Nach Kritik an „Tagesschau“: Nachrichtensendungen im Vergleich

Setzt auf mehr menschliche statt politische Themen: „RTL 2-News“-Moderatorin Sandra Schneiders. Foto: rtl 2

Der ZDF-„heute journal“-Moderator Claus Kleber hat mit seiner Kritik an der ARD-„Tagesschau“ eine große Debatte losgetreten. Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Kleber, er glaube nicht, dass das Konzept der Tagesschau überlebt.

Was die Sendung an Nachrichten biete, werde durch den schnellen Blick ins Internet ersetzt. Doch unterscheidet sich das Format der „Tagesschau“ so gravierend von den ZDF-Nachrichten „heute“? Und wie steht es um die Nachrichtensendungen der Privatsender?

„Tagesschau“

Mit durchschnittlich fünf Millionen Zuschauern in der Hauptausgabe um 20 Uhr bildet die „Tagesschau“ in der ARD den Primus der Nachrichtensendungen. Sie ist die einzige Nachrichtensendung, bei der die Sprecher die Nachrichten ablesen. Um mehr junge Zuschauer zu gewinnen, gibt es seit 2010 eine kostenlose „Tagesschau“-App. Diese soll laut ARD einen „zeitgemäßen Service“ bieten. Ein Live-Stream soll ebenfalls junge Menschen für die „Tagesschau“ begeistern. Somit sind die Zuschauer nicht mehr an eine bestimmte Sendezeit gebunden, sondern können die „Tagesschau“ auch zu anderen Zeiten schauen. Nicht sehr erfolgreich sieht es bei den „Tagesthemen“ aus: Häufig verschobene Sendezeiten und wechselnde Moderatoren schrecken die Zuschauer ab. Im Schnitt schalten hier 2,6 Millionen Zuschauer ein.

„heute“

Das ZDF-Gegenstück zur „Tagesschau“ liegt mit 3,5 Millionen Zuschauern noch hinter „RTL Aktuell“. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, werden die Nachrichten nicht von Sprechern verlesen, sondern von Journalisten moderiert. Dadurch wirken die „heute“-Nachrichten zeitgemäßer und weniger trocken als in der ARD. Bei wichtigen Themen werden Experten befragt oder der Moderator nimmt selbst Stellung. Die ausführlichere Nachrichtensendung „heute journal“, welche im Schnitt 3,2 Millionen Zuschauer verfolgen, wird seit 2009 aus einem neuen Studio gesendet, wofür das ZDF 30 Millionen Euro ausgab. Mit auf den Studiohintergrund projizierten Bilder sollen die Nachrichten verständlicher dargestellt werden.

„RTL Aktuell“

Mit den „RTL Aktuell“-Nachrichten möchte der Privatsender in erster Linie die werberelevante Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren ansprechen. Täglich schalten im Schnitt 4,7 Millionen Zuschauer ein. Besonders durch den Einsatz von animierten und dreidimensionalen Grafiken sollen komplexe Inhalte verständlich dargestellt werden.

„Newstime“

Inhaltlich unterscheidet sich die Pro 7-„Newstime“ nicht wesentlich von „RTL Aktuell“. Allerdings wird bemängelt, dass es Pro 7 mit der Neutralität der Nachrichten nicht ganz genau nimmt. Zum Beispiel entpuppte sich 2009 eine Sonderausgabe als Werbeblock für eine neue Mistery-Serie, die Pro 7 ins Programm nahm. Die „Newstime“ sehen im Schnitt 1,5 Millionen Zuschauer.

„RTL 2-News“

Die „RTL 2-News“ sind die Boulevard-Variante der Nachrichtensendungen. Politische Themen werden oft nur angeschnitten, vielmehr konzentrieren sich die Nachrichten eher auf menschliche Schicksale und Katastrophen. Diese Relevanzsetzung spricht besonders junge Menschen an: Bei den 14- bis 29-Jährigen haben die „RTL 2-News“ mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent deutlich bessere Werte als die „Tagesschau“ (8,2 Prozent).

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