Nahrungsverweigerung: Wenn das Futter nicht schmeckt

Zahnprobleme gehören zu den häufigsten Erkrankungen von Zwergkaninchen, Meerschweinchen und Co. Die Zähne der Tiere wachsen stetig, in der Regel werden sie durch den Kauabrieb kurzgehalten.

Zahnfehlstellungen erschweren und verhindern diesen Abrieb, denn treffen die Zähne beim Kauen nicht genau aufeinander, wachsen sie aneinander vorbei.

Schon geringfügige Fehlstellungen der Zähne können so schmerzhafte Verletzungen nach sich ziehen. Bleiben diese vom Halter unbemerkt, wird die Nahrungsaufnahme für die Tiere erschwert: Sie können gefährlich abmagern oder sogar an Folgeerkrankungen ihres empfindlichen Verdauungstraktes sterben.

Oft nicht bemerkt

„Nahrungsverweigerung, Gewichtsverlust oder erhöhter Speichelfluss können Anzeichen für Zahnprobleme sein, die meist durch Zahnfehlstellungen verursacht werden“, so Christine Esch, Tierärztin der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. „Viele Zahnfehlstellungen, vor allem die der Backenzähne, werden von Tierhaltern nicht bemerkt. Eine umfassende Beurteilung des Zahnzustands kann nur durch einen Tierarzt erfolgen und sollte zudem regelmäßig stattfinden.

Tiere, bei denen eine solche Erkrankung bekannt ist, müssen in der Regel im Abstand von wenigen Wochen zur Zahnkontrolle und -korrektur beim Tierarzt vorgestellt werden.“ Neben genetischen und zuchtbedingten Ursachen kann auch eine falsche Ernährung Auslöser von Zahnproblemen sein.

Tierhalter sollten viel Frischfutter und vor allem Heu anbieten. „Von gepresstem Getreidefutter sollte Abstand genommen werden. Während Trockenfutter für Meerschweinchen in Wohnungshaltung meist nicht benötigt wird, ist es für Kaninchen sogar ausgesprochen ungesund.“

Kein Getreide

Vielen Tierfreunden sei nicht bewusst, dass die so genannten Herbivoren kein Getreide zu sich nehmen sollten. Eine ausgewogene Ernährung sei für die Gesundheit von Kaninchen und Meerschweinchen aber essenziell, meinte Esch.

Von Bettina Mangold

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