Nach Erdbeben bei den Kanaren: Alarmstufe Rot

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Bei der Kanaren-Insel El Hierro hat es vor Kurzem ein Erdbeben gegeben.

Madrid - Noch vor Kurzem wackelte bei der Kanaren-InselEl Hierro die Erde. Jetzt erwarten spanische Experten einen weiteren Austritt von Magma unter dem Meeresboden. Einwohner werden in Sicherheit gebracht.

Einem Bericht der Zeitung “El País“ vom Mittwoch zufolge geht das geografische Institut ING davon aus, dass dies unweit des im Süden gelegenen Fischerdorfs La Restinga passieren könnte. Die knapp 600 Einwohner der Ortschaft waren am Dienstag in Sicherheit gebracht worden. Die Alarmstufe für einen möglichen Vulkanausbruch wurde für La Restinga auf “Rot“ erhöht. Für den Rest der Insel gilt weiter Warnstufe “Gelb“.

Urlauber auf den großen Nachbarinseln müssen nach Einschätzung des Geophysikers Birger Lühr nicht panisch werden. “Durch die Eruption des Vulkans bei El Hierro kann man für Fuerteventura, Gran Canaria und die anderen touristischen Hauptinseln eher Entwarnung geben“, sagte der Forscher des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Durch einen Magmaaustritt habe der gewaltige Druck im Erdinneren bereits ein Ventil gefunden. “Dadurch werden Eruptionen auf den Nachbarinseln unwahrscheinlich - auch wenn sie alle selbst Vulkane sind, die seit einigen Millionen Jahren aus der Wasseroberfläche ragen“, sagte Lühr.

Am Dienstag waren auch 31 Touristen, darunter sechs Deutsche, vorübergehend im Norden von El Hierro untergebracht worden, wie der Inselrat am Mittwoch berichtete. Es handele sich hauptsächlich um Sporttaucher; La Restinga ist international als ein Zentrum für Tiefseetauchen bekannt.

Das ING fürchtet einen weiteren Magma-Austritt nahe der südlichen Inselküste. Wenn das glühende Magma zusammen mit austretenden Gasen in Kontakt mit Meerwasser kommt, könnte es heftige Explosionen von Wasserdampf geben, erklärte der Vulkanologe José Luis Barrera. Lavasteine könnten durch die Luft geschleudert werden. Diese Gefahr bestehe allerdings nur bei einer Meerestiefe bis zu 200 Meter. In der Nacht von Sonntag auf Montag hatte es bereits eine erste Magma-Eruption in einer Tiefe von etwa 1000 Meter gegeben.

Laut Lühr handelt es sich um vulkanische Beben, die in Folge der unter viel Druck aufsteigenden Gas- und Magmaströme in vielen Kilometern Tiefe entstehen. “Bei diesen Bewegungen reißt das Gestein, wenn Gas und Magma sich ihren Weg nach oben bahnen“, sagte Lühr. Den letzten Vulkanausbruch auf den Kanaren habe es 1971 auf La Palma gegeben.

dpa

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