Grausame Taten in Natal

Nach Gefängnisaufstand in Brasilien: Zwei abgetrennte Köpfe entdeckt

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Rettungskräfte bergen eine Leiche.

Natal - Nach einem neuerlichen Gefängnisaufstand im Nordosten Brasiliens haben Gerichtsmediziner in der Haftanstalt Überreste von mindestens zwei Leichen gefunden.

Die Ärzte betraten das Alcaçuz-Gefängnis in der Nähe von Natal, der Hauptstadt des Bundesstaats Rio Grande do Norte, am Samstag (Ortszeit) in Begleitung von Anti-Aufruhrpolizisten. Die Behörden des Bundesstaates teilten mit, es seien zwei abgetrennte Köpfe, drei Gliedmaßen und eine Hand gefunden worden. 

Am Donnerstag hatte es erneut Zusammenstöße zwischen Bandenmitgliedern gegeben. Die Polizei versuchte unterdessen, die Kontrahenten zu trennen, indem sie auf dem Gefängnisgelände eine Barriere aus 18 Schiffscontainern errichtete. Diese soll nach Behördenangaben innerhalb von zwei Wochen durch eine Mauer ersetzt werden. 

Unterdessen patrouillierten 1800 Soldaten durch Natal. In der bei Touristen beliebten Küstenstadt und in anderen Orten hatten Bandenmitglieder in den vergangenen Tagen Busse und andere Fahrzeuge in Brand gesetzt und öffentliche Einrichtungen angegriffen. Ein Einsatz der Armee in Gefängnissen ist nach den Worten von Verteidigungsminister Raul Jungmann nicht vorgesehen. Im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco schlugen Polizisten am Samstag einen weiteren Gefängnisaufstand nieder. Amtlichen Angaben zufolge gab es dabei drei Tote und drei Verletzte.

Bei Ausschreitungen in den vollkommen überbelegten brasilianischen Gefängnissen gab es seit Jahresbeginn mittlerweile fast 140 Tote. Sie sind Teil des Krieges um die Kontrolle über den Kokainhandel in Brasilien. Im Mittelpunkt der tödlichen Auseinandersetzungen stehen Mitglieder der mächtigen Verbrecherorganisationen PCC (Erstes Kommando der Hauptstadt) aus São Paulo sowie der gegnerischen Bande CV (Comando Vermelho, Rotes Kommando) aus Rio de Janeiro. Im Alcaçuz-Gefängnis sind sie in verschiedenen Gebäuden untergebracht.

Vor einer Woche waren bei Kämpfen zwischen inhaftierten Mitgliedern verfeindeter Drogenbanden 26 Häftlinge getötet worden. Die meisten von ihnen wurden enthauptet. 

afp

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