Sieben Monate nach dem Unglück

Neue Erkenntnisse zum Absturz der EgyptAir-Maschine 804

Kairo - Der Absturz einer Egyptair-Maschine auf dem Weg von Paris nach Kairo gibt seit Monaten Rätsel auf. Nun wird bekannt, dass Ermittler Spuren von Sprengstoff entdeckt haben.

Fast sieben Monate nach dem Absturz einer EgyptAir-Maschine im Mittelmeer haben ägyptische Ermittler an sterblichen Überresten der Opfer Spuren von Sprengstoff gefunden. Das teilte das Luftfahrtministerium in Kairo am Donnerstag mit. Bei dem Absturz von EgyptAir-Flug MS804 auf dem Weg von Paris nach Kairo waren am 19. Mai alle 66 Menschen an Bord ums Leben gekommen, unter ihnen 40 Ägypter und 15 Franzosen.

Im Juli ergab die Analyse der Flugdatenschreiber, dass vor dem Absturz des Airbus A320 ein Brand an Bord ausgebrochen war. Damals war allerdings noch unklar, was das Feuer ausgelöst hatte. Die ägyptischen Behörden hatten zunächst von einem möglichen Anschlag gesprochen, dagegen gingen französische Experten von einem technischen Fehler aus.

Nach dem Fund der Sprengstoffspuren hätten die Ermittler den Fall nun an die Staatsanwaltschaft übergeben, erklärte das Luftfahrtministerium. Die Staatsanwaltschaft ist zuständig, sobald der Verdacht besteht, dass es sich bei dem Absturz um keinen Unfall handelte.

Im Oktober 2015 war auf ein russisches Passagierflugzeug kurz nach dem Start im ägyptischen Scharm el-Scheich ein Bombenanschlag verübt worden. Die Maschine zerschellte auf der Sinai-Halbinsel, keiner der 224 Insassen überlebte. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.

Sollte sich nun herausstellen, dass auch Flug MS804 Opfer eines Anschlags wurde, stellt sich die Frage, wann und wo der Sprengsatz an Bord gelangte. Die Maschine startete vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle, auf dem die Sicherheitskontrollen nach mehreren islamistischen Anschlägen in der französischen Hauptstadt verschärft worden waren.

Möglicherweise wurde die Bombe aber auch vor der Ankunft des Airbus in Paris an Bord geschmuggelt. Nach Angaben der Internetseite FlightRadar24, die den Weg der Flugzeuge live mitverfolgt, flog die Maschine in den zwei Tagen davor nach Ägypten, Tunesien und Eritrea.

AFP/dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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