150 Rettungskräfte waren im Einsatz

Nach Massenvergiftung mit Drogen: Strafverfahren gegen Verletzte

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Zahlreiche Rettungswagen und Notärzte sind am 04.09.2015 in Handeloh (Niedersachsen) nahe eines Tagungszentrums im Einsatz, nachdem es zu einer einer Massenvergiftung gekommen sein soll. Rund 30 Personen klagten über starke Schmerzen. Die Verletzten werden vom Notärzten und Sanitätern betreut.

Handeloh. Nach einer Massenvergiftung mit 29 Verletzten in Handeloh (Kreis Harburg in Niedersachsen) hat die Polizei die Strafverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet.

Sie werden beschuldigt, am Freitag Halluzinogene eingenommen zu haben, sich selbst verletzt und somit einen Großrettungseinsatz verursacht zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. Bei der Droge habe es sich um das in Deutschland seit Ende 2014 verbotene "2C-E" gehandelt, in Szenekreisen auch als "Aquarust" bekannt. Hinweise darauf, dass den Betroffenen zur Einnahme der Droge gezwungen worden seien, gebe es demnach nicht.

Über 150 Rettungskräfte waren am Freitagnachmittag im Einsatz um die in einem Tagungszentrum 29 herumtorkelnden Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren in Krankenhäuser zu bringen. Nach Angaben vom Freitag habe es sich um mehr als 30 Verletzte gehandelt; die Polizei sprach am Samstag jedoch nur noch von 29 Verletzten.

Bei den Verletzten handelt es sich laut dem NDR um Ärzte, Homöopathen und Heilpraktiker, die bei einem Seminar offenbar mit Drogen experimentiert haben.

Sie litten unter Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Luftnot und Herzrasen, wie ein Kreissprecher der Feuerwehr am Freitag sagte. Sie seien bei Eintreffen der Rettungskräfte kaum ansprechbar gewesen, lebensbedrohlich verletzt sei jedoch niemand gewesen.

Die Polizei hat die Sicherung des Tatortes in Zwischenzeit abgeschlossen. Weshalb die Menschen die verbotene Droge eingenommen hatten, konnte der Sprecher am Samstagmorgen zunächst nicht sagen. (dpa)

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