Atlas-Rakete erfolgreich gestartet

NASA startet neue Mars-Erkundung

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Die Atlas-Rakete startete erfolgreich ins All.

Cape Canaveral - Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine neue Mission zur Erkundung der Bedingungen für Leben auf dem Mars gestartet.

Eine Atlas-Rakete brachte die Sonde "Maven" am Montag (Ortszeit) vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida erfolgreich ins All, im September 2014 soll der unbemannte Flugkörper den Roten Planeten erreichen. Anders als der Forschungsroboter "Curiosity" soll "Maven" nicht die Oberfläche, sondern die Atmosphäre des Mars untersuchen.

Die NASA-Forscher erhoffen sich Erkenntnisse darüber, wie die Marsatmosphäre so dünn werden konnte, dass sie kein Leben auf dem Nachbarplaneten der Erde mehr erlaubte. Dazu soll "Maven" - eine Abkürzung für Mars Atmosphere and Volatile Evolution (Marsatmosphäre und flüchtige Entwicklung) - in einer Höhe von 6000 Kilometern um den Planeten kreisen. Bei fünf Tiefflügen während der auf ein Jahr angesetzten Mission soll sich "Maven" dem Mars auf nur 125 Kilometer Entfernung nähern.

Nasa Space-Shuttles: Nach 30 Jahren in Rente

Nach 30 Jahren endet eine amerikanische Ära: Die Space-Shuttle-Flüge werden in ihrer bisherigen Form nicht mehr weitergeführt. Eine Fortsetzung ist ungewiss, die US-Regierung will künftig verstärkt auf privat finanzierte Raumschiffe setzen. © dpa
Billig, sicher und verlässlich sollte das Space-Shuttle nach den Vorstellungen der US-Weltraumorganisation NASA werden. Vor dem letzten Flug eines Shuttles, geplant für den 8. Juli, ist klar, es war nichts davon: Seit Beginn der Planung vor 40 Jahren hat das Shuttle-Programm der USA 196 Milliarden Dollar (135 Milliarden Euro) gekostet, weniger als die Hälfte der versprochenen Flüge wurden absolviert und 14 Astronauten kamen ums Leben. © dpa/dapd
Doch für viele hat das Space Shuttle abseits aller frühen Versprechungen andere Fortschritte mit sich gebracht: große wissenschaftliche Entdeckungen auf der Internationalen Raumstation ISS, beeindruckende Fotos aus dem All durch das Weltraumteleskop Hubble und durch die enge Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern nicht zuletzt eine Annäherung ehemaliger Feinde aus dem Kalten Krieg. © dpa/dapd
Das Space-Shuttle-Programm habe damit auf wichtige Art und Weise zum Fortschritt der Menschheit beigetragen, sagte der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush. Er war in der frühen Phase des Shuttle-Programms Vizepräsident - ein Posten, der traditionell auch die Aufsicht über die NASA beinhaltet. © dpa/dapd
Astronauten und Module für die ISS wurden ebenso mit dem Space Shuttle in den Erdorbit gebracht wie das Teleskop Hubble, das auch fünf Mal von Shuttle-Astronauten repariert und erweitert wurde. Space Shuttles haben die Erde 20.830 Mal umrundet, näher an weiter entfernte Plätze im All brachten sie die Menschheit jedoch nicht. © dpa/dapd
Nach dem ersten Flug eines Space Shuttles im April 1981 verlor die NASA im Laufe ihres Programms auch noch zwei ihrer Raumfähren. Sieben Astronauten starben als die “Challenger“ (Foto) 1986 kurz nach dem Start explodierte, sieben weitere kamen ums Leben, als die “Columbia“ 2003 bei ihrer Rückkehr zur Erde verbrannte. Vor sechs Jahren nannte der damalige NASA-Direktor Michael Griffin das Shuttle-Programm sogar einen Fehler. © dpa/dapd
Insgesamt haben die USA für die Space Shuttles mehr ausgegeben, als für die Appollo-Missionen zum Mond, die Konstruktion der Atombombe und den Bau des Panamakanals zusammen und mehr als doppelt so viel als ursprünglich geplant. Schuld ist vor allem das Design: Für die Besatzung waren nämlich zusätzliche - und teure - Sicherheitsvorkehrungen nötig, für seine Funktion als Transportschiff brauchte das Space Shuttle mehr Brennstoff und Leistung. © dpa/dapd
Ein weiteres Problem, als Präsident Richard Nixon 1971 der NASA ihr Shuttle genehmigte, war, dass es im Grunde nirgendwo hin konnte. "Der Plan war, über eine Raumstation als Startplatz in der Erdumlaufbahn letztlich zum Mars zu kommen", sagt der ehemalige NASA-Mitarbeiter George Mueller, der als Vater des Space-Shuttle-Programms gilt. Doch der Bau an der ISS begann erst 1998. © dpa/dapd
Für Astronaut Stan Love wurde mit dem Space Shuttle dennoch "ein riesiger Fortschritt in der Weltraumfahrt" gemacht, "auch wenn nicht alle Erwartungen erfüllt wurden". Dazu erzählt Love einen alten NASA-Witz: Das Space Shuttle sollte erstens billig und zweitens sicher sein und drittens die Raumfahrt in eine solche Routine verwandeln, dass es beinahe schon langweilig ist. Eins von drei ist gar nicht schlecht." © dpa/dapd

"'Maven' ist das erste Raumschiff, dass der Erforschung und dem Verständnis der oberen Atmosphäre des Mars gewidmet ist", teilte die NASA mit. Forscher gehen davon aus, dass atmosphärische Veränderungen das Klima des Roten Planeten einst dramatisch verändert haben.

"Als es auf dem Mars Wasser im Überfluss gegeben hat, worauf viele Anzeichen hindeuten, muss der Planet eine dickere Atmosphäre gehabt haben", erklärte der wissenschaftliche Leiter der Mission, Bruce Jakosky. Die Mission könne wichtige Informationen über die "Geschichte des Mars und sein Potenzial für Leben" liefern.

"Maven" ist mit drei Messinstrumenten ausgestattet, die unterschiedliche Bestandteile der Atmosphäre unter die Lupe nehmen können. Die Experimente sollen zwei Monate nach der Ankunft im September 2014 beginnen, die Kosten betragen laut NASA 671 Millionen Dollar (rund 497 Millionen Euro). Die US-Raumfahrtbehörde unterhält mehrere Missionen zur Erforschung des Mars und peilt eine bemannte Mission zum Roten Planeten um das Jahr 2030 an.

afp

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