Natascha Kampusch fordert Schadensersatz

+
Will entschädigt werden: Natascha Kampusch

Wien - Natascha Kampusch fordert Schadensersatz für ihr Martyrium. Wer für die jahrelangen Qualen während ihrer Entführung zahlen soll? Der österreichische Staat!

Nach einem Bericht der Gratiszeitung “Heute“ fordert Kampusch eine Million Euro für Ermittlungspannen von Österreich. Diese Summe wollte der Anwalt weder bestätigen noch dementieren. Man habe die Forderung wegen der Verjährungsfrist nun erhoben, dabei müsse man auch konkrete Summen nennen.

“Frau Kampusch hat immer gehofft, dass die Verantwortlichen einmal offiziell zu den Ermittlungsfehlern Stellung nehmen werden, was leider nicht geschah“, sagte Ganzger. Deshalb sei ihr als letzte Möglichkeit nur die Schadenersatzforderung geblieben, die nun beantwortet werden müsse: “Das ist für Frau Kampusch sehr wichtig, dass sie einmal eine offizielle Stellungnahme erhält.“

Grausame Verbrechen an Kindern

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Mögliche Ermittlungspannen beschäftigen noch Jahre nach dem Auftauchen Kampuschs im Jahr 2006 die Öffentlichkeit in Österreich. Eine Untersuchungskommission hatte Fehler bei der Suche nach dem Mädchen aufgezeigt, das am 2. März 1998 von Wolfgang Priklopil auf dem Weg zur Schule gekidnappt wurde. Der Mann hielt sie achteinhalb Jahr in einem Kellerverlies gefangen und misshandelte sie schwer. Im Alter von 18 Jahren gelang Kampusch aus eigener Kraft die Flucht. Ihr Peiniger nahm sich am selben Tag das Leben. Inzwischen sind alle Ermittlungen zu dem Fall eingestellt.

Grundlage für die Forderung Kampuschs sind Hinweise, die bereits kurz nach ihrer Entführung auf Wolfgang Priklopil als Täter hindeuteten. Diesen soll die Polizei aber nicht ausreichend nachgegangen sein. Auch die Überprüfung seines für die Entführung genutzten Kastenwagens führte nicht zu Kampuschs Befreiung. Bereits kurz nach ihrer Entführung habe ein sehr dichtes Indiziennetz auf Priklopil hingewisen, so Ganzger. Ob Kampusch im Falle der Ablehnung ihrer Forderung auch gegen Österreich vor Gericht ziehen wird, ließ ihr Anwalt offen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.