"Historischer Wintersturm"

New York erwartet Mega-Blizzard "Nemo"

+
Ein Fußgänger überquert im Schneetreiben die 8th Avenue in New York.

Washington - Ein aufziehender Schneesturm macht der US-Ostküste Sorgen. Es ist von einem "historischen Wintersturm" die Rede. Die Bürger rüsten sich, mehr als 3000 Flüge wurden gestrichen.

Vor dem erwarteten massiven Schneesturm im Nordosten der USA haben Fluggesellschaften mehr als 4200 Flüge gestrichen. Diese Zahl registrierte die Website „FlightAware“, die den Flugverkehr dokumentiert, am Freitagnachmittag (Ortszeit) - bereits bevor der erste Schnee gefallen war. Wetterexperten sprachen von einem Unwetter mit potenziell historischen Ausmaßen.

Millionen Menschen an der US-Ostküste rüsten sich unterdessen gegen den möglicherweise gewaltigen Wintersturm. Die Metropole Boston in Massachusetts könnte mit bis zu einem Meter Neuschnee einen der heftigsten Schneefälle ihrer Geschichte erleben, teilte der nationale Wetterdienst mit. Unwetter wurden auch in den anderen Neuenglandstaaten sowie New York und New Jersey erwartet. Von Windböen bis zu 120 Stundenkilometern war die Rede. Der Blizzard, den der Weather Channel „Nemo“ taufte, sollte auch über Gegenden hinwegziehen, die Ende Oktober der Wirbelsturm „Sandy“ stark getroffen hatte. Damals gab es allein in den USA mehr als 100 Tote.

Bereits im Vorfeld wurden in der Region mehr als 4000 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Flugstatus-Webseite „Flight Aware“. Auch Flüge aus Deutschland an die Ostküste, etwa von Frankfurt/Main, wurden annulliert. Viele Schulen blieben geschlossen. Der Höhepunkt des Unwetters wurde für Freitagabend und die Nacht zum Samstag (Ortszeit) erwartet. Am Morgen fielen bereits die ersten Flocken.

Hektik vor dem Sturm an Amerikas Ostküste

"Schneesturm im Anzug" warnt das Leuchtschild in Franklin, Massachusetts. "Nemo" soll nach Prognosen des Wetterdienstes ein Rekord-Blizzard werden. © dpa
Tausende Flüge wurden bereits gestrichen - betroffen ist auch der Flughafen Frankfurt, Flüge zur Ostküste Amerikas wurden annulliert. © dpa
Bis zu 60 Zentimeter Schnee könnten die Straßen vorübergehend unpassierbar machen. Die Bürger wappnen sich mit Hamsterkäufen von Lebensmitteln und Schneeschaufeln, wie hier im Bild. © dpa
Supermärkte haben das Angebot an Schneesalz aufgestockt... © dpa
...und müssen auf die Nachfrage nicht warten: Zwei Männer verladen Streugut in ihren Transporter. © dpa
Auch New York soll der Jahrhundert-Blizzard erreichen - hier die tief verschneite Upper East Side im Jahr 2013. © dpa
Wie bei Hurrikan "Sandy" im vergangenen Jahr müssen Bürger mit chaotischen Verkehrszuständen rechnen. © dpa
Kanada hatte der Schnee bereits im Januar 2013 fest in der Hand: ein Mann versucht in den Straßen von St. John's, die Schneemassen zu beseitigen. © AP

Der Blizzard könnte auch die Millionenmetropole New York treffen, die diesen Winter bislang eher wenig Schnee sah. Die Stadt sei aber gut vorbereitet, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Die Straßen würden mit rund 250 000 Tonnen Streusalz präpariert. Es gebe keinen Grund zur Panik. „Bleiben sie zu Hause und lesen sie ein gutes Buch“, riet er den New Yorkern. Die New York Fashion Week sollte am Abend wie geplant weitergehen, sagten die Organisatoren.

Der Schneesturm könnte in einigen Regionen an der Ostküste zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber kleiner bleiben als bei „Sandy“.

Vor Tankstellen und Supermärkten bildeten sich Schlangen. „Es ist ein Zirkus hier“, sagte Elizabeth Fraser aus der Stadt Reading in Massachusetts dem Lokalsender WHDH. „Die Regale sind leer. Ich glaube, ich habe alle Flaschen Wasser gekauft, die sie noch hatten.“ In Connecticut sei den Tankstellen teilweise das Benzin ausgegangen, berichteten Medien.

Der Bürgermeister von Boston ordnete an, dass am Freitagnachmittag (Ortszeit) keine Fahrzeuge mehr auf den Straßen sein dürften. Auch das öffentliche Nahverkehrssystem sollte ab dem Nachmittag stillstehen.

„Wir sind kräftige Neu-Engländer und sind solche Stürme gewohnt, aber ich möchte die Menschen daran erinnern, ihren Verstand zu benutzen und von den Straßen fernzubleiben“, sagte Bostons Bürgermeister Thomas Menino.

Die Menschen sollten von zu Hause aus arbeiten, sagte der Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts. Außerdem: „Seien Sie gute Nachbarn. Sehen Sie nach den älteren Menschen.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.