällen.

    Verdächtiger festgenommen: Ist er der Wolfsmasken-Vergewaltiger von München-Obergiesing?

    Livestream Polizei München

    15.09 Uhr: Bereits in den Abendstunden des Tattags wurden Spuren gesichert sowie Zeugen gesucht und befragt, erklärt Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Die Ermittlungen seien zudem noch nicht abgeschlossen.

    15.06 Uhr: „Wir sind aufgrund der DNA auf ihn gestoßen“, so Raab. Am Körper des Mädchens sei tatrelevante männliche DNA festgestellt worden. Ein Abgleich mit der Datei ergab dann einen Treffer mit dem Tatverdächtigen. Zudem konnten Videobeweise vom S-Bahnhof Fasangarten sichergestellt werden. Der Verdächtige folgte dem Mädchen in circa 20 Meter Entfernung. Und weiter: „Sie waren in der gleichen S-Bahn, sie ist am Fasangarten ausgestiegen, er ist ihr gefolgt“, so Raab. Er habe dann die Parkanlage genutzt, um „über sie herzu fallen“.

    15.04 Uhr: Der zu beantragende Haftbefehl soll auf schweren sexuellen Missbrauch in Tateinheit mit Vergewaltigung und Tatmehrheit mit Nötigung lauten. Der Mann wird am Freitag dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

    15 Uhr: Aufgrund der Spurenlage habe sich ein Tatverdacht ergeben, so Ignaz Raab vom Kommissariat 15 für Sexualdelikte auf der Pressekonferenz der Polizei. Der Verdächtige konnte nicht an seiner Wohnung angetroffen werden. An seiner Arbeitsstelle im Landkreis München konnte der 43-jährige Tatverdächtige dann festgenommen werden. Es handelt sich um einen Münchner.

    Der Verdächtige konnte festgenommen werden. Der ermittelnde Staatsanwalt war ebenfalls vor Ort. Der Verdächtige sowie sein Anwalt machen keine Angaben zur Tat. Er wird morgen dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

    Vergewaltigung einer Elfjährigen in München: Polizei verhaftet Tatverdächtigen

    14.34 Uhr: Alle Hintergründe und Details zur Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München lesen Sie ab 15 Uhr hier im Ticker.

    Update vom 27. Juni 2019, 14.08 Uhr: Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Das bestätigte die Polizei München. Um 15 Uhr soll es eine Pressekonferenz geben.

    Polizei München sucht Zeugen für Vergewaltigung der Elfjährigen und zeigt Präsenz vor Schulen

    Update vom 27. Juni 2019, 10.21 Uhr: Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München hat die Polizei bei ihrer Suche nach dem mit einer Wolfsmaske verkleideten Täter zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung bekommen. Rund 60 werden derzeit von den Ermittlern ausgewertet, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Er rechnete damit, dass es noch mehr werden. Ein unbekannter Mann hatte das Kind nach Angaben der Polizei am Dienstag im Münchner Stadtteil Obergiesing in ein Gebüsch gezerrt, ihm den Ranzen heruntergerissen und es schwer sexuell missbraucht. Dabei trug der Täter laut Ermittlern eine Wolfsmaske. An Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in dem Gebiet seien Polizisten präsent, sagte der Sprecher. Eine Ermittlungsgruppe aus 25 Polizisten suche nach dem Täter.

    Lesen Sie auch: In Neumarkt St. Veit soll es vor einer Penny-Filiale und am Marktplatz zu einer Messerstecherei gekommen sein. Das Opfer ist schwer verletzt.

    Update 19.00 Uhr: Es ist eine Tat, die selbst erfahrene Ermittler fassungslos macht. „Ich habe so etwas in den letzten 16 Jahren nicht erlebt“, sagt Ignaz Raab, Chef des für Sexualdelikte zuständigen Kommissariats 15. Am helllichten Nachmittag hat ein Mann mit einer Wolfsmaske und weißen Latexhandschuhen in Obergiesing ein Mädchen schwer sexuell missbraucht. „Das ist eine seltene, aber sehr schwerwiegende Tat“, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Mittwoch. 

