Während des Freigangs:

Mutmaßlicher Sextäter soll 13-Jährige bei Bekanntem misshandelt haben

Hannover/Kleve. Ein 51-Jähriger, der während seines Freigangs in Lingen eine 13-Jährige missbraucht haben soll, soll noch am Dienstag vernommen werden. "Ob er da was sagen wird, müssen wir im Lauf der nächsten Tage sehen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer.

Unterdessen wurde bekannt, dass das Mädchen in der Wohnung eines einschlägig vorbestraften Bekannten des 51-Jährigen missbraucht worden sein soll. Der Mann war nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) 2010 vom Landgericht Aurich zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Die Reststrafe war zur Bewährung ausgesetzt worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich, Annette Hüfner, zu dem Bericht. Beide Männer sollen laut NOZ sollen regelmäßig miteinander Kontakt gehabt haben.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat dieser Bekannte eine Beziehung zu einer Minderjährigen. Nach Angaben der Osnabrücker Staatsanwaltschaft ist das Mädchen eine Freundin der 13-Jährigen, die den Missbrauch angezeigt hatte.

Die Justizvollzugsanstalt Lingen habe gewusst, dass beide sich kannten, sagte der Sprecher des Ministeriums. Beide hätten sich im Lingener Gefängnis kennengelernt.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Landtag mit der Flucht. Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) wird am frühen Nachmittag dem Rechtsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung berichten.

Der 51-Jährige wird von den niedersächsische Ermittlern im niederrheinischen Kleve vernommen. Er war am Samstag in Emmerich gefasst worden. Inzwischen habe das zuständige Gericht in Kleve einen Haftbefehl verkündet, sagte Retemeyer. Bei dieser Gelegenheit habe der 51-Jährige nichts zu den Vorwürfen gesagt.

In die Justizvollzugsanstalt Lingen wird er voraussichtlich nicht mehr zurückkehren, sondern in die zentrale Einrichtung für Sicherungsverwahrte in Rosdorf bei Göttingen gebracht werden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums.

Nach der Flucht waren Fragen aufgekommen, ob Gutachter die von dem Mann ausgehende Gefahr unterschätzt haben. Er war 2002 wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden und befindet sich seit 2007 in Sicherungsverwahrung. Zuvor war er wegen Totschlags und dreier Sexualdelikte verurteilten worden.

Die oppositionelle CDU hatte der Ministerin mangelhafte Informationspolitik vorgeworfen. Ihr Verhalten werfe die Frage auf, wie sie grundsätzlich zur Sicherungsverwahrung stehe, sagte die Vize-Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Mechthild Ross-Luttmann, laut einer Mitteilung.

Niewisch-Lennartz hatte nach der Festnahme des 51-Jährigen am Samstag in Emmerich (Nordrhein-Westfalen) Erleichterung bekundet und für ihr Ministerium Aufklärungsarbeit angekündigt. Denn der Flüchtige hatte noch zwei Tage nach dem mutmaßlichen Missbrauch des Mädchens telefonisch Kontakt mit dem Gefängnis. Zu dem Zeitpunkt war bereits die Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt. Der Anruf war schon Thema in der Sitzung des Landtags-Unterausschusses für Justizvollzug.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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