Frau von Ex entstellt

Neues Gesicht nach ätzendem Säureangriff

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Das Foto links zeigt, wie Carmen vor dem Säureanschlag aussah. Rechts ist sie nach der Gesichtstransplantation zu sehen.

Boston- Eine Frau, die 2007 von ihrem Ex-Ehemann mit einer ätzenden Lauge verunstaltet worden war, hat sich nach einer Gesichtstransplantation erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt.

Carmen Blandin Tarleton äußerte sich am Mittwoch im Brigham and Women's Hospital in Boston. Nach Angaben des Krankenhauses hatte die Operation, an der mehr als 30 Ärzte, Anästhesisten und Schwestern beteiligt waren, mehr als 15 Stunden gedauert.

Sie habe durchgemacht, „was manche möglicherweise als Hölle bezeichnen“, sagte die 44-jährige Tarleton, die ihr Augenlicht verloren hat. Es gehe ihr nun aber besser als sie es nach dem Angriff je für möglich gehalten habe. Sie wolle ihre Geschichte erzählen, um anderen zu helfen, über eigene Schmerzen hinwegzukommen. Ihr neues Gesicht stammt von einer verstobenen Frau. Deren Tochter, Marinda Righter, versicherte Tarleton, sie sehe wunderbar aus. Und sie sehe jetzt wieder die Sommersprossen ihrer Mutter.

Tarleton war vor sechs Jahren von ihrem damaligen Ehemann angegriffen worden. Er verdächtigte sie damals einer außerehelichen Affäre. Polizeiangaben zufolge schlug er mit einem Schlagstock auf seine Frau ein und goss ihr die Lauge ins Gesicht. Der Mann bekannte sich 2009 des Angriffs für schuldig und wurde zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Tarleton, eine frühere Krankenschwester, die auf Transplantationen spezialisiert war, hatte sich im Februar der Gesichtstransplantation unterzogen. Die zweifache Mutter musste sich in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 55 chirurgischen Eingriffen unterziehen.

„Ich habe mich in den vergangenen sechs Jahren auf dieser unglaublichen Reise befunden“, sagte Tarleton auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Dass sie nun „dieses wunderbare Geschenk“ erhalten habe, bedeute das Ende eines Lebensabschnitts. „Was für ein großartiger Weg, mit dem fortzufahren, was das Leben jetzt für mich hat.“

AP

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