"Damit soll sie die Welt erkunden"

Multimillionär baut Super-Truck für seine kleine Tochter (4)

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Eine mobile Festung: Diese Animation zeigt das Kira Mobil, das Bran Ferren für seine vierjährige Tochter Kira entwickelte. Damit soll sie später die Welt entdecken. Damit sie auch mal schnell zum Einkaufen kann, ist ein Motorrad integriert.

New York. Es gibt sicher wenige Väter auf der Welt, die ihrer vierjährigen Tochter ein Pferd schenken. Der 61-Jährige Multimillionär Bran Ferren könnte seiner Tochter Kira diesen Wunsch leicht erfüllen. Doch er entwickelte stattdessen ein irrwitziges Expeditionsfahrzeug für die Vierjährige. Damit soll sie die Welt entdecken, sagt er. Später, irgendwann.

Kira-Van heißt das Gefährt, das aus einer Zugmaschine und einem Wohnanhänger besteht. Vorstellen kann man es sich am besten als eine Mischung aus Wohnmobil, fahrbarem Bunker und Kommandostand. 16 Meter ist es lang und wiegt gut 23 Tonnen. Es verfügt über einen Allradantrieb, die Reifen sind kevlarbeschichtet – und damit praktisch unzerstörbar. Küchenzeile und Bad sind seitlich ausfahrbar, und nach oben lässt sich noch ein kleines Penthouse entfalten. Der 640 Liter fassende Tank ermöglicht eine Reichweite von 3200 Kilometern.

Wer Ferren kennt, der weiß, warum er seiner Tochter so ein Geschenk macht. Er ist ein Mann des Spektakulären – und das ist sicher noch milde formuliert. In den 1970er Jahren tüftelte er Spezialeffekte für Rockshows weltbekannter Bands aus, sorgte später für Spezialeffekte in Hollywoodfilmen, wurde schließlich Forschungs- und Entwicklungschef bei Disney, und entwickelte Attraktionen für Vergnügungsparks. Was könnte ein solcher Mann seiner Tochter anderes schenken, als ein Expeditionsmobil?

Bran Ferren.

„Ich liebe es, meiner Tochter dabei zuzusehen, wie sie die Welt begreifen lernt“, sagt Ferren in einem Gespräch mit dem US-Magazin „Wired“ (Übersetzt: Verrückt). Da die Welt nun einmal groß sei, brauche seine Tochter auch ein entsprechendes Gefährt. Gleich nach der Geburt von Kira habe er damit begonnen, es zu entwerfen. Zum Einsatz soll das Mobil noch in diesem Jahr kommen – auch wenn Kira selbst noch nicht fahren kann. Ferren möchte mit seiner Familie auf Reise gehen. Kalifornien, Kanada und Europa nennt er als mögliche Ziele.

Bei einer Reise mit Frau und Kind werden sicher viele Extras des Mobils nicht zum Einsatz kommen, doch nicht nur für solche Familienfahrten ist der Wagen gedacht. Ferren sieht sein Kira-Mobil auch als Vorzeige-Gefährt für Forschungseinrichtungen oder das Militär. Gebaut werden können sie allerdings nur auf Bestellung – allein schon, weil ein Kira-Van extrem teuer ist.

Details zum Kira-Van gibt's  hier:  http://zu.hna.de/kiravan

Die genauen Kosten für Entwicklung und Bau des Mobils will Ferren nicht verraten. Einige Millionen Dollar seien es allerdings gewesen, versichert er. Ein Pferd wäre da bestimmt günstiger gewesen. Ob die kleine Kira damit vielleicht sogar glücklicher gewesen wäre, ist unbekannt.

Von Moritz Schäfer

 

Hintergrund: Technik auch aus Deutschland

ie Zugmaschine des Kira-Vans ist ein umgebauter Unimog mit einem 260 PS starkem Motor von Mercedes. Das ist jedoch nicht alles, was das Kira-Mobil von einem handelsüblichen Wohnmobil unterscheidet:

• Auf dem Dach gibt es eine Drohne, die per Fernsteuerung auf Erkundungsflug geschickt werden kann um den vorausliegenden Weg auf Hindernisse zu überprüfen.

• 22 Kameras können an mehreren Masten ausgefahren werden um Filmaufnahmen zu machen.

• Ebenfalls im Anhänger befindet sich ein kleines Labor für geologische oder Chemische Untersuchungen.

• Am Heck des Mobils hängt ein Motorrad, das für kurze Einkaufsfahrten zwischendurch gedacht ist. (mhs)

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