“News of the World“: Opferfamilie fordert Konsequenzen

London -  Die Familie der 2002 ermordeten Schülerin Milly Dowler war von dem Abhörskandal um die Boulevardzeitung “News of the World“ besonders betroffen. Und fordert nun personelle Konsequenzen.

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Nach einem Treffen mit dem britischen Vizepremierminister Nick Clegg hat die Familie der 2002 ermordeten Schülerin Milly Dowler den Rücktritt von Rebekah Brooks, der damaligen Chefredakteurin der Boulevardzeitung “News of the World“, gefordert. Brooks solle die Verantwortung übernehmen, sagte Mark Lewis, der Anwalt der Familie. Mitarbeiter der Zeitung sollen noch während der Suche nach der 13-Jährigen das Mobiltelefon des Mädchens gehackt, einige Mitteilung von der Mailbox gelöscht und damit den Eltern falsche Hoffnungen gemacht haben.

Brooks will von Abhörmaßnahmen nichts gewusst haben

Am Sonntag erschien nach 168 Jahren die letzte Ausgabe der zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehörenden “News of the World“. In einem Versuch, den durch die Abhörskandale entstandenen Schaden zu begrenzen, verfügte Murdoch das Aus für die Zeitung. Brooks, die mittlerweile Chefin der britischen Zeitungssparte in Murdochs Medienkonzern ist, bestritt, Kenntnis von den Abhörmaßnahmen gehabt zu haben. Bei einem Besuch in London am Sonntag stellte sich der 80-jährige Medienzar demonstrativ hinter Brooks. Er legte ihr die Hand auf die Schulter und beide lächelten in die Kameras.

Auch die britische Regierung ist von den Skandalen der Zeitung in Mitleidenschaft gezogen worden. Andy Coulson, von 2003 bis 2007 Chefredakteur der “News of the World“, diente Premierminister David Cameron als Kommunikationschef, bis er im Januar für den Regierungschef unhaltbar wurde. Mittlerweile laufen gegen Coulson auch Ermittlungen wegen Bestechung und des Abhörens von Telefonen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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