Wanderung endet tödlich

Neuseeland: Deutscher rettet Mann vorm Ertrinken - Frau stirbt

Sydney. Eine junge Australierin ist bei einem Drama in Neuseeland ertrunken. Ein deutscher Tourist schafft es, ihren Freund zu retten. Doch die Frau wird von den Fluten mitgerissen. Schwere Regenfälle verhindern das Eingreifen von Rettungskräften in dem abgelegenen Gebiet.

Die Suche hat kein glückliches Ende gefunden. Zwei Tage suchten neuseeländische Rettungsmannschaften verzweifelt nach einer 22-jährigen Frau aus Sydney, die am Montag zusammen mit ihrem 26-jährigen Partner und einem jungen deutschen Urlauber eine viertägige Wanderung zum Fjord Milford Sound startete. Doch es wurde nur noch ihre Leiche geborgen.

Deutscher Urlauber zog Wanderer aus Fluss

Der 22-jährige Sebastian Keilholz aus Bamberg hatte Sean McNabb und dessen Freundin Yessica Asmin am Montagmorgen getroffen, als alle drei die Wanderung gerade starteten. Während des Tages verschlechterte sich das Wetter laut eines Berichts der australischen Tageszeitung „Sydney Morning Herald” stetig. Nach etwa fünf Stunden kamen die Wanderer an einen Flusslauf, der normalerweise nur wenige Zentimeter tief ist und über Steine im Flussbett überquert werden kann. Durch den anhaltenden, starken Regen war der Fluss jedoch angeschwollen und die Strömung wurde immer stärker. Wegen der einbrechenden Dunkelheit seien zudem die Trittsteine im Flussbett nicht mehr zu sehen gewesen, wie die Zeitung schrieb.

Trotzdem hätten sich die drei Wanderer für eine Überquerung entschieden, hieß es, da der Rückweg eine mehrstündige Wanderung im Dunkeln bedeutet hätte. Der junge Australier und Sebastian Keilholz überquerten den Fluss zuerst ohne Probleme. Als McNabb jedoch nochmals zurückging, um seiner Freundin mit ihrem Rucksack zu helfen, stürzte der junge Australier ins Wasser. Die Strömung schwemmte ihn etwa drei Meter weit weg, bevor er es ihm gelang, einen Felsen zu packen und Keilholz es schaffte, ihn sicher an Land zu ziehen.

Wanderin stürzte aus Panik in Fluss

Währenddessen stand die junge Frau noch immer mitten im Fluss. „Wir sagten ihr, dass sie dort stehen bleiben sollte, wo sie war, aber sie war so in Panik, dass sie auch in den Fluss stürzte”, sagte Keilholz dem „Sydney Morning Herald“. Der junge Deutsche, der eben noch den Freund der 22-Jährigen aus dem Wasser gezogen hatte, versuchte nun, auch Asmin zu retten. „Sean war gerettet und so rannte ich so schnell ich konnte, um Yessica zu helfen“, sagte Keilholz. „Ich stürzte zweimal, aber ich stand wieder auf und rannte.“

Die Felsen seien jedoch so schlüpfrig gewesen, dass er wieder gefallen sei, zweimal auf seine Schulter und dann auch noch auf den Mund. „Ich habe mir meine Zähne gebrochen und Blut kam aus meinem Mund und Yessica war verschwunden.“ Die beiden schockierten Wanderer aktivierten sofort ein Notfall-Signal, doch aufgrund des inzwischen schweren Regens konnte kein Helikopter geschickt werden. Keilholz gelang es, in der nächsten Schutzhütte, die etwa eine Stunde entfernt war, andere Wanderer zu alarmieren. Die eilten schließlich zurück, um den jungen Australier, der unter Schock stand, zu retten und zur Schutzhütte zu bringen.

Rettungsmannschaften suchten den gesamten Dienstag nach der jungen Frau, konnten sie jedoch nicht finden. Erst am Mittwoch entdeckten die Suchtruppen den Körper der Vermissten zwei Kilometer stromabwärts. Sie war in den reißenden Fluten des Bergbaches ertrunken.

Eine junge Australierin ist bei einem Drama in Neuseeland ertrunken. Ein deutscher Tourist schafft es, ihren Freund zu retten. Doch die Frau wird von den Fluten mitgerissen. Schwere Regenfälle verhindern das Eingreifen von Rettungskräften in dem abgelegenen Gebiet. (yeu)

Rubriklistenbild: © dpa

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