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Party-Warn-Zettel sorgt für Empörung: „Von Bier wird es auch nicht ruhiger“

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Von: Christoph Gschoßmann

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„Kann etwas lauter werden“: Wohl in jedem Wohnhaus ist schon mal einer dieser Zettel aufgetaucht. Ein solcher aus Berlin sorgt für Diskussionen.

München/Berlin – Eine Party in einem Wohnhaus – da ist oft Ärger vorprogrammiert. Einige Feiernde versuchen, die Hausgemeinschaft schon vor der Party zu besänftigen. Weise gewählte Worte auf einem Zettel im Hausflur können unter Umständen durchaus helfen, bei den Nachbarn für Verständnis zu sorgen. Falsch ausgedrückt könnte die Ankündigung jedoch das Gegenteil provozieren – wie auch in einem Beispiel der Instagram-Seite „Notes of Berlin“. Doch es geht auch andersherum: Manche Nachbarn beschweren sich gar, wenn die Party zu leise ist.

Party-Warn-Zettel in Berlin: Wer sich gestört fühlt, soll sich eine Flasche Bier holen

Ein Foto aus dem Winsviertel im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg zeigt einen Zettel mit Party-Ankündungung. Und der folgenden Aufschrift: „Liebe Nachbarn, heute Abend wird‘s bei mir im ersten Stock eine Abendgesellschaft für meinen 22. Geburtstag geben, bei der es, ihr kenn es ja, unter Umständen etwas lauter zugehen könnte.“ So weit, so wenig überraschend – junge Leute, die einen Geburtstag begießen. Nun versucht der Autor oder die Autorin für Verständnis zu werben: „Sorry! Wer sich im Ernstfall trotzdem mit dem Gedanken erwischen, uns den Krach krumm zu nehmen, der klopfe einfach an meine Tür und hole sich sein Fläschchen Bier ab. Danke für euer Verständnis! Schlaft gut! Wird auch nicht länger als max 1 Uhr gehen!“

Bei den Beobachtern auf der Social-Media-Plattform ruft diese Notiz vor allem Unverständnis hervor. „Lieber keinen Zettel schreiben und einfach machen, als das so dämlich anzukündigen. ‚Es wird laut und wenn es euch stört, dann Pech gehabt.‘“

Ein weiterer Kommentar: „Noch besser, ‚wenn es zu laut wird, holt euch eure Flasche Bier ab‘. Danach komm ich dann besser in den Schlaf oder was? Noch geringschätziger geht nicht. Dieser Zettel ist nicht freundlich gemeint, der Inhalt strotzt vor Überheblichkeit und Ignoranz.“ Eine andere Person bezeichnet den Autor des Zettels in der Kommentarspalte gar als „schleimigen Egoisten“.

Zettel wegen Party in Berlin: „Haltet euch an die Ruhezeiten“

Eine weitere Userin erzählt von ihrem Leid als Nachbarin: „Ich stehe jede Nacht um 3 Uhr auf. Habe zwei Jobs. Bin dann immer die böse Alte, die meckert. Tags wird gebohrt und gehämmert, nachts gefeiert. Fangt doch einfach früher an und haltet euch an die Ruhezeiten. Das ist wenig genug und die gibt es aus guten Gründen.“

Dieser Zettel, adressiert an die Nachbarschaft, hing in einem Haus in Berlin
Dieser Zettel, adressiert an die Nachbarschaft, hing in einem Haus in Berlin. © Screenshot / Instagram.com

Eine andere Instagram-Nutzerin glaubt, der Trick mit dem Zettel habe schon vor 20 Jahren nicht funktioniert. „Es wird trotzdem die Polizei gerufen.“ Doch einige Nutzer würden sich auch von dem Zettel überzeugen lassen, finden ihn „nett und freundlich“ oder „Nett geschrieben“, während wiederum andere sich über die sehr verbesserungswürdige Rechtschreibung auf dem Zettel echauffieren – unter anderem steht dort „Fläschen“ statt Fläschchen. „Ich möchte ihn/sie mit einem Duden verprügeln am Geburtstag“, kommentiert eine Nutzerin.

Ob und wie ausufernd die Party stattfand und womöglich die Polizei gerufen wurde, ist nicht überliefert. Ebenso, ob der Zettel erst kürzlich auftauchte oder schon älteren Ursprungs ist.(cgsc)

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