Ende einer Ära: BBC verlängert Vertrag nicht

Nachfolger gesucht: Top Gear künftig ohne Jeremy Clarkson

Jeremy Clarkson

London. Jeremy Clarkson ist nicht länger Moderator der weltweit erfolgreichsten TV-Autosendung „Top Gear“ der British Broadcasting Company (BBC).

Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird Clarksons im März auslaufender Vertrag nicht verlängert. Die BBC zieht damit die Konsequenz aus dem jüngsten der zahlreichen Skandale, in die Clarkson in den vergangenen Jahren verwickelt war.

Dem 54-Jährigen wird vorgeworfen, einen Produzenten der Serie, die jeden Sonntag von mehr als zehn Millionen Menschen geschaut wird und weltweit 350 Millionen Menschen erreicht hat, im Streit über eine Mahlzeit geschlagen zu haben. Die angebliche Ursache: Statt eines Steaks wurde ihm nach einem langen Drehtag eine kalte Fleischplatte serviert.

Clarkson war deshalb für die vergangenen zwei Wochen suspendiert worden. Bereits mit ihm gedrehte Folgen der Serie wurden nicht weiter ausgestrahlt. Erst kürzlich bezeichnete er die BBC-Vorstände deshalb als „verdammte Bastarde“.

Ein interner Bericht der von der BBC zu dem Fall eingesetzten Untersuchungskommission kommt nun zu dem Schluss, dass Clarkson nach einem 20-minütigen verbalen Wutanfall den Produzenten etwa 30 Sekunden lang körperlich traktiert habe. Das Opfer habe im Krankenhaus behandelt werden müssen. Den Verantwortlichen des Senders blieb demnach keine Alternative, als den Vertrag Clarksons nicht zu verlängern, sagte BBC-Generaldirektor Tony Hall. Für die Zuschauer bedeutet Clarksons Aus eine herbe Enttäuschung. Vergangene Woche waren Fans mit einem Panzer vor der BBC-Zentrale vorgefahren, um eine Onlinepetition mit über eine Million Überschriften für die Rückholung Clarksons zu übergeben.

Clarkson hatte die Show mit seinen Kollegen James May und Richard Hammond durch humorvolle, aufwändig produzierte Beiträge einer breiten Zielgruppe geöffnet. Die Einstellung der Sendung, die der BBC laut britischen Medien jährliche Werbeeinnahmen von mehr als 150 Millionen Euro beschert, kommt für den Sender nicht in Frage. Jetzt beginnt die Suche nach Clarksons Nachfolger.

Clarksons Eskapaden

• Vandalismus: 2004 rammte Clarkson, der eine jährliche Gage von 3,7 Mio. Euro erhielt und durch Werbeeinnahmen ein Vermögen von 50 Mio. Euro angehäuft hat, einen 30 Jahre alten Baum, um ein Auto zu testen.
• Hitlergruß: 2005 bezeichnete er das Design eines Mini als durch und durch deutsch und zeigte den Hitlergruß.
• Beschimpfungen: 2009 bezeichnete Clarkson den damaligen britischen Premier Gordon Brown als „dämlichen Mistkerl“. Auch Umweltaktivisten und Homosexuelle soll er beschimpft haben.
• Rassismus : In verschiedenen Road Trips durch andere Länder machte sich Clarkson mit Stereotypen über Land und Leute lustig.

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