Nebenkläger fordern Haft für Vater von Tim K.

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Im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden, Tim K., haben die Nebenkläger eine Haftstrafe für den Vater gefordert.

Stuttgart - Wie viel Schuld hat der Vater von Tim K. am Amoklauf seines Sohnes in Winnenden und Wendlingen? Er habe die Bluttat mit 16 Toten erst ermöglicht, weil er die Tatwaffe nicht wegschloss, sagen die Anwälte.

Die Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden wollen den Vater des Täters Tim K. hinter Gittern sehen. Die meisten ihrer Anwälte forderten am Donnerstag in den Plädoyers der Nebenklage, den angeklagten Unternehmer nicht mit einer Bewährungsstrafe davonkommen zu lassen. “Der Angeklagte wusste, dass sein Sohn enorme psychische Probleme hatte, dass er sich zunehmend isolierte und einen Hass auf die ganze Welt hatte“, sagte eine Anwältin.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung wegen 15-facher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in 13 Fällen gefordert. Die Hinterbliebenen werfen dem Sportschützen mangelnde Reue für sein eigenes Fehlverhalten vor. Durch die unverschlossene Aufbewahrung einer seiner Pistolen und großer Mengen Munition habe der Angeklagte den Amoklauf vor knapp zwei Jahren erst möglich gemacht, sagte der Anwalt Jens Rabe in seinem Plädoyer. Der Anwalt von Hardy Schober, dem Sprecher des nach dem Amoklauf gegründeten Winnendener Aktionsbündnis der Angehörigen, beantragte drei Jahre Haft für den angeklagten Unternehmer.

Tim K. Vater erscheint nicht zum Prozess

Dieser blieb dem Prozess wie schon seit Wochen auch an diesen Verhandlungstag fern. Schon dieses Verhalten sowie das Ausbleiben persönlicher Worte an die Angehörigen zeuge von großer Gefühlskälte, sagte Rabe und fügte hinzu: “Wenn der Angeklagte sich genauso kalt und gefühllos seinem Sohn Tim gegenüber verhielt, wissen wir jetzt, warum dieser krank wurde.“

Winnenden: Gedenken an die Amok-Opfer

Bilder von der Gedenkfeier © ap
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Bilder von der Gedenkfeier © dpa
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Die Eltern von Tim K. hätten schon im Jahr zuvor klare Hinweise aus einer psychiatrischen Klinik auf dessen Probleme bekommen. Trotzdem habe sein Vater ihn danach noch zum Schießtraining in einen Schützenverein mitgenommen. Rabe stellte keine Anträge zum Strafmaß, legte dem Gericht aber nahe, eine Haftstrafe ohne Bewährung zu verhängen. Denn es gehe nicht nur darum, dass man beim Vater des Amokschützen keine weitere derartige Straftat erwarten müsse. Wichtig sei das Signal an viele Waffenbesitzer im Land, die ihre Pistolen und Gewehre ähnlich nachlässig aufbewahren.

Der Sohn des Angeklagten hatte am 11. März 2009 mit der Waffe seines Vaters an seiner früheren Realschule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Sein Vater steht vor Gericht, weil er eine seiner Pistolen unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt hatte.

dpa

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