Neckarwestheim I soll als erstes AKW vom Netz

Berlin - Die Bundesregierung will nach ihrem Kurswechsel in der Atompolitik das 35 Jahre alte Atomkraftwerk Neckarwestheim I als erstes vom Netz nehmen. Was das Aus mancher Kernkraftwerke für die Strompreise bedeutet:

Der formelle Beschluss solle schon heute gefasst werden, verlautete aus der Umgebung von Außenminister Guido Westerwelle. Der Meiler solle dann “so schnell wie möglich“ abgeschaltet werden.

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Unter dem Eindruck der Katastrophe in Japan hatte die Bundesregierung entschieden, dass mehrere deutsche Meiler in Kürze vom Netz gehen. Außer Neckarwestheim I werden das vermutlich die Kraftwerke Biblis A in Hessen und Isar I in Bayern sein.

Brüderle schließt höhere Strompreise nicht aus

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) schließt nicht aus, dass das Aussetzen der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke zu einem weiteren Anstieg der Strompreise führt. Der FDP-Politiker wies in der “Bild“-Zeitung (Dienstag) darauf hin, dass die Bundesregierung am Vormittag mit den Ministerpräsidenten der Länder über die konkrete Ausgestaltung des Moratoriums sprechen will. “Erst wenn die Details klar sind, können wir über mögliche Auswirkungen auf den Strompreis reden“, sagte er.

Zugleich versicherte Brüderle, dass es trotz der bevorstehenden Stilllegungen von Atommeilern keinen Stromengpass geben werde. “Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist nicht gefährdet“, sagte der Minister.

Schavan für beschleunigten Umstieg zu erneuerbaren Energien

Das AKW Neckarwestheim I soll so schnell wie möglich vom Netz gehen.

Forschungsministerin Annette Schavan spricht sich für einen beschleunigten Umstieg aus der Kernenergie zu erneuerbaren Energien aus. “Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Ausstieg aus der Kernenergie zugunsten der erneuerbaren Energien“, sagte die CDU-Politikerin der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe).

Schavan setzt dabei auf Unterstützung durch die Wissenschaft: “Wir wollen alle wissenschaftliche Kompetenz einsetzen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Die drei Monate Moratorium können genutzt werden, um aus dem Kreis der Wissenschaft dazu Vorschläge für die weitere Forschung und Entwicklung zu bekommen“, sagte die Ministerin.

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Sie habe die Nationale Akademie Leopoldina beauftragt, einen Stab an Wissenschaftlern zusammenzustellen. “Ich werde mich mit den Wissenschaftlern noch in diesem Monat treffen, um ihre Expertise über die Bewertung der uns alle bewegenden Ereignisse in Japan und zu möglichen Konsequenzen für Deutschland einzuholen“, erklärte die Ministerin.

dpa

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