Verbindung zu Muslimbruderschaft vermutet

Muslimisches Institut in Frankfurt unter Verdacht

Frankfurt. Ein muslimisches Institut in Frankfurt steht nach Einschätzung des Verfassungsschutzes unter dem Verdacht, radikal-islamisches Gedankengut zu verbreiten. Das teilte das Landesamt für Verfassungsschutz am Montag mit.

Das im vergangenen Oktober geöffnete Europäische Institut für Humanwissenschaften (EIHW) könne dem weltweiten Netz der Muslimbruderschaft zugerechnet werden. EIHW-Leiter Abdullatif Hussein sagte hingegen, das Institut stehe auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über den Fall berichtet.

"Studierenden des EIHW wird die Ideologie der Muslimbruderschaft gelehrt", erklärte das Landesamt weiter. Ein überwiegender Teil der im Internet aufgeführten Lehrkräfte des Instituts sei zudem dem Umfeld der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) zuzurechnen, die ebenfalls der Muslimbruderschaft nahestehe. Ideologie und Ziele der Muslimbruderschaft wie die Errichtung eines weltweiten Gottesstaates auf der Grundlage des Korans richteten sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung.

EIHW-Leiter Hussein wies den Vorwurf zurück. "Wir respektieren und schätzen das deutsche Grundgesetz und leben danach", sagte er. "Wir wünschten, dass es auch in anderen Ländern ein derartiges Gesetz gäbe." Die Einführung islamischen Rechts in Deutschland, der Scharia, sei für ihn kein Thema. "Wenn eine staatliche Ordnung besteht wie in Deutschland, dann braucht man keine Scharia", fügte er hinzu. Der gebürtige Jemenit lebt nach eigenen Angaben seit 1990 in Deutschland, ist Chemiker und seit 2002 deutscher Staatsbürger.

In dem Institut werden Islamische Studien und arabische Sprachen gelehrt. Insgesamt 85 Studierende zählt das EIHW nach eigenen Angaben deutschlandweit, darunter auch Teilnehmer von Fernkursen. Staatlich anerkannte Abschlüsse vergibt das Institut nicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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