Abschreckung und Täuschung

Neuer Schutz vor Haien: Anzüge machen unsichtbar

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Diese neuen Anzüge sollen Menschen vor Hai-Angriffen schützen. Die Muster täuschen das Auge des Raubfisches.

Sydney. Australische Wissenschaftler und Designer haben Hai-sichere Schwimmanzüge entwickelt. Die neuartigen Anzüge sollen die gefährlichen Raubfische abschrecken und seine Träger praktisch unsichtbar machen. 

Fünf Menschen verloren innerhalb von nur zehn Monaten in Westaustralien ihr Leben, nachdem sie Opfer eines Haiangriffes geworden waren. Westaustralien galt seitdem als gefährlichster Ort für Haiangriffe weltweit – einen Rekord, den die Westaustralier nicht gerne für sich verbuchen wollten. So taten sich Wissenschaftler der Universität von Westaustralien mit Designern der Firma Shark Attack Mitigation Systems (SAMS) zusammen und entwickelten die hochmodernen Anzüge.

Zwei Jahre haben die Wissenschaftler und Designer an den neuen Anzügen getüftelt, um herauszufinden, wie sie die Risiken für Schwimmer, Surfer und Taucher minimieren könnten. Heraus kamen zwei Modelle mit entgegen gesetzten Konzepten: eines, das seinen Träger praktisch unsichtbar macht und eines, das Haie abschrecken soll.

Ein Weißer Hai

Das Modell Elude versucht sein Bestes, seinen Träger mit blauen und weißen Farbmustern zu tarnen. Seine Entwicklung basiert auf der neuen wissenschaftlichen Erkenntnis der westaustralischen Forschergruppe, dass Haie farbenblind sind. Genau das Gegenteil wird mit dem Modell Diverter versucht, das analog zum Zebra weiße mit dunkelblauen Streifen kombiniert und damit Warnzeichen der Natur imitieren soll, die Haien das klare Zeichen geben: „Hau ab, ich bin nicht genießbar.“ Anthropologen hatten schon lange berichtet, dass traditionelle Stämme auf Pazifikinseln ihre Körper mit Mustern bemalten, um sich auf der Jagd nach Fischen im Wasser vor Haien zu schützen.

Bisher haben die Entwickler die Produkte mit Tigerhaien in der Nähe des Ningaloo Reef in Westaustralien getestet und waren dabei positiv überrascht worden. Die Haie waren an den Taucher- und Schwimmanzügen von SAMS vorbei geschwommen, hatten jedoch herkömmliche schwarze Anzüge angegriffen. In den Sommermonaten auf der Südhalbkugel sollen die Anzüge jedoch noch einmal unter „härtesten“ Bedingungen zum Einsatz kommen. Dann will die Firma sie mit Weißen Haien in Südaustralien und Südafrika testen.

SAMS-Geschäftsführer Hamish Jolly wollte bei aller Euphorie nach den ersten Tests zwar keine hundertprozentige Hai-Schutz-Garantie geben, doch helfen würden die Anzüge mit Sicherheit, sagte der Australier. Bob Lushey von der Vertreiberfirma Radiator freute sich über die beiden neuen Produkte dann auch besonders, denn eine der häufigsten Fragen, die er von Kunden immer gestellt bekomme, sei: „Welche Farben mögen Haie nicht?“ Niemand wolle nämlich wie ein Seehund ausschauen und damit ins Futterschema der Raubfische passen. „Jetzt wissen wir endlich die Antwort auf diese Frage und das finde ich extrem aufregend“, sagte Lushey.

Der Experte, der seit 20 Jahren in der Modeindustrie für Schwimmbekleidung arbeitet, wies aber auch darauf hin, wie selten Haiübergriffe auf Menschen seien. Trotzdem hatten sich die Menschen in Westaustralien deutlich weniger ins kühle Nass gewagt, wie Tauchfirmen berichten, nachdem 2011 und 2012 innerhalb von zehn Monaten fünf Menschen ihr Leben nach Haiangriffen verloren hatten. (ce)

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