    Das Mädchen war am Dienstag gegen 16.30 Uhr vom S-Bahnhof Fasangarten auf dem Weg zur Wikingerstraße. Dabei nutzte das Kind in der sogenannten Ami-Siedlung einen Verbindungsweg, der durch eine kleine Grünanlage führt. Plötzlich hörte die Schülerin Schritte hinter sich. Aus dem Nichts griff der Maskierte die Elfjährige an und hielt ihr den Mund zu. Dann zerrte der Unbekannte sie ins Gebüsch, riss ihr den Schulranzen vom Rücken und warf ihr ihre eigene Jacke über das Gesicht. Der Täter zog dem Kind die Hose herunter und verging sich an ihm. 

    Vergewaltigung in München-Obergiesing war offenbar vorbereitet

    Nach der Tat befahl der Mann dem Mädchen, fünf Minuten zu warten – und drohte damit, es und seine Familie zu töten, falls es jemandem etwas erzählt. Denn er wisse auch, wo es wohnt. Nach der Tat lief das Mädchen nach Hause und vertraute sich seiner Mutter an. Diese alarmierte die Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ohne Erfolg. 

    Zwei Frauen, die den Vorfall aus einiger Entfernung wahrgenommen hatten, hatten ihn nach Angaben der Polizei nicht als sexuellen Übergriff erkannt. Mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, so betonte Marcus da Gloria Martins, fahnde die Polizei nach dem Täter. Sofort wurde die Ermittlungsgruppe „Wolf“ mit zehn Beamten des K15 eingerichtet. Unterstützt werden die Beamten von Ermittlern der Mordkommission und Profilern der Operativen Fallanalyse (OFA). 

    Offenbar hatte der Mann die Tat vorbereitet: Er trug neben einer Wolfsmaske weiße Latexhandschuhe, wie sie in einem Krankenhaus benutzt werden. Er sprach akzentfrei Deutsch, ist vermutlich mittleren Alters und etwa 1,85 Meter groß. Gekleidet war er mit einer dunklen Hose, die übers Knie geht, einem grauen T-Shirt und dunklen Sneakern. „Uns interessiert alles, beispielsweise ob jemand beobachtet hat, wie jemand mit einer Maske hantierte oder nervös wirkte“, so Martins. „Wir brauchen weitere Augenzeugen.“ Wer etwas gesehen hat, kann sich unter Telefon 089/29 10-0 melden. 

    „Erinnert an das Märchen Rotkäppchen und der böse Wolf“

    Derzeit wird untersucht, ob der Täter trotz Handschuhen DNA hinterlassen hat. Das Kind erlitt laut Polizei „körperlich leichte Verletzungen“. Die Begrifflichkeit „leichte Verletzung“ ist eine Einordnung von Behörden, um Verletzungsgrade zu vereinheitlichen. Bei „leichten Verletzungen“ hat das Opfer keine lebensgefährlichen oder Knochenbrüche erlitten. Trotzdem können die „leichten“ Verletzungen - wie in diesem Fall - schmerzhaft, lang anhaltend und vor allem psychisch belastend sein. Das 11-jährige Mädchen ist schwer traumatisiert.

    Wo und wie der Täter auf das Kind aufmerksam geworden ist, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Der Missbrauch sprach sich am Mittwoch herum wie ein Lauffeuer. In unmittelbarer Nähe des Tatorts sind mehrere Schulen, vor denen die Polizei nun verstärkt Streife fährt. 

