„Wunder“ nach zehn Jahren

Eltern finden totgeglaubte Tochter

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Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 auf ein heftiges Seebeben folgte, tötete in Aceh rund 170.000 Menschen.

Banda Aceh - Es ist wie ein kleines Wunder: Fast zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami hat ein Elternpaar in Indonesien seine totgeglaubte Tochter wiedergefunden.

Die damals vierjährige Raudhatul war Ende 2004 mit ihrem drei Jahre älteren Bruder von den gewaltigen Wassermassen weggerissen worden. Die Eltern aus der Provinz Aceh auf Sumatra hatten vergeblich versucht, ihre Kinder festzuhalten.

Nach Angaben der Mutter suchten sie rund einen Monat nach ihrer Tochter, hielten sie dann aber für tot - bis ein Onkel im Juni dieses Jahres ein Mädchen sah, das ihr ähnelte.

„Das ist ein Wunder Gottes“, sagte die gerührte Mutter am Donnerstag. Sie habe sofort gewusst, dass es ihre Tochter sei, als sie das Mädchen am Mittwoch endlich wiedersah. „Mein Mann und ich sind so glücklich, dass wir sie wiedergefunden haben.“

Die schwersten Erdbeben der vergangenen 50 Jahre

Die Folgen des Erdbebens und des nachfolgenden Tsunamis in Japan halten die Welt weiter in Atem. Hilflos steht der Mensch den gewaltigen Naturkräften gegenüber. Hier sehen Sie einen Überblick über die schwersten Erdbeben der vergangenen 50 Jahre. © dpa
29. Februar 1960: 12.000 Menschen kommen bei einem Beben an der Atlantikküste in Marokko ums Leben. Das Beben hat eine Stärke von 5,7. © dpa
4. Februar 1976: In Guatemala verlieren bei einem Beben der Stärke 7,5 rund 22.770 Menschen ihr Leben. © Screenshot: Youtube
28. Juli 1976: China wird von einem Erdbeben mit einer Stärke zwischen 7,8 und 8,2 erschüttert, die Zahl der Toten liegt bei 240.000. © dpa
16. September 1978: Im Iran kommen bei einem Erdbeben der Stärke 7,7 rund 25.000 Menschen ums Leben. © dpa
19. September 1985: In Mexiko werden nach einem Beben der Stärke 8,1 mehr als 9.500 Tote gezählt. © dpa
7. Dezember 1988: 25.000 Menschen werden bei einem Beben der Stärke 6,9 in Armenien in den Tod gerissen. © Screenshot: Youtube
21. Juni 1991: Im Nordwesten des Irans verlieren 50.000 Menschen ihr Leben. Die Stärke des Bebens liegt zwischen 7,3 und 7,7. © dpa
30. September 1993: In Latur in Indien kostet ein Erdbeben der Stärke 6,0 rund 10.000 Bewohner das Leben. © Screenshot: Youtube
17. Januar 1995: Die japanische Millionenstadt Kobe wird von einem Beben der Stärke 7,2 erschüttert, es gibt mehr als 6.000 Todesopfer. © dpa
30. Mai 1998: Im Norden Afghanistans und in Tadschikistan kostet ein Beben der Stärke 6,9 rund 5.000 Menschen das Leben. © dpa
25. Januar 1999: 1.171 Tote sind die Bilanz eines Erdbebens der Stärke 6,0 in Kolumbien. © dpa
17. August 1999: Die Türkei wird von einem Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert. Betroffen ist vor allem die dicht besiedelte Region am östlichen Marmarameer. 17.000 Menschen verlieren ihr Leben. © dpa
26. Januar 2001: Indien wird von einem Beben der Stärke 7,9 erschüttert. Es gibt mindestens 2.500 Toten, Schätzungen reichen bis zu 13.000 Opfern.  © dpa
25. März 2002: Im Norden Afghanistans werden bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 bis zu 1.000 Personen getötet. © dpa
21. Mai 2003: Ein Beben der Stärke 6,8 kostet im Norden Algeriens fast 2.300 Menschen das Leben. © dpa
26. Dezember 2003: Ein Erdstoß der Stärke 6,5 erschüttert den Südosten des Irans. Etwa 26.000 Menschen kommen ums Leben, die historische Stadt Bam wird völlig zerstört. © dpa
26. Dezember 2004: Ein Erdbeben der Stärke 9,0 im indischen Ozean schickt riesige Flutwellen an die Küsten vor allem von Thailand, Sri Lanka und Indonesien. Rund 230.000 Menschen sterben, darunter 552 Deutsche, die meisten von ihnen Urlauber. © dpa
Oktober 2005: Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 kommen im Norden Pakistans mindestens 78.000 Menschen ums Leben, Hunderttausende werden obdachlos. © dpa
12. Mai 2008: Ein Beben der Stärke 7,9 erschüttert die chinesische Provinz Sichuan. Rund 90.000 Menschen werden getötet oder gelten als vermisst. © dpa
6. April 2009: Ein Erdbeben der Stärke 6,3 erschüttert die italienische Region Abruzzen. In der Stadt L,Aquila und anderen Ortschaften werden ganze Straßenzüge in Trümmer gelegt. Fast 300 Menschen kommen ums Leben, etwa 50.000 Bewohner verlieren ihr Zuhause. Die Schäden werden auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt. Es ist die folgenschwerste Naturkatastrophe des Jahres 2009 in Europa. © dpa
30. September 2009: Bei einem Beben der Stärke 7,6 westlich der indonesischen Insel Sumatra kommen 1.200 Menschen ums Leben, die Schäden summieren sich auf 2 Milliarden Dollar. © dpa
12. Januar 2010: Ein Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert weite Teile Haitis. Schätzungen zufolge kamen rund 250.000 Menschen ums Leben. Weitere 1,2 Millionen wurden obdachlos. © dpa
26. Oktober 2010: Ein Erdbeben westlich von Indonesien löst einen Tsunami aus, der mehr als 400 Menschen das Leben kostet. © dpa

Eine ältere Frau aus der benachbarten Provinz Barat Daya hatte das Mädchen bei sich aufgenommen. Raudhatuls Angaben nach könnte auch ihr Bruder noch leben: Die beiden seien damals auf der Insel Banyak gestrandet. Die Eltern wollen nun nach dem Jungen suchen.

Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 auf ein heftiges Seebeben folgte, tötete 230.000 Menschen in 14 Ländern rund um den Indischen Ozean. In Aceh starben rund 170.000 Menschen.

dpa

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