Frühchen-Tod gibt Rätsel auf

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Unheimliche Keime machen dem Bremer Klinikum große Sorge.

Bremen - Rechtsmediziner haben die beiden toten Frühchen in Bremen untersucht. Ob sie an einem resistenten Darmkeim starben, ist aber weiterhin unklar. Dafür sind noch weitere Analysen nötig.

Nach der Obduktion der beiden toten Frühchen in Bremen ist die Todesursache nach wie vor unklar. “Da sind weitergehende Untersuchungen erforderlich“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Freitag. Experten sollen unter anderem das Blut der Kinder im Labor toxikologisch analysieren. Die Ergebnisse werden erst in einigen Tagen feststehen.

Im Klinikum Mitte in Bremen waren in dieser Woche erneut zwei Frühchen gestorben. Bei dem Jungen und dem Mädchen wurden resistente Darmkeime nachgewiesen. Unklar ist aber, ob diese für ihren Tod verantwortlich sind. Das ermittelt die Staatsanwaltschaft zurzeit. Von dem Ergebnis werde abhängen, ob die Behörde weitere Schritte einleite, sagte Passade. Nach einem Bericht von Radio Bremen wollten sich die Ermittler am Freitag die Frühchenstation anschauen. Passade wollte sich dazu aber nicht äußern. “Wir sagen dazu nichts.“

Im vergangenen Jahr hatten sich auf der Intensivstation für Früh- und Neugeborene mehrere Babys mit einem gefährlichen Erreger angesteckt. Drei von ihnen starben, mehrere erkrankten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung gegen den früheren Chefarzt.

Die Station war nach der tödlichen Infektionswelle zwei Monate lang geschlossen, um desinfiziert und umgebaut zu werden. In der vergangene Woche tauchte der Erreger jedoch wieder auf. Er wurde bei drei Frühchen festgestellt, die bisher aber nicht erkrankten.

Eins der Kinder sei inzwischen nach Hause entlassen worden, sagte Kliniksprecherin Karen Matiszick. Der Zustand der anderen beiden sei nach wie vor stabil. Ob es sich bei den jetzt gestorbenen Frühchen wieder um den genetisch gleichen Keim handelt, muss noch eine Analyse in einem Speziallabor in Bochum ergeben.

Die Mediziner beschäftigt außerdem die Frage, wie sich der Keim auf der Frühchenstation verbreiten konnte. “Wir warten auf die Ergebnisse der Umgebungsuntersuchung“, sagte Matiszick. Mikrobiologen hatten von den medizinischen Geräten und den Möbeln Proben genommen. Außerdem nahmen sie mehrere Abstriche von den Mitarbeitern der Station. Anfang der nächsten Woche könnte die Auswertung vorliegen.

dpa

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