    Eine Passantin erzählte, dass Eltern jetzt ihre Kinder von der Schule abholen und genau hinschauen würden, wer in der Wohnsiedlung unterwegs ist. „Das ist wirklich so unvorstellbar“, sagen Leute, die in der Grünanlage unterwegs sind. Besonders perfide sei die Verkleidung des Täters mit der Wolfsmaske. „Das erinnert an das Märchen Rotkäppchen und der böse Wolf. Das ist so erschreckend.“

    Vergewaltigung in München: Polizei informiert in Pressekonferenz

    Update 11.47 Uhr: Derzeit laufen die DNA-Untersuchen an der Kleidung des Mädchens. Weitere Angaben zur Spurenlage möchte die Polizei derzeit nicht machen. Zwei Passantinnen, die ebenfalls Angaben zur Tat machen konnten, haben sich bei der Polizei gemeldet.

    Das Mädchen ist traumatisiert und befindet sich in psychiatrischer Behandlung. Die Tat wirkt sehr geplant, dennoch steht noch nicht fest, ob das Kind ebenso das geplante Opfer des Täters war oder er sich mit dem Vorhaben einer Vergewaltigung ein Zufallsopfer gewählt hat.

    Update 11.39 Uhr: Polizeipressesprecher Marcus da Gloria Martens sowie Ignaz Raab, Leiter des Pressekommandos für Sexualdelikte, sind vor Ort. Wie Raab berichtet, war das Mädchen (11) gestern am Fasangarten in Richtung Wikingerstraße unterwegs.

    Mädchen in München vergewaltigt: „Ich weiß wo du wohnst“

    Sie ging durch die Parkanlage an der sogenannten „Amisiedlung“ als plötzlich ein unbekannter Mann hinter ihr stand. Dieser habe sie zu Boden gerissen, ihr Gesicht mit einer Jacke verdeckt und sie vergewaltigt. Danach habe er ihr gedroht, sie und ihre Familie zu töten, wenn sie um Hilfe rufe. Dem Kind zufolge sagte er: „Ich weiß, wo du wohnst.“ Das Kind habe daraufhin seiner Mutter von der Tat berichtet. Diese habe umgehend die Polizei benachrichtigt.

    Beschreibung des Vergewaltigers in München

    Der Täter soll männlich und etwa 1,85 Meter groß sein. Er soll eine „wolfsähnliche“ Maske getragen und der Stimme nach mittleren Alters gewesen sein. Unter der Maske sollen dem Mädchen nach kurze, braune Haare herausgeschaut haben. Der Mann war bekleidet mit einem grauen T-Shirt, dunkler Hose, etwa dreiviertellang, und dunklen Sneakers. Zudem soll er weiße Latexhandschuhe, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden, getragen haben. Dem Mädchen nach habe der Täter akzentfreies Deutsch gesprochen.

    Pressesprecher da Gloria Martens warnt zusätzlich, da der Tatort in der Nähe einer Grundschule liegt. Derzeit sei eine Sonderkommission zu Aufklärung des Falls eingerichtet.

    Update 11.30 Uhr: Aufgrund der Aktualität des Vorfalls und des flüchtigen Täters geben Polizei und Staatsanwaltschaft München aktuell eine Pressekonferenz zu der Vergewaltigung einer Elfjährigen in Obergiesing am gestrigen Dienstag.

    Erstmeldung vom 26. Juni, 10.06 Uhr

    München - Wie die Polizei München mitteilt, soll sich der Vorfall am späteren Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr im südlichen Stadtteil Obergiesing zugetragen haben. Den ersten Informationen zufolge befindet sich der Täter derzeit auf der Flucht.

    Die Polizei hat für den späten Vormittag eine Pressekonferenz mit weiteren Informationen zu Tat und Täter angekündigt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

    Weitere Nachrichten aus München und Umgebung finden Sie hier bei tz.de*.

    In Birmingham im US-Bundesstaat Alabama wurde einer Schwangeren während eines Streites in den Bauch geschossen. Sie wird nun für den Tod ihres Kindes schuldig gemacht.

    In Passau hat sich eine Frau so lange gegen ihren Vergewaltiger gewehrt, bis sie Hilfe bekam. 

    Video: Der Tathergang des Missbrauchs

    *tz.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

    kah

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