Sie bestimmt den Fernsehalltag der Zuschauer

Das Mysterium Quote entscheidet, ob eine Sendung abgesetzt wird

+

Sie hilft den Sendern zu ermitteln, was im Fernsehen erfolgreich ist und was nicht: die Quote. Sie entscheidet, welche Sendungen abgesetzt werden und was weiter läuft – noch eine Staffel „Bauer sucht Frau“ oder doch lieber mehr von „Alarm für Cobra 11“? Die Einschaltquote gibt die Antwort. Doch wie entsteht sie überhaupt?

Wer steckt hinter der Quotenerhebung? 

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Sie hat ihren Sitz in Nürnberg und erhebt die Einschaltquoten repräsentativ für alle TV-Zuschauer in ganz Deutschland. Dafür wird das Fernsehverhalten in 5000 Haushalten mit 10.500 Personen ausgewertet. Ein Zuschauer steht dabei repräsentativ für 7000 andere.

Was ist die Gesellschaft für Konsumforschung? 

Die GfK ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut. Es wurde im Februar 1935 von Nürnberger Hochschullehrern gegründet und misst seit 1985 die Quoten.

Wer gibt den Auftrag für die Berechnung der Einschaltquote? 

Auftraggeber der Untersuchung ist die „Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung“ (AGF), ein Zusammenschluss der großen deutschen Sendehäuser – ARD, ProSiebenSat.1 Media AG, Mediengruppe RTL Deutschland und das ZDF.

Wie wird man Teilnehmer bei der Quotenerhebung? 

Die GfK schickt Mitarbeiter durch das ganze Land, um nach möglichen Teilnehmern zu suchen. Dabei wird darauf geachtet, alle Schichten, Familiengrößen sowie Altersklassen und Regionen abzudecken.

Wie funktioniert die Ermittlung der Quote? 

Die ausgewählten Haushalte bekommen einen sogenannten GfK-Meter, der an jedes TV-Gerät angeschlossen wird. Das System besteht aus dem Messgerät und einer Fernbedienung. Auf ihr wird jeder Person im Haus eine Zahl zugeordnet.

Woher weiß der GfK-Meter, wer welche Sendung sieht? 

Beim Einschalten des Fernsehers muss durch Drücken der personenbezogenen Zahl angegeben werden, wer zuschaut. Zudem können auf der Fernbedienung bis zu 16 Gäste registriert werden. Seit 2009 ist es mit dem GfK-Meter auch möglich zu messen, wenn eine aufgezeichnete Sendung angesehen wird. Der GfK-Meter speichert jede Sekunde die aktuellen Daten zum Programm und wie viele Personen zuschauen.

Wie kommen die Daten von den Wohnungen zur GfK? 

Jede Nacht zwischen 5 und 6 Uhr ruft die von der GfK an der Telefonsteckdose angeschlossene Quotenbox die gespeicherten Zuschauerzahlen ab und wertet sie aus.

Wofür benötigen die Sender die Daten? 

Die Informationen werden genutzt, um Sendungen und Werbung zu platzieren, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen.

Bekommen die Haushalte eine finanzielle Vergütung? 

Nein. Die GfK zahlt lediglich eine Entschädigung für die zusätzlichen Stromkosten durch die GfK-Meter. Sie beträgt monatlich fünf Euro pro Gerät.

Werden auch Online-Angebote in die Quotenberechnung aufgenommen? 

Seit 2013 wird erfasst, wie viele Menschen online die Angebote der Fernsehsender ansehen und wie lange sie dranbleiben. Allerdings fehlen dabei die werberelevanten Daten der Nutzer, wie Alter, Geschlecht und Wohnsituation.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.