Firma nimmt User in Schutz

Nach Porno-Abmahnungen: Jetzt meldet sich Redtube zu Wort

Jetzt meldet sich der Betreiber der Porno-Seite: Tausende Internetnutzer haben in den vergangenen Tagen Post vom Anwalt bekommen, weil sie - angeblich - illegal schmutzige Filmchen im Internet geguckt haben. Nun meldet sich Redtube in einer Stellungnahme, die besagt, dass die die Abmahnungen haltlos seien.

Das berichtete am Freitag die Online-Ausgabe der Düsseldorfer Zeitung "Rheinische Post" (RP).

"Die Briefsendungen verletzen die Rechte der betroffenen User erheblich", zitiert RP-Online aus der besagten Stellungnahme des Unternehmens. Redtube nehme laut des Schreibens die Verwaltung der Kundendaten sehr ernst. Zudem versicherte die Firma, sie habe nie Kundendaten an Behörden oder andere Dritte weitergegeben.

Redtube soll sogar schon rechtliche Schritte eingeleitet haben. Dadurch soll sich klären, wer die Kundendaten weitergegeben hat. Mittlerweile wehren sich auch die zahlreichen Betroffenen juristisch gegen die Abmahnungen: Strafanträge sind gestellt worden, auch eine negative Feststellungsklage läuft.

Betroffene sollten 250 Euro dafür zahlen, dass sie sich Sexfilme wie „Glamour Snow Girls“ und „Miriam´s adventures“ angeschaut haben, teilte die Verbraucherzentrale Göttingen am Donnerstag mit. Außerdem sei eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, die beigefügt ist. Problematisch ist, dass inzwischen offenbar Trittbrettfahrer Schaden anrichten: Sie verschicken Emails, in denen sie nicht nur 3000 Euro Schadensersatz fordern, sondern an die sie auch Computerviren hängen. Auch in der Region gibt es einige Betroffene. Unter ihnen ist der Rentner Michael Einig aus Schauenburg.

Auslöser der Abmahnwelle sei eine Regensburger Kanzlei und deren Mandantin, die schweizer „Archive AG“, sagte Anwalt Christian Solmecke gegenüber unserer Zeitung. In erster Linie ginge es um Verletzung von Urheberrechten. Juristisch sei derzeit aber noch alles offen, sagt der Experte für Internetrecht. So sei noch unklar, ob über den Weg des Streamings überhaupt eine Urheberrechtsverletzung begangen werden könne.

Service

Beratungstermine zur kostenpflichtigen Rechtsberatung können unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratungsstellen oder unter Telefon 05 51/ 9 11 96 0 vereinbart werden.

Von Dorothea Backovic

Rubriklistenbild: © Symbolbil dpa

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