Uraltes Relikt

„Einzigartiger Jahrhundertfund“ in Niedersachsen: Bringt das Relikt neue Erkenntnisse zur legendären Varusschlacht?

In Niedersachsen wurde ein altes Relikt der Römer ausgegraben. Forscher bezeichnen die Entdeckung als „einzigartigen Jahrhundertfund“.

  • Im Osnabrücker Land in Niedersachsen entdecken Forscher Teile einer römischen Rüstung.
  • Neue Erkenntnisse zu einer legendären Schlacht zwischen Römern und Germanen.
  • Die Entdeckung soll nun ausgestellt werden.

Bramsche – Die Region Kalkriese im Osnabrücker Land in Niedersachsen gilt unter Archäologen als vielversprechende Adresse für Entdeckungen aus der römischen Kaiserzeit. Was die Forscher kürzlich dort entdeckten, hätten sie aber wohl selbst kaum zu träumen gewagt.

Niedersachsen: Ein wahrer Sensationsfund ereignete sich auf dem Areal Kalkriese.

Relikt aus der Römer-Zeit: Fund in Niedersachsen bringt Forscher zum Staunen

Forscher fanden in Kalkriese den bisher weltweit einzigen römischen Schienenpanzer. Archäologen soll der Fund einen Einblick in die römische Militärtechnik ermöglichen. Die Archäologen selbst bezeichnen die Entdeckung als „einzigartigen Jahrhundertfund“, so der NDR.

Bereits seit geraumer Zeit wird spekuliert, dass sich die legendäre Varusschlacht zwischen den Römern und den Germanen nahe dem Areal in Niedersachsen zugetragen hat. Ob dies der Wahrheit entspricht, lässt sich trotz des sensationellen Fundes noch immer nicht sagen, jedoch zeigt dieser, dass es hier eine Auseinandersetzung mit Beteiligung der Römer gegeben hat.

Römer-Relikt aus Niedersachsen übertrumpft sogar besonderen Fund aus England

Obwohl die Römer ihre Schienenpanzer über Jahrhunderte in etlichen Schlachten getragen hatten, gibt es heute kaum noch Überreste von ihnen. Laut Business Insider befinden sich lediglich im englischen Corbridge sechs bisher entdeckte Hälften eines Panzers aus dem 2. Jahrhundert. Umso bedeutsamer ist der Fund in Niedersachsen. Dieser Panzer ist nicht nur beinahe komplett erhalten, sondern vermutlich nochmal rund 100 Jahre älter als die Entdeckungen in England.

Fund in Niedersachsen: Teile des römischen Schienenpanzers liegen auf einem Tisch.

Dieser Bedeutung bewusst zeigt sich auch Björn Thümler (CDU): „Hier in Kalkriese wird Geschichte nicht nur ausgegraben, sondern auch geschrieben. Der Fund dieses weltweit ersten erhaltenen Schienenpanzers festigt den Ruf Niedersachsens als eines Archäologielandes ersten Ranges“, so der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur gegenüber dem Landkreis Osnabrück.

Relikt der Römer könnte Theorie der Forscher untermauern: Fand in Niedersachsen die Varusschlacht statt?

Die Varusschlacht, auch als „Schlacht im Teutoburger Wald“ oder „Hermannsschlacht“ bekannt, soll vor über 2000 Jahren in der Kalkrieser-Niewedder-Senke in Niedersachsen stattgefunden haben. Dabei erlitten die Römer im Jahr 9 nach Christus nach einem Hinterhalt des germanischen Fürsten Arminius eine verheerende Niederlage. Heute ist dem Cheruskerführer Arminius, dem „Befreier Germaniens“, das sogenannte Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald gewidmet.

Die Tatsache, dass ein solcher Fund in Kalkriese gelang, erhärtet den Verdacht, dass sich die Varusschlacht in Niedersachsen zugetragen hat. Doch anhand der Rüstung lässt sich noch mehr erkennen. Wie der Museumspark Kalkriese in einer Pressemitteilung berichtet, scheint der Legionär, der den Schienenpanzer trug, in eben jener Schlacht von den Germanen gefangen genommen und gefesselt worden sein.

Das Relikt aus der Römer-Zeit wurde schon 2018 in Niedersachen entdeckt:

Entdeckt wurde der Schienenpanzer bereits im Sommer 2018 in Kooperation mit der Universität Osnabrück. Den Forschern war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht klar, welch bedeutsamer Fund ihnen gelungen war. Erst nach einigen Maßnahmen, unter anderem eine Erfassung mithilfe einer Computertomografie, realisierten die Wissenschaftler, dass es sich um einen beinahe vollständig erhaltenen Panzer der Römer handelt.

Derzeit wird der Fund in einem aufwändigen Restaurierungsprozess freigelegt. In den kommenden Monaten möchte das Museum mit Beiträgen und Kurzfilmen auf Facebook sowie Instagram einen Blick hinter die Kulissen dieser Arbeit bieten. Für das Jahr 2023 ist eine Sonderausstellung zu den Forschungen in Niedersachsen geplant. Der römische Schienenpanzer dürfte dabei das Highlight sein. (Von Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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