Die Mutter aller Bilderbücher: Neuer Band der "Häschenschule"

Alt und neu: Die Titelbilder der „Häschenschule“.

90 Jahre sind seit dem Debüt vergangen: 1924 hatte der deutsche Kinder- und Jugendbuchautor Albert Sixtus den ersten Band aus der Kinderbuchreihe „Die Häschenschule“ veröffentlicht. Nun gibt es einen Zuschlag.

Der Stuttgarter Esslinger Verlag hat den vierten Band „Ferien in der Häschenschule“ von Anne und Rolf Mühlhaus veröffentlicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Buch.

Warum gibt es jetzt den vierten Band? 

Der neue Band

Nach dem ersten Band mit Versen von Albert Sixtus schrieb das Ehepaar Anne und Rudolf Mühlhaus „Ein Tag in der Häschenschule“1947 und konzipierte eine Fortsetzung, die nicht veröffentlicht wurde. Die Tochter des Ehepaars entdeckte die Vorlage zum vierten Teil, wie der Verlag mitteilte. Das Manuskript entstand vermutlich Ende der 1940er-Jahre. „Ferien in der Häschenschule“ lag demnach 70 Jahre in einer Schublade in München.

Was ist das Thema von „Ferien in der Häschenschule“?

Hasenfritz hat erstmals Ferien und kann die freie Zeit außerhalb der Schule genießen. Mit seinen Eltern unternimmt er einen Wanderausflug auf die Seekarspitze in den Tiroler Alpen. Auf dem Weg zum Gipfelkreuz macht die Familie eine Kahnpartie auf dem Achensee.

Wie viele Bände der „Häschenschule“ sind bisher erschienen? 

„Ferien in der Häschenschule“ (2016) ist der vierte Teil aus der Reihe. Bisher sind im Stuttgarter Esslinger Verlag „Die Häschenschule“ (1924), „Der Häschen-Schulausflug“ (1930) und „Ein Tag in der Häschenschule“ (1947) erschienen.

Was macht den Erfolg der „Häschenschule“ aus? 

Ein Erfolg der Häschenschule liegt im Anthropomorphismus, also der Vermenschlichung der Tiere, sagt die Koordinatorin für Jugend- und Kinderliteraturforschung an der Uni Osnabrück, Mareile Oetken. „Wie die Brötchen knusprig munden - in den ersten Morgenstunden. Vater sagt: Wir wandern heut - in der schönen Ferienzeit!“, heißt es. Die Reime sind leicht verständlich in Paarreimform verfasst.

Wer war der Autor Albert Sixtus? 

Albert Sixtus kam 1892 nahe Chemnitz zur Welt. Er besuchte von 1906 bis 1912 das Lehrerseminar in Pirna, das er mit Auszeichnung abschloss. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Kanonier ausgebildet. Er begann seine litererarische Tätigkeit nach 1922 mit der Veröffentlichung des Märchenbuchs „Mein Guckkästchen“. Albert Sixtus starb nach langer Krankheit im Februar 1960 in Jena.

Warum ist Albert Sixtus noch bis heute bekannt? 

Oetken vergleicht Sixtus’ Kinderbücher mit Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“. Solche Bücher würden weitergereicht. „Emotional aufgeladen“ seien sie. Man kenne die Klassiker, verbinde Erinnerungen und gebe diese weiter. Gutes und Böses werde klar benannt. „Sein bekanntestes Werk ‚Die Häschenschule’ hat eine große Moral“, so die Expertin.

Anne und Rudolf Mühlhaus: Ferien in der Häschenschule. Esslinger Verlag, 40 Seiten. 9,99 Euro.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.