Mutmaßlicher Geiselnehmer hortete Feuerlöscher

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Die Polizei musste die umliegenden Wohnungen evakuieren.

Hamburg - Nach der Entführung einer 26-jährigen Frau in Hamburg stellt die Polizei immer mehr Beweisstücke aus der Wohnung des mutmaßlichen Geiselnehmers sicher.

Bislang fanden die Ermittler 113 Feuerlöscher, von denen an neun Geräten Sprengstoffspuren festgestellt wurden, wie ein Polizeisprecher am Dienstag auf dapd-Anfrage sagte. Unterdessen schweigt der Mann laut Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers weiter zu den Tatvorwürfen. Der 30 Jahre alte Beschuldigte soll am vergangenen Freitag eine Frau entführt und sie in seiner Wohnung eingesperrt haben. Das Opfer konnte fliehen.

Die erneute Untersuchung der Wohnung des Mannes im Stadtteil Barmbek dauerte am Dienstag an. Bereits am Montag hatte die Polizei eine explosive Substanz im Keller des mutmaßlichen Geiselnehmers gefunden. Daraufhin waren 106 Menschen aus den umliegenden Wohnungen und Nachbargebäuden vorübergehend evakuiert worden. Der Abtransport der verdächtigen Gegenstände dauerte mehrere Stunden. Ebenfalls am Montag hatte die Polizei in der Wohnung eine Telefonzelle entdeckt, die offenbar als schalldichter Raum dienen sollte. Die Telefonzelle wurde am Dienstag ausgeräumt, wie der Polizeisprecher weiter sagte.

Substanz in den Feuerlöschern noch unklar

Die mit Spuren der explosiven Substanz gefundenen Feuerlöscher wurden zur Untersuchung in das Depot des Landeskriminalamtes im Stadtteil Bergedorf gebracht. Noch am Dienstag war unklar, ob sich das Gemisch auch in den Feuerlöschern befindet. Die selbst hergestellte Substanz war laut Polizei in der Handgranate, die der Beschuldigte bei der Festnahme bei sich trug.

Die Staatsanwaltschaft geht wegen der in der Wohnung gefundenen Lebensmittelvorräte davon aus, dass der Mann die Frau über mehrere Wochen gefangen halten wollte. Der mutmaßliche Geiselnehmer schweige weiter zu den Tatvorwürfen, sagte Möllers. Der Mann sei nicht vorbestraft. Allerdings sei der Beschuldigte seit 2009 in fünf Fällen wegen Nachstellung aufgefallen. Die Ermittlungen seien wegen fehlenden Tatverdachts eingestellt worden, sagte Möllers. Zum Zustand des Opfers wollte die Polizei am Dienstag auf dapd-Anfrage keine Angaben machen.

Verdächtiger hatte scharfe Handgranate und Schusswaffe

Anwohner hatten am vergangenen Freitag gesehen, wie die Frau vom Balkon einer Hochparterre-Wohnung sprang und davonlief. Der 30-Jährige folgte ihr. Kurz nachdem die von den Nachbarn alarmierte Polizei eintraf, kehrte der Mann zurück in seine Wohnung und wurde dort festgenommen. Er hatte die scharfe Handgranate sowie eine durchgeladene Schusswaffe bei sich. Gegen den mutmaßlichen Täter erging Haftbefehl. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren.

dapd

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