Laut Peta muss nicht nur das Leid von Zebras beendet werden

Netto verkauft jetzt Zebra-Steaks – sind die Kunden zurecht empört?

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Zebra als Steak in der Tiefkühltruhe: Nettos Angebot löst Empörung aus.

In der Vorweihnachtszeit könnten Sie sich nun etwas ganz Besonderes brutzeln: Zebra. Das gibt es bei Netto nämlich in der Tiefkühltruhe. Doch gehört es dahin?

Aktualisiert um 15.46 Uhr - Zwischen Grünkohl-Pfanne und Eis-Törtchen bietet Netto in diesem Jahr etwas ganz Besonderes an: 300 Gramm Zebrafleisch für 6,99 Euro. Das Fleisch von Zebras ist laut Grill-Tipps der Zeitschrift Men’s Health hellrot, fein-marmoriert und hat einen kräftigen Eigengeschmack. Man könne es medium garen oder ganz durchbraten – laut kochbar.de schmeckt es hervorragend zu Süßkartoffelpommes. 

Doch so weit wollen es viele auf keinen Fall kommen lassen. Kunden sind empört. „Zebras gehören in die Serengeti und nicht in die Tiefkühltruhe. Voll daneben“, schreibt Tom B. auf Twitter, andere Nutzer fragen: „Warum müsst ihr Zebrasteak verkaufen?“ und „Was soll der Mist?“

Zebrasteak bei Netto - Peta erinnert an Leid aller Tiere

Felicitas Kitali von der Tierschutzorganisation Peta sagt gegenüber unserer Zeitung: „Die Menschen sind zurecht empört.“ Zebrafleisch bedeute klar Tierleid. Wenn man an Zebras denke, denke man an die Weite Afrikas und nicht an eine Truhe beim Discounter. Sie fügt aber auch hinzu: „Die Schweine und Hühner, die daneben liegen, haben ebenso gelitten.“ Jedes Tier könne Schmerzen empfinden, daher solle auch jedes Tierleid beendet werden – nicht ausschließlich das als exotisch geltender Tiere. Menschen sollten sich stattdessen für die vegane Lebensweise entscheiden. 

Auch Twitter-Nutzer Cron!k findet es „einfach nur noch krank, was in Deutschland abgeht.“ Schließlich seien Zebras vom Aussterben bedrohte Tiere. Doch stimmt das wirklich?

Sind Zebras vom Aussterben bedroht?

Zur Bedrohungslage von Zebras finden sich zwei Klassifizierungen: Zum einen gibt es die Rote Liste der Weltnaturschutzunion. Demnach ist das Grevyzebra stark gefährdet, das Bergzebra gefährdet und das Steppenzebra gering gefährdet. Zum anderen gibt es ein Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten frei lebenden Tieren und Pflanzen: das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Demnach ist der Handel mit Berg- und Grevyzebra verboten, mit Fleisch des Steppenzebras hingegen darf aktuell gehandelt werden.

Netto über das Zebra in der Tiefkühltruhe

Wir haben Netto unter anderem gefragt, von welcher Zebraart das Fleisch aus dem Discounter stammt und ob die Zebras gezüchtet oder in freier Wildbahn erlegt wurden, Antworten blieben aber aus. Stattdessen konnte uns Stefanie Adler von der Unternehmenskommunikation lediglich bestätigen, dass in dieser Woche als Aktionsware Zebrasteaks angeboten werden - und das "solange der Vorrat reicht". Sie stammen aus Südafrika.

Gegenüber dem Magazin Stern gab das Unternehmen außerdem an, das Fleisch werde von einer Firma im französischen Straßburg vertrieben, die auch Fleisch vom Krokodil, von der Schlange und vom Kamel verkauft.

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