Nachtblau, Beerenfarben und schwarze Spitze - Die Wäsche im Winter

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Edle Eleganz verbunden mit verspielter Verführung - das sollen Dessous im Herbst und Winter zeigen. Mit viel Spitze, feinen Stoffen und rauchigen Farben lehnt sich die neue Wäsche an den Stil der 20er Jahre an.

Nach den knalligen Farben des Sommers kehrt nicht nur in der Oberbekleidung ein wenig Ruhe ein: Auch bei den Dessous greifen die Designer in der kalten Jahreszeit zu gedämpften Farben und rauchigen Tönen. Diese wirken edel und verführerisch. „Nachtblau, Beerenfarben, Hummer oder Curry werden an den Dessous häufig zu sehen sein“, sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Oft werden diese Farben in Verbindung mit schwarzer Spitze verwendet.

Ohnehin sind Materialmixe im Herbst und Winter sehr gefragt. „Satin mit Spitze oder Microtüll sind beliebte Kombinationen“, berichtet die Einkaufsberaterin Sonja Grau aus Ulm. Besonders auffällig: „Die Materialien werden immer feiner und fühlen sich immer mehr wie eine zweite Haut an“, erklärt Grau. Die Wäsche passe sich der Figur einerseits an, gebe durch ihre Elastizität andererseits nach. Oft werden die Stäbchen durch stabile Nähte ersetzt. Auch die Abschlüsse gestalteten die Designer immer feiner, um sie unter der Kleidung nahezu unsichtbar zu machen. Muster seien in dieser Saison häufig einfarbig und in das Material eingearbeitet, sagt die Personal Shopperin Simone Piskol aus Heidenau bei Dresden. Sie habe geometrische Formen wie Dreiecke oder Rauten ausgemacht. Einkaufsberaterin Sonja Grau hat außerdem viele Verzierungen wie Schleifen oder Knöpfe in den Kollektionen entdeckt.

Triumph bietet beispielsweise einen schwarzen Push-Up-BH mit spitzenbesetzten Cups und Abschlüssen aus Satin an. Lascana zeigt einen schwarzen BH mit cremefarbener Spitze und zierlichen Schleifen an den Trägern sowie zwischen den Cups, Freya hat dagegen ein silbern glänzendes Set mit schwarzer Spitze und glitzernden Strass-Steinen. Und Sloggi setzt dunkle Spitze auf pinke Wäsche.

Für die Stylistin Maria Hans ist vor allem der Look der 20er Jahre in Mode. „Der Burlesque-Stil wird immer präsenter“, sagt sie. Nicht durch weniger, sondern durch mehr Stoff werde auf Verführung gesetzt - das sei vor allem bei den Höschen zu beobachten. „Statt String-Tangas liegen hochwertige Pants im Trend.“ Chantelle zeigt das etwa, bei Ernsting''s Family reicht der Slip bis hoch über den Bauchnabel. Außerdem seien Korsagen oder durchsichtige BHs aus Spitze in den Kollektionen zu finden. Bei diesen Dessous habe sie häufig Champagner- und Steinfarben mit schwarzen Verzierungen ausgemacht. Strapse vervollständigen diesen Look. „Edle Eleganz verbunden mit verspielter Verführung - das ist die Divise der kommenden Saison“, sagt auch Einkaufsberaterin Grau. Gesehen habe man das zuletzt im Kinofilm „Der große Gatsby“. Hunkemöller hat etwa ein Set aus heller Spitze mit schwarzem, transparentem Microtüll und passenden Strapsen. An Lascanas Strapsenhalter hängen viele Fäden, die an die Kleider der Goldenen Zwanziger erinnern.

Dessous müssen nicht in den Kombinationen getragen werden, wie sie gekauft wurden, findet Sonja Grau. Und das sieht auch der Handel inzwischen so: „Das Baukastensystem wird mehr und mehr zu sehen sein, und von den Trägerinnen gerne eingesetzt“. Unterschiedliche Sets miteinander zu kombinieren, helfe auch dabei, mehr Variationen in den Kleiderschrank zu bekommen. „Der Zukauf von einem trendigen Dessous-Modell kann damit leicht ungeahnte Möglichkeiten der Zusammenstellung mit bereits vorhandenen Modellen eröffnen“, sagt Grau. Zusätzlich dazu kann die Frau im Winter auch zu feinen Unterhemden greifen. „Dünne Träger und ein Spitzenrand am Abschluss wirken dabei sehr feminin“, erklärt Piskol. Speidel zeigt ein solches Modell in Cremefarben, Triumph ein eher aufreizendes Hemdchen mit Spitzeneinsatz in der Mitte. Laut Grau wird auch Unterwäsche mit Shaping Effect weiterhin gefragt sein, und das Unterhemd teilweise ersetzen. Dazu zählen beispielsweise Höschen, die bis über den Bauchnabel reichen und Pölsterchen an Problemzonen wegmogeln sollen.

Bei den Unterhosen der Männer sind vor allem Karo- und Streifenmuster sowie beispielsweise astrologische Zeichen aktuell. „Das darf farblich so richtig krachen“, sagt Grau. Fast alles ist erlaubt: Karos in Feuerrot, Giftgrün und Blau oder schmale Streifen in Orange, Zimt oder Rot. H&M zeigt beispielsweise rot-weiß gestreifte Shorts, Jockey mit blauen, grauen und weißen Karos. Für Männer, die es etwas weniger knallig bevorzugen, empfiehlt Grau schwarze Pants, bei denen die Farben lediglich am Bund vertreten sind. (tmn)